Apollo 7 bis 10: Schritt für Schritt zum Mond

Die Erde während der ersten Mondumkreisung
Die Erde während der ersten Mondumkreisung
Bild 1/5, Credit: NASA

Die Erde während der ersten Mondumkreisung

Dieses Foto, aufgenommen während der Apollo 8-Mission, wurde zum Symbol für die Verletzlichkeit unseres Heimatplaneten.
Die Besatzung der Apollo 7-Mission
Die Besatzung der Apollo 7-Mission
Bild 2/5, Credit: NASA

Die Besatzung der Apollo 7-Mission

Von links: Donn Eisele, Pilot der Kommandokapsel, Walter 'Wally' Schirra, Kommandant und Walter Cunningham, Pilot der Mondfähre.
Start der Mission Apollo 7
Start der Mission Apollo 7
Bild 3/5, Credit: NASA

Start der Mission Apollo 7

Am 11. Oktober 1968 um 16:02 Uhr MEZ hob die Saturn IB vom Startkomplex 34 des Kennedy Space Centers. An Bord des Raumschiffs waren Walter M. Schirra Jr., Kommandant, Donn F. Eisele, Pilot der Kommandokapsel, und Walter Cunningham, Pilot der Mondfähre.
Apollo 9: Erster Test der Mondfähre im Erdorbit
Apollo 9: Erster Test der Mondfähre im Erdorbit
Bild 4/5, Credit: NASA, Scan: Ed Hengeveld

Apollo 9: Erster Test der Mondfähre im Erdorbit

Die Mondfähre war noch nicht fertig entwickelt, als 1968 der erste Apollo-Testflug mit der Saturn V stattfinden sollte. Die NASA verschob den Test auf März 1969. Mit Apollo 9 wurden das Herausziehen der Mondlandefähre mit der Kommandokapsel aus der Saturn-Oberstufe und das Umsteigen in die Fähre geübt. Besonders kritisch war das erstmalige Abtrennen deer Mondfähre. James McDivitt und Russell Schweickart entfernten sich 183 Kilometer vom Mutterschiff, trennten die Abstiegsstufe ab, zündeten die Triebwerke der Aufsstiegsstufe und dockten nach vier Stunden wieder an die Apollo-Kapsel an. Das Bild zeigt David Scott in der Luke des Apollo-Raumschiffs.
'Snoopy' vor dem Andocken an 'Charlie Brown'
'Snoopy' vor dem Andocken an 'Charlie Brown'
Bild 5/5, Credit: NASA

'Snoopy' vor dem Andocken an 'Charlie Brown'

Kommandokapsel ('Snoopy') und Mondfähre ('Charlie Brown') während Apollo 10: Am 22. Mai 1969 trennten sich Stafford und Cernan mit der Mondfähre von der Kommandokapsel und stiegen bis auf eine Höhe von 14,5 Kilometern über die Oberfläche ab.

Apollo 7: Testflug Apollo Raumschiff im Erdorbit

Am 11. Oktober 1968 um 16:02 Uhr MEZ, siebeneinhalb Jahre nach der Rede des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy vor dem US-Kongress, in der das Vorhaben einer Mondlandung verkündet wurde, begann mit einer Saturn IB-Trägerrakete die erste bemannte Apollo-Mission. Ziel dieser 'C-Mission' im Apollo-Programm war es, die Leistungsfähigkeit von Kommandokapsel und Serviceeinheit sowie deren Tauglichkeit für die Crew zu demonstrieren. Ebenso sollten die Besatzung, das Raumschiff und die Einrichtungen am Boden während einer bemannten Apollo-Mission getestet werden. Schließlich sollte die Rendezvousfähigkeit von Kommandokapsel und Serviceeinheit unter Beweis gestellt werden. Wie bei den späteren Mondflügen bestand die Besatzung - erstmals - aus drei Astronauten. Kommandant war der erfahrene Walter 'Wally' Schirra, der mit Mercury VIII und Gemini VI-A schon Weltraumerfahrung vorweisen konnte. Die Piloten der Mondfähre und der Kommandokapsel, Walter Cunningham und Donn Eisele, waren zuvor noch nicht im All gewesen. Während der elftägigen Mission funktionierten fast alle Systeme im Raumschiff wie erhofft. Das Antriebssystem, das später die Kommandokapsel zunächst in einen Mondorbit und später wieder aus ihm heraus bringen würde, arbeitete bei allen acht Testzündungen perfekt. Das Entkoppeln des Apollo-Raumschiffs von der zweiten Raketenstufe sowie einige Rendezvous-Manöver mit dieser Stufe klappten einwandfrei: Einzig die Stimmung an Bord war angespannt, weil sich Schirra früh einen Schnupfen einfing und seine beiden Kameraden ansteckte; in der Schwerelosigkeit des Alls hat ein Schnupfen unangenehme Begleiterscheinungen. Apollo 7 absolvierte 163 Erdumrundungen. Es war die erste Mission mit einer Live-Fernsehübertragung aus der Umlaufbahn. Millionen von Menschen erhielten so erste Einblicke in den Weltraum. Das Verlassen der Umlaufbahn, der kritische Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und das Ende der Mission am 22. Oktober 1968 um 12:11 Uhr MEZ südöstlich der Bermuda-Inseln bildeten ein perfektes Finale.

Apollo 8: Erster bemannter Flug zum Mond

Schlag auf Schlag ging es noch 1968 weiter: Die nächste Mission sollte bereits zwei Monate nach Apollo 7 abheben. Apollo 8 war ein Paukenschlag, mit dem die USA endgültig die Führung beim ‚Wettrennen‘ im Weltraum übernahmen. Zum ersten Mal überwanden Menschen die Anziehungskraft der Erde endgültig und flogen zu einem anderen Himmelskörper, dem Mond. Die Besatzung bestand aus Frank Borman (Kommandant), James Lovell (Pilot der Kommandokapsel), und William Anders (Pilot der Mondfähre). Allerdings wagte die NASA mit Apollo 8 den 'übernächsten' Schritt vor dem, aus technischer Sicht, logischen nächsten: Die Entwicklung der Mondfähre war nämlich noch nicht abgeschlossen, deshalb konnten die An- und Abkopplungsmanöver noch nicht in der Erdumlaufbahn getestet werden. Folglich zog die NASA mit Apollo 8 eine erste Mission zum Mond vor. Außerdem wollten die USA Tatsachen schaffen und verhindern, dass dieser psychologisch wichtige Erfolg an die UdSSR fiel, über deren Fortschritte Unsicherheit bestand. Am 21. Dezember 1968 um 7:51 Uhr Ortszeit erfolgte zum ersten Mal ein bemannter Start mit einer Saturn V-Rakete, der 'eigentlichen' Mondrakete. Erstmals wurde ein Apollo-Raumschiff mit der dritten Stufe aus der Erdumlaufbahn in eine Bahn zum Mond geschossen. Dabei durchquerte Apollo 8 in 24.000 Kilometern Entfernung den Van Allen-Strahlungsgürtel. Die Auswirkungen wurden zwar theoretisch vorhergesagt; um sicher zu gehen, trugen die Astronauten jedoch Messgeräte: Es stellte sich heraus, dass die Dosis im Innern der Kapsel normale Belastungen nicht überschritt. Nach 69 Stunden erreichte Apollo 8 am 24. Dezember den Mond, zündete die Triebwerke und befand sich in einer Umlaufbahn. Als die Crew am Heiligabend aus dem Buch Genesis die biblische Schöpfungsgeschichte vorlas und auf der Erde Millionen Menschen die Funkübertragung verfolgten, wurden sie Zeuge eines der bewegendsten Momente der Raumfahrtgeschichte. Nach 20 Stunden und zehn Mondumrundungen machte sich Apollo 8 auf den Rückweg zur Erde und wasserte am 27. Dezember 1968 sicher im nördlichen Pazifik - ein großartiger Erfolg!

Apollo 9: Testflug der Mondfähre im Erdorbit

Zu Beginn des Jahres 1969 würde zum ersten Mal ein Flug mit einer Mondfähre durchgeführt werden müssen, um das von John F. Kennedy vorgegebene Ziel "vor Ende des Jahrzehnts" auf dem Mond zu landen noch erreichen zu können. Das wichtigste Ziel der Mission Apollo 9 war es folglich, zu zeigen, dass die Rendezvous-Manöver der Mondfähre mit der Kommandokapsel und dem Servicemodul unter realistischen Bedingungen sicher und zuverlässig durchgeführt werden können. Am 3. März 1969 starteten James McDivitt (Kommandant), David Scott (Pilot der Kommandokapsel) und Russell 'Rusty' Schweickart (Pilot der Mondfähre) um Punkt 11 Uhr Ortszeit von Cape Canaveral zu ihrer Mission. Aufstieg und Einschuss in die Erdumlaufbahn erfolgten nach Plan. Das erste ernsthafte Manöver war das Andocken der Kommandokapsel an die Mondfähre und die Trennung von der dritten Stufe der Saturn V. Die nächste Aufgabe war die Trennung der beiden Raumschiffe, und diese später aus verschiedenen Umlaufbahnen wieder zusammenzubringen. Mit Hilfe von computer- und radargestützten Systemen gelang McDivitt mit der Mondfähre das Rendezvous. Auch die ersten Tests der Triebwerke für den Auf- und Abstieg der Mondfähre verliefen erfolgreich. Um den Funkverkehr zu vereinfachen, bekamen die Kommandokapsel und die Mondfähre Spitznamen: Gumdrop (Gummidrops) und Spider (Spinne, wegen der spinnenartigen Beine der Landestufe). Zum ersten Mal wurde bei einer Apollo-Mission auch ein Außenbordeinsatz durchgeführt, um die Tauglichkeit der für die Mondlandung vorgesehenen Raumanzüge und der Versorgungsrucksäcke zu prüfen. Auch dieser Test verlief wie gewünscht, dabei erledigte Russell Schweickart einige kleinere Aufgaben außerhalb der Mondfähre. Bei weiteren Tests mit der Mondfähre entfernten sich McDivitt und Schweickart etwa 183 Kilometer von der Apollo-Kommandokapsel und flogen das vollständige, später für den Mondorbit vorgesehene Manöver. Nach einer zehntägigen Mission im Erdorbit landete die Crew am 13. März 1969 sicher im Atlantik. Das wichtigste Ergebnis: Die Mondfähre war erfolgreich qualifiziert für den Mondeinsatz.

Apollo 10: Testflug der Mondfähre im Mondorbit

Nach drei Apollo-Missionen war die NASA nun sehr zuversichtlich, dass die Landung auf dem Mond gelingen könnte. Es gab ernsthafte Diskussionen, auf einen weiteren Test in der Mondumlaufbahn zu verzichten, bei dem die mit Apollo 9 erfolgreich durchgeführten Rendezvous-Manöver nun 'vor Ort' wiederholt werden sollten. Am Ende wurde doch eine mehr auf Sicherheit bedachte Strategie gewählt und für das Frühjahr 1969 noch eine 'Generalprobe' angesetzt: Andernfalls hätte vielleicht der Kommandant von Apollo 10, Thomas Stafford, anstelle von Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond gesetzt. Dennoch gelang Stafford gemeinsam mit Eugene Cernan als Pilot der Mondfähre und John Young als Pilot der Kommandokapsel eine enorm wichtige Mission als letztlich unerlässliche Vorbereitung auf den letzten, großen Schritt zum Mond. Am 18. Mai 1969 um 11:49 Uhr Ortszeit startete mit Apollo 10 zum ersten Mal ein komplettes Gespann von Kommandokapsel, Servicemodul und Mondfähre zum Mond. Die Namensgebung für die Kommandokapsel und die Mondfähre nach beliebten Komikfiguren - Charlie Brown und Snoopy - sorgte in Kreisen der NASA-Führung und Politik für etwas Stirnrunzeln, demonstrierte aber auch das gewachsene Selbstbewusstsein im Astronautenkorps. Am Mond sollten die Leistungsfähigkeit der Kommandokapsel und der Serviceeinheit sowie der Besatzung und der Einrichtungen am Boden getestet werden - und natürlich die Tauglichkeit der Mondfähre im Mondumfeld. Am Mond wurden dann alle Flugphasen außer der tatsächlichen Mondlandung durchgeführt: Am 22. Mai trennten sich Stafford und Cernan mit der Mondfähre von der Kommandokapsel und stiegen bis auf eine Höhe von 14,5 Kilometern über die Oberfläche ab. Außer einer nicht geplanten schnellen Rotation beim Test des automatischen Abbruch-Steuerungssystems während des Wiederaufstiegs - ein Bedienfehler - klappten alle Tests einwandfrei. Die Mondfähre dockte acht Stunden nach der Trennung wieder an die Kommandokapsel an, und die Crew leitete den Rückflug zur Erde ein. Die Apollo 10-Kommandokapsel wasserte im Pazifik am 26. Mai 1969.

Diese Texte entstanden in Zusammenarbeit des DLR-Instituts für Planetenforschung mit dem Raumfahrtexperten Gerhard Daum für die Ausstellung "Apollo and Beyond" im Technik Museum Speyer. Hier ist unter anderem die Geschichte des Projekts Apollo ausführlich in Wort und Bild dargestellt. Außerdem sind in einer Mondlandschaft Modelle in Originalgröße der Apollo-11-Mondfähre "Eagle", des Mondautos von Apollo 15 und eines Apollo-Weltraumanzugs für die Mondexkursionen sowie ein 3,4 Milliarden Jahre alter Stein von der Apollo-15-Landestelle zu sehen.

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