Ablauf der Landung von MASCOT auf Ryugu

Anflug von MASCOT auf Ryugu und der Weg über die Oberfläche
Anflug von MASCOT auf Ryugu und der Weg über die Oberfläche
Bild 1/3, Credit: JAXA/U Tokyo/Kochi U/Rikkyo U/Nagoya U/ Chiba Inst Tech/Meiji U/U Aizu/AIST.

Anflug von MASCOT auf Ryugu und der Weg über die Oberfläche

Nach dem Herausschieben von MASCOT aus der Ladebucht verfolgte das Aufnahmesystem ONC (Optical Navigation Camera) von Hayabusa2 mit seinen drei Kameras zunächst den Abstieg von MASCOT aus 51 Metern Höhe über dem Asteroiden Ryugu. Der Bildausschnitt ist nach Norden ausgerichtet, das gezeigte Gebiet befindet sich etwa bei 300 Grad östlicher Länge und 30 Grad südlicher Breite. Rechts unten ist der Schatten von Hayabusa2 zu sehen, zum Zeitpunkt der Separation war es etwa Mittag auf Ryugu und die Sonne stand hinter Hayabusa2 – der Schatten ist etwa sechs Meter mal viereinhalb Meter groß.
Die markierten Punkte geben die Zeitpunkte an, zu denen Hayabusa2 Aufnahmen von MASCOT gemacht hat. Die Zeitangaben sind in UTC (koordinierte Weltzeit , MESZ minus zwei Stunden), die erste Aufnahme erfolgte 01 Uhr 59 und 40 Sekunden UTC (03:59:40 MESZ). Die gelbe Linie markiert die Positionen, an denen MASCOT noch im Abstieg auf Ryugu war und in den ONC-Fotos identifiziert werden konnte. Die blaue Linie unter der gelben Linie ist die Projektion dieser Positionen auf die Asteroidenoberfläche – MASCOT legte also eine geradlinige Flugroute zurück und berührte etwa um 02 Uhr 23 und 24 Sekunden UTC auf einem großen kantigen Block den Boden. Von dort hüpfte der Asteroidenlander entlang der gekrümmten horizontalen Linie in Richtung Ostnordost und wurde auch dann immer wieder von der ONC festgehalten. Etwa um 02 Uhr 14 Minuten und 04 Sekunden UTC fand MASCOT seinen ersten Ruheplatz. Hayabusa2 stieg inzwischen wieder auf einen höheren Beobachtungsplatz über Ryugu auf, so dass es wegen der geringeren Bildauflösung schwieriger wurde, MASCOT in den Bildern zu identifizieren. Am zweiten Asteroidentag wurde MASCOTs Bewegungsmechanismus aktiviert und auf einem weiteren Foto ist der Lander am 4. Oktober um 00 Uhr 55 Minuten und 09 Sekunden UTC zu sehen.
Schatten von MASCOT über Ryugu während des Abstiegs
Schatten von MASCOT über Ryugu während des Abstiegs
Bild 2/3, Credit: MASCOT/DLR/JAXA.

Schatten von MASCOT über Ryugu während des Abstiegs

Die DLR-Kamera MASCAM auf MASCOT machte diese Aufnahme während des Abstiegs zum Asteroiden Ryugu dreieinhalb Minuten nach dem Abkoppeln von der Muttersonde Hayabusa2. Oben rechts ist der Schatten von MASCOT zu erkennen, während sich die Landesonde rund 20 Meter über der Oberfläche befindet.
MASCOT sinkt auf den Asteroiden
MASCOT sinkt auf den Asteroiden
Bild 3/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

MASCOT sinkt auf den Asteroiden

Die Künstlerische Darstellung zeigt MASCOT während des Landevorgangs.

Am 3. Oktober 2018 um 3.58 Uhr (MESZ) wurde MASCOT von der japanischen Raumsonde Hayabusa2 getrennt und setzte 20 Minuten später auf Ryugu auf. Über 17 Stunden war MASCOT in Betrieb und sammelte Daten von der Asteroidenoberfläche.

MASCOTs 17 Stunden und 7 Minuten auf Ryugu
03:57:21 UhrMASCOT wird in einer Höhe von 51 Metern über Ryugu von einem Bolzen hinter einer Abstoßplatte aus seiner Ladebucht in der Raumsonde Hayabusa2 mit zirka 4 Zentimetern pro Sekunde geschoben und schwebt antriebslos und ohne Kontrolle der Bodenstationen auf Ryugu zu.
04:03 UhrNach zirka 6 Minuten hat MASCOT mit einem etwa 3 bis 4 Meter großen Steinblock einen ersten Bodenkontakt mit Ryugu. Die Optical Navigation Camera (ONC) von Hayabusa2 hält den Ablauf in hochauflösenden Bildern fest. Gleichzeitig nimmt die DLR-Kamera MASCAM den Asteroiden während des Abstiegs in 20 Bilder auf. Das festgelegte Landegebiet MA9 (= "Alice’s Wunderland") wird genau getroffen und befindet sich etwa bei 300 Grad östlicher Länge und 30 Grad südlicher Breite.
um ca. 04:34 Uhr am 1. StandortNach weiteren ca. 31 Minuten und mehreren Bodenkontakten hat MASCOT seine erste Ruheposition erreicht. Auf dem Asteroiden herrscht an der Landestelle Tag und die Surface Messungen starten.
ca. 06:30 UhrIm DLR-Kontrollzentrum in Köln wird erkannt, dass MASCOT auf dem Rücken liegt und so seine geplanten Experimente nicht durchführen kann. Alle Systeme und Experimente arbeiten wie vorgesehen.
ca. 09:20 UhrVon der Erde wird außerplanmäßig ein Kommando an Hayabusa2 und von dort zu MASCOT gesendet, den Schwungarm zu aktivieren, um den Lander in seine für die Experimente vorgesehene Position zu drehen. Die Laufzeit zur etwa 300 Millionen Kilometer entfernten Mission beträgt ungefähr 18 Minuten für die einfache Strecke.
ca. 09:52 Uhr:MASCOT hat seinen ersten Tag-und-Nacht-Zyklus hinter sich. Der zweite Tag auf Ryugu beginnt.
um ca. 10:30 Uhr am 2. StandortDas Manöver hat das gewünschte Ergebnis gebracht. MASCOT liegt in der richtigen Lage, ist nun einsatzfähig und beginnt automatisch wieder seine vier Experimente durchzuführen.
ca. 12:51 UhrDie zweite Tageslichtphase auf Ryugu geht langsam zu Ende und MASCOT rotiert mit Ryugu in seine zweite Nacht.
ca. 17:28 UhrFür MASCOT beginnt der dritte Tag auf Ryugu.
um ca. 18:29 Uhr am 3. StandortMASCOT führt erfolgreich einen "Mini-Move" aus. Dieses Manöver wurde vom Operationsteam in Köln kommandiert, um die Lage der Sensoren der Experimente zu optimieren. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen erfolgen.
um ca. 20:04 Uhr am 4. StandortDer letzte Sprung wurde an MASCOT kommandiert und der Lander begibt sich in die "End of Life"-Phase. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen werden durchgeführt.

21:04 Uhr
Es naht das Ende des dritten Tages für MASCOT auf Ryugu. Inzwischen sind mehr als 16 Stunden vergangen - die erwartete maximale Laufzeit der Batterie in MASCOT. Entgegen der Berechnungen liefert die Batterie immer noch etwas Strom bevor der Kontakt mit MASCOT durch den Eintritt eines Funkschattens und die bevorstehende Nacht abbricht. Statt 16 Stunden konnten die Experimente 17 Stunden und 7 Minuten lang arbeiten.

Kontakt
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    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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    Telefon: +49 421 24420-1171
    Robert-Hooke-Str. 7
    28359 Bremen
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    Freie Universität Berlin
    Institut für Geologische Wissenschaften
    Planetologie und Fernerkundung
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    Malteserstr. 74-100
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    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Media|Relations
    Telefon: +49 2203 601-3959
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    51147 Köln
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  • Christian Krause
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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    Telefon: +49 2203 601-3048

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