Apol­lo 11: Rei­se­ziel Ma­re Tran­qui­li­ta­tis - 1. Mond­lan­dung

Neil Armstrong an der Mondfähre "Eagle"
Neil Arm­strong an der Mond­fäh­re "Ea­gle"
Bild 1/5, Credit: NASA

Neil Armstrong an der Mondfähre "Eagle"

Neil Arm­strong steht am 21. Ju­li 1969 an der Mond­fäh­re "Ea­gle" auf der Mond­ober­flä­che.
Buzz Aldrin im Meer der Ruhe
Buzz Aldrin im Meer der Ru­he
Bild 2/5, Credit: NASA

Buzz Aldrin im Meer der Ruhe

In sei­nem Vi­sier spie­geln sich Neil Arm­strong und die Mond­fäh­re "Ea­gle".
Neil Armstrong, erster Mensch auf dem Mond
Neil Arm­strong, ers­ter Mensch auf dem Mond
Bild 3/5, Credit: NASA

Neil Armstrong, erster Mensch auf dem Mond

Neil Arm­strong an Bord der Mond­fäh­re "Ea­gle" nach sei­nem his­to­ri­schen Mond­spa­zier­gang. Die Wor­te "Das ist ein klei­ner Schritt für ei­nen Men­schen, aber ein ge­wal­ti­ger Sprung für die Mensch­heit" mach­ten Neil Arm­strong zu ei­ner Be­rühmt­heit.
Apollo 11: Mondfähre Eagle auf dem Mond
Apol­lo 11: Mond­fäh­re Ea­gle auf dem Mond
Bild 4/5, Credit: NASA

Apollo 11: Mondfähre Eagle auf dem Mond

Neil Arm­strong und Buzz Aldrin ver­brach­ten zwei­ein­halb Stun­den auf dem Mond. Der Aus­stieg der Astro­nau­ten, ih­re We­ge und der Funk­ver­kehr mit dem Kon­troll­zen­trum in Hou­ston wur­den li­ve zur Er­de über­tra­gen. Über 600 Mil­lio­nen Men­schen sa­hen die ers­ten Schrit­te von Men­schen auf dem Mond. Als ers­tes nahm Arm­strong ei­ne Bo­den­pro­be auf, die er in sei­nem An­zug ver­stau­te - da­mit bei ei­nem Not­fall und Blitz­start zu­rück zur Kom­man­do­kap­sel et­was Mond­ge­stein für die Wis­sen­schaft­ler auf die Er­de ge­bracht wür­de. An­schlie­ßend wur­den Ex­pe­ri­men­te auf­ge­baut, die in der La­de­bucht der Ea­gle ver­staut wa­ren. Na­tür­lich wur­de auch die ame­ri­ka­ni­sche Fah­ne in den Mond­bo­den ge­steckt
Spuren auf dem Mond
Spu­ren auf dem Mond
Bild 5/5, Credit: NASA, Scan: JSC

Spuren auf dem Mond

Buzz Aldrins Fuß­ab­druck auf dem Mond. Auf die­se Wei­se woll­te er die Be­schaf­fen­heit des Mond­staubs do­ku­men­tie­ren, der fein wie Pu­der ist.

Crew und Raumschiff

Bereits im Jahr 1965 begannen konkrete Planungen für Apollo 11, der ersten 'G-Mission' im Apollo-Programm. Ihr Ziel war die erste Landung von Menschen auf dem Mond - noch "vor Ende des Jahrzehnts", wie es der Vorgabe des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy entsprach, "und ihre sichere Rückkehr zur Erde!" Erst 1967 reifte der Entschluss, von der dreiköpfigen Crew nicht nur einen, sondern zwei Astronauten aus der Mondfähre auf die Mondoberfläche aussteigen zu lassen. Im Januar 1969 stellte die NASA die drei Astronauten vor, mit denen die erste Mondlandung durchgeführt werden sollte. Die Auswahl der Besatzung erfolgte nach dem bisher angewandten Rotationsprinzip im Apollo-Programm: Die Ersatzcrew eines vorangegangenen Fluges musste zwei Flüge aussetzen, ehe sie selbst für einen Flug nominiert wurde. Folglich würde die Reservemannschaft von Apollo 8 - Neil Armstrong, Edwin 'Buzz' Aldrin und Fred Haise - die Crew von Apollo 11 stellen. Neil Armstrong, der Kommandant von Apollo 11, erwirkte jedoch, dass Michael Collins an Stelle von Haise fliegen sollte, weil Collins wegen eines medizinischen Eingriffs bei Apollo 8 aus der Ersatzcrew rutschte. Neil Armstrong war beim Start 39 Jahre alt, er wuchs in Ohio auf. Vor seiner Karriere als Astronaut war er Marineflieger und ziviler Testpilot; er verstarb am 25. August 2012. Buzz Aldrin war genauso alt und stammt aus New Jersey, diente ebenfalls in den Streitkräften und war zeitweise auch in Deutschland stationiert. Sein Studium der Raumfahrttechnik schloss er mit einer Doktorarbeit über Andockmanöver im All ab, was ihm den Spitznamen 'Dr. Rendezvous' einbrachte. Auch Michael Collins wurde 1930 geboren und flog in der US-Luftwaffe Kampfjets, ehe er Astronaut wurde.

Die Konfiguration von Trägerrakete und Raumschiff war nahezu identisch zu der von Apollo 10. Die für den Start vorgesehene Saturn V trug die Seriennummer AS-506. Das Rufzeichen der Kommandokapsel lautete 'Columbia', für die Mondfähre wurde das amerikanische Wappentier, der Name 'Eagle' gewählt: Dabei trägt der im Missionsemblem abgebildete Adler in den Klauen einen Olivenzweig, zum Zeichen dafür, dass die USA in friedlicher Absicht zum Mond fliegen. Ursprünglich wollte die NASA für die erste Landung auf dem Mond zur Einsparung von Gewicht keine wissenschaftlichen Experimente mitnehmen. Auf Anraten der beratenden Wissenschaftler integrierte die NASA jedoch noch ein kleines Set an Instrumenten, das EASEP (Early Apollo Scientific Experiment Package).

Missionsverlauf

Am 14. April 1969 war der Zusammenbau der einzelnen Komponenten von Trägerrakete, Raumschiff und Mondfähre abgeschlossen, und bereits am 6. Juni stand die Saturn V flugbereit auf ihrer Startrampe in Cape Canaveral; mit Treibstoff wog die Rakete fast dreitausend Tonnen. Die drei Bestandteile von Apollo 11 wogen, zusammen mit dem Treibstoff für die Flugmanöver auf dem Weg zum Mond, für die Mondlandung, die Rückkehr der Mondfähre zur Kommandokapsel und für die Heimkehr zur Erde, über 43 Tonnen. Heute gibt es keine Trägerrakete mehr, die eine solch schwere Last von der Erde ins Weltall befördern könnte.

Am 16. Juli 1969 um 9:32 Uhr Ortszeit erfolgte bei optimalen Wetterbedingungen der Start von Apollo 11. Nach zwölf Minuten erreichte Apollo 11 den Erdorbit. Anderthalb Erdumkreisungen später wurde die dritte Stufe gezündet, die das Raumschiff auf die Transferbahn zum Mond brachte. Nach knapp dreieinhalb Stunden wurde die Mondfähre an die Kommandokapsel angekoppelt. Ohne Probleme erreichte die Mission am 19. Juli den Mond. Dort schwenkte das Gespann mit einem Bremsmanöver durch Zünden der Triebwerke in eine Umlaufbahn ein. Am 20. Juli stiegen Armstrong und Aldrin in die Mondfähre, führten Tests durch, koppelten die Landeeinheit von der Kommandokapsel ab und begannen mit dem Abstieg zum Mond.

Die Astronauten bemerkten, dass sie die Orientierungspunkte auf der Mondoberfläche etwa sechs Sekunden zu früh passierten und wussten dadurch, dass sie über den angepeilten Landeplatz hinwegfliegen würden. Fünf Minuten nach dem Abtrennen und 1800 Meter über der Oberfläche gab es einen ersten Programmalarm mit der Nummer 1202, weil der Bordcomputer die Fülle der gemessenen Daten nicht mehr verarbeiten konnte. Als Armstrong sah, dass die programmierte Flugroute zu einer gefährlichen Landung in einem von Felsen übersäten Krater führen würde, stieg er auf halbautomatische Handsteuerung um, flog über den Krater hinweg und landete die Mondfähre um 21:17:40 Uhr MEZ auf einer ebenen Stelle - mit einem Rest an Treibstoff, der nur noch für etwa 45 Sekunden gereicht hätte. Der Astronaut Charlie Duke war in der Missionskontrolle zuständig für den Funksprechverkehr und wartete auf ein Lebenszeichen. Nach Abstellen der Triebwerke funkte Armstrong sofort zur Erde: "Houston, hier Tranquillity Basis: Der Adler ist gelandet!" Nach wenigen Sekunden die Antwort: "Roger, Tranquillity, wir bestätigen hier unten. Hier wurden schon ein paar Leute blau im Gesicht - aber jetzt atmen sie wieder! Vielen Dank!"

Auf dem Mond

Die Landestelle befand sich im Westen des Mare Tranquillitatis, dem 'Meer der Stille', nahe dem Mondäquator. Die NASA entschied sich für dieses Gebiet, weil es eben und weitflächig war. Der Osten der Mondvorderseite erschien günstiger, weil dort aus Sicht der Erde der Sonnenaufgang an einem Mond-Tag früher erfolgt und man vom Missionsablauf flexibler wäre. Von Osten anfliegend würde zudem die Orientierung mit der tief stehenden Sonne im Rücken leichter fallen. Neil Armstrong und Buzz Aldrin trafen nach der Landung zunächst alle Vorbereitungen für einen Notfall-Start, falls sie die Mission abbrechen müssten. Alle zwei Stunden konnte der Start zu einem Rendezvous mit dem von Michael Collins gesteuerten Raumschiff in der Mondumlaufbahn erfolgen. Dann schilderten Armstrong und Aldrin, was sie beim Blick durch die kleinen Fenster in der Umgebung der Mondfähre sahen. Schließlich öffnete Neil Armstrong sechseinhalb Stunden nach der Landung die Luke.

In den USA war es noch der Abend des 20. Juli, in Deutschland bereits der 21. Juli. Eine Kamera an der Außenwand filmte das epochale Ereignis, das live zur Erde und in alle Welt übertragen wurde. Armstrong stieg die Stufen der Leiter hinab. Vom Landeteller der Mondfähre setzte er um 3:56 und 20 Sekunden MEZ als erster Mensch seinen Fuß auf einen fremden Himmelskörper, den Mond, und sprach die berühmten Worte: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen - aber ein großer Sprung für die Menschheit!"

Buzz Aldrin folgte 18 Minuten später. Schon mit den ersten Schritten auf dem Mond wurden kleine Steine eingesammelt. Dann wurde ein Gestell mit einer Aluminiumfolie aufgestellt, mit der energiereiche Teilchen des Sonnenwindes eingefangen wurden, um sie mit der Folie zur Erde zu bringen. Danach wurde die Flagge der USA in den Mondboden gesteckt. Anschließend installierten die Astronauten die mitgeführten Instrumente: Ein Seismometer zur Messung von Mondbeben, Experimente zur Untersuchung des Mondbodens und ein Laser-Reflektor, der auf der Mondoberfläche verblieb, um mit Laserstrahlen von der Erde die Entfernung zwischen den beiden Himmelskörpern zu messen. Während der knapp zweieinhalb Stunden außerhalb der Mondfähre sammelten die Astronauten 21 Kilogramm Mondproben ein. Nach 21 Stunden und 36 Minuten auf dem Mond gelang der Start zurück zur Columbia reibungslos. Nach dem Ankoppeln an das Raumschiff erfolgte der Rückflug zur Erde. Die Kommandokapsel wasserte sicher am 24. Juli 1969 im Pazifischen Ozean.

Ergebnisse

Das bedeutendste Ergebnis der ersten Mondlandung war die Tatsache, dass es gemäß der Vorgabe von John F. Kennedy in nicht einmal einem Jahrzehnt gelungen war, "Menschen auf dem Mond zu landen und sie sicher zur Erde zurück zu bringen". Das von Erfolg gekrönte Projekt Apollo, das die Ingenieure und Wissenschaftler vollbracht haben, ist eine der größten Leistungen der Menschheitsgeschichte. In den Zeiten des Kalten Kriegs, dem Wettstreit der politischen Systeme des Westens mit der damaligen Sowjetunion, wurde diese Leistung der NASA vor allem als politischer Triumph interpretiert. Mit Apollo 11 hatten die USA die Führung nicht nur in der Raumfahrt gefestigt, sie standen fortan an der Spitze vieler technischer Entwicklungen. Apollo hatte langfristig auch eine philosophische Dimension: Erstmals ist es dem Menschen gelungen, einen anderen Himmelskörper zu betreten. Die Kosten des gesamten Apollo-Programms waren enorm und betrugen offiziell 23,4 Milliarden Dollar. Langfristig profitierten die USA durch Apollo von einer Verbesserung der naturwissenschaftlichen und technischen Ausbildung in diesen Jahren.

Zunächst noch nicht so klar war die wissenschaftliche Ausbeute. Doch schon der kurze Aufenthalt von Apollo 11 auf dem Mond stieß eine Tür zu völlig neuen Erkenntnissen über das Sonnensystem auf. Zum ersten Mal wurden auf einem fremden Himmelskörper Gesteinsproben mit bekannter Herkunft gesammelt; extraterrestrisches Material war bisher nur in Form von Meteoriten vorhanden. Die Analyse der Gesteine zeigte, dass der Mond und also auch die Erde sehr alt sind, etwa viereinhalb Milliarden Jahre.

Am wichtigsten war die Erkenntnis, dass sich der Mond nicht 'kalt' gebildet hat, sondern 'heiß', also anfangs von einem glühend heißen Magmaozean bedeckt war - und dass dies auch für die Erde gelten musste. Apollo 11 landete auf einer Ebene aus Basalt, einem erstarrten, dünnflüssigen Vulkangestein, das es auch auf der Erde häufig gibt. Gleichzeitig zeigen Proben, die aus kleinen Gesteinstrümmern zusammengebacken sind, dass unzählige Einschläge von kleinen Körpern des Sonnensystems die Oberfläche des Mondes verändert und ihr das heutige Antlitz gegeben haben. Ziemlich sicher war man sich auch bald, dass es auf dem Mond kein Leben und keine Organismen gab - obwohl man sogar hierfür Vorsorge traf und die drei amerikanischen Helden für 17 Tage in einen Container steckte und sie einer scharfen Quarantäne unterzog. Das Ergebnis war negativ.

Diese Texte entstanden in Zusammenarbeit des DLR-Instituts für Planetenforschung mit dem Raumfahrtexperten Gerhard Daum für die Ausstellung "Apollo and Beyond" im Technik Museum Speyer. Hier ist unter anderem die Geschichte des Projekts Apollo ausführlich in Wort und Bild dargestellt. Außerdem sind in einer Mondlandschaft Modelle in Originalgröße der Apollo-11-Mondfähre "Eagle", des Mondautos von Apollo 15 und eines Apollo-Weltraumanzugs für die Mondexkursionen sowie ein 3,4 Milliarden Jahre alter Stein von der Apollo-15-Landestelle zu sehen.

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