DLR-Parabelflug - Schwerelos für 22 Sekunden

Der neue A310 ZERO-G
Der neue A310 ZERO-G
Bild 1/1, Quelle: DLR/ESA/CNES/Novespace

Der neue A310 ZERO-G

Seit dem Frühjahr 2015 kommt der A310 ZERO-G der französischen Firma Novespace bei den DLR Parabelflügen zum Einsatz.

Forschung in Schwerelosigkeit - Schwerelos forschen

Die beiden deutschen Wissenschaftler Fritz und Heinz Haber veröffentlichten in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts als Erste eine Abhandlung darüber, dass Parabelflüge mit Flugzeugen für wissenschaftliche Zwecke in der Forschung in Schwerelosigkeit genutzt werden können. Anfangs wurden besonders Astronauten für ihren Aufenthalt in Schwerelosigkeit trainiert.

Seitdem werden Parabelflüge für wissenschaftliche Experimente in Schwerelosigkeit (Mikrogravitation) und zum Testen von Raumfahrttechniken eingesetzt. Bis zum Jahr 2014 hat das DLR Raumfahrtmanagement die Parabelflug-Kampagnen mit einem Airbus A300 ZERO-G vom Flughafen Bordeaux-Mérignac in Frankreich oder vom Flughafen Köln-Bonn aus durchgeführt. Seit dem Frühjahr 2015 kommt der A310 ZERO-G zum Einsatz. Genutzt wird die von der französischen Firma Novespace angebotene Fluggelegenheit jeweils ein- bis zweimal jährlich vom DLR Raumfahrtmanagement, von der Europäischen Weltraumorganisation ESA und von der französischen Raumfahrtagentur CNES.

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Quelle: DLR.

Eine DLR-Parabelflugkampagne besteht in der Regel aus drei Flugtagen zu je vier Flugstunden, an denen jeweils 31 Parabeln geflogen werden. Dabei steigt das Flugzeug aus dem horizontalen Flug steil nach oben, drosselt die Schubkraft der Turbinen und fliegt dabei eine Parabel, bei der für etwa 22 Sekunden Schwerelosigkeit herrscht. Insgesamt stehen so bei einer Flugkampagne etwa 35 Minuten Schwerelosigkeit - im Wechsel mit normaler und doppelter Erdbeschleunigung - zur Verfügung, die Forscher für ihre Experimente nutzen können. Bis zu 40 Wissenschaftler können an einem Flug teilnehmen, bei dem sich im Normalfall zwölf bis 13 Experimente an Bord befinden.

Die besonderen Vorteile der Parabelflüge sind:

  • Die Wissenschaftler und Ingenieure können ihre normalen Laborgeräte verwenden und eigenhändig in geeignete Halterungen einbauen sowie die Experimente an Bord selbst durchführen und steuern
  • Die Parabelflüge finden regelmäßig und zu kalkulierbaren und verlässlichen Terminen statt
  • Pro Kampagne gibt es mehrere Flugtage, Wiederflüge auf nachfolgenden Kampagnen sind in kurzen Abständen möglich. Dadurch können Versuchsserien in überschaubarem Zeitraum durchgeführt werden
  • Schneller Zugang: Die Vorbereitungszeit umfasst sechs bis zwölf Monate

Forschung in reduzierter Schwerkraft: Mond und Mars- Parabeln

Durch geeignete Flugmanöver können mit dem Airbus A310 ZERO-G auch Beschleunigungen, wie sie auf dem Mond (0,16 g) oder dem Mars (0,38 g) herrschen, erzielt werden. Dies kann zur Beantwortung spezieller wissenschaftlicher Fragen wichtig sein. Diese sogenannten Partial-G-Parabelflüge werden je nach Bedarf von den drei Raumfahrtagenturen ESA, CNES und DLR gemeinsam veranstaltet.

Kontakt
  • Dr. Katrin Stang
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Raumfahrtmanagement
    Forschung unter Weltraumbedingungen
    Telefon: +49 228 447-270
    Telefax: +49 228 447-735
    Königswinterer Str.  522-524
    53227 Bonn
    Kontaktieren
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