Das Columbus-Kontrollzentrum - Europas Link zur ISS

Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen
Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen
Bild 1/2, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen

Etwa 75 Wissenschaftler und Ingenieure steuern von hier die europäischen Aktivitäten auf der Internationalen Raumstation.

Blick in das Columbus-Kontrollzentrum
Blick in das Columbus-Kontrollzentrum
Bild 2/2, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Blick in das Columbus-Kontrollzentrum

Blick in das Columbus-Kontrollzentrum

Das Columbus-Kontrollzentrum ist Teil des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Etwa 80 Wissenschaftler und Ingenieure steuern von hier die europäischen Aktivitäten auf der Internationalen Raumstation.

Zu den Aufgaben des Kontrollzentrums gehören:

  • Überwachung und Steuerung der Experimenteinrichtungen des Columbus-Labors
  • Fernüberwachung und –bedienung der Lebenserhaltungssysteme wie Luftversorgung, Strom und Kühlung
  • Betreuung der europäischen und auch nichteuropäischen Astronauten während ihrer Arbeit im europäischen Labor
  • Planung und Koordination des wissenschaftlichen Experimentbetriebs
  • Bereitstellung der Kommunikationswege zwischen ISS, Bodenstationen, Kontroll- und Nutzerzentren
  • Empfang, Verarbeitung, Verteilung und Auswertung von Daten
  • Verantwortlichkeit für die Sicherheit an Bord des Columbus-Labors
  • Training des Betriebspersonals sowie Durchführung von Simulationen

Aufgaben während der Columbus-Mission

Nachdem das Columbus-Modul an die ISS angekoppelt wurde, übernahm das Kontrollzentrum die Verantwortung für das europäische Weltraumlabor sowie die Koordinierung des wissenschaftlichen Programms. Dabei stand das Kontrollzentrum in engem Kontakt mit den für die ISS zentral verantwortlichen Missionskontrollzentren der NASA in Houston und von Roskosmos in Moskau. Bezüglich seiner Arbeiten mit den wissenschaftlichen Nutzlasten stimmte sich das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen mit dem ISS-Nutzlast-Zentrum in Huntsville (Alabama) ab, das die übergeordnete Verantwortung für alle Versuchsanlagen auf der Raumstation trägt.

Geschichte

Der Auftrag an das DLR zum Aufbau des Columbus-Kontrollzentrums erfolgte durch die Europäische Weltraumorganisation ESA. Für diese neue Aufgabe kann das DLR auf langjährige Betriebserfahrungen und Kompetenzen bei der Durchführung von Raumflugmissionen zurückgreifen: Bei zehn bemannten und mehr als 40 unbemannten wissenschaftlichen und kommerziellen Missionen hat sich der DLR-Standort Oberpfaffenhofen, rund 25 Kilometer südwestlich von München gelegen, in den vergangenen vier Jahrzehnten einen Namen gemacht. Zu den herausragenden Missionen zählen die deutschen Spacelab-Missionen, D1 und D2, mit dem amerikanischen Space Shuttle sowie Flüge deutscher Kosmonauten zur Mir und deren Experimente auf der russischen Raumstation. Das neue Columbus-Kontrollzentrum wurde am 19. Oktober 2004 eröffnet und war erstmals beim einwöchigen Flug des italienischen ESA-Astronauten Roberto Vittori im April 2005 zur ISS an einer Mission beteiligt. Auch beim Langzeitflug des deutschen ESA-Astronauten Thomas Reiter 2006 im Rahmen der Astrolab-Mission übernahm das Columbus-Kontrollzentrum wichtige Aufgaben, ebenso bei Alexander Gersts Mission "Blue Dot" 2014.

Von 2008 bis 2015 war das Columbus-Kontrollzentrum ebenfalls an den Missionen des unbemannten europäischen Raumtransporters ATV zur ISS beteiligt. Dieser versorgte die Raumstation unter anderem mit Lebensmitteln, Wasser, Treibstoff und Sauerstoff und brachte wissenschaftliche Experimente an Bord der ISS. Das Columbus-Kontrollzentrum stellte hierfür die Kommunikations-Infrastruktur zwischen den Kontrollzentren in Toulouse, Houston und Moskau während des gesamten ATV-Betriebs im Orbit zur Verfügung.

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