25. März 2015

Schlüssel für die Informationsgesellschaft

Eröffnung der 4. Nationalen Konferenz Satellitenkommunikation in Deutschland
Bild 1/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Eröffnung der 4. Nationalen Konferenz Satellitenkommunikation in Deutschland

Eröffneten die Konferenz "Satellitenkommunikation in Deutschland - Schlüssel für die moderne Informationsgesellschaft" in Bonn (von links): Peter Schlote, Vorstand der Tesat-Spacecom GmbH & Co. KG, Dr. Wolfgang Scheremet, Abteilungsleiter Technologiepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Gerd Gruppe, Vorstand des DLR Raumfahrtmanagement und Holger H. Meinel, Senior Manager Daimler AG.
Teilnehmer der Konferenz "Satellitenkommunikation in Deutschland - Schlüssel für die moderne Informationsgesellschaft"
Bild 2/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Teilnehmer der Konferenz "Satellitenkommunikation in Deutschland - Schlüssel für die moderne Informationsgesellschaft"

Zum vierten Mal organisierte das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 25. und 26. März 2015 in Bonn die Konferenz "Satellitenkommunikation in Deutschland - Schlüssel für die moderne Informationsgesellschaft". Mit knapp 300 Teilnehmern, 20 Ausstellern und - zum ersten Mal - 18 Poster-Vorträgen von Nachwuchswissenschaftlern ist die Resonanz so gut wie nie zuvor.
Podiumsdiskussion zu Chancen für die moderne Informationsgesellschaft
Bild 3/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Podiumsdiskussion zu Chancen für die moderne Informationsgesellschaft

Neben zahlreichen Fach- und Kurzvorträgen stehen auch hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen auf dem Programm der 4. Nationalen Satellitenkommunikationskonferenz. So wurde am ersten Tag der Veranstaltung über die Chancen für die moderne Informationsgesellschaft debattiert.
Gewinner der Konferenz-Postersession
Bild 4/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Gewinner der Konferenz-Postersession

Gewinner der Postersession: Das Projekt MIMO (Multiple Input Multiple Output) zur Mehrfachnutzung von Antennenaperturen vom Institut für Informationstechnology der Universität der Bundeswehr München. MIMO bezeichnet in der Nachrichtentechnik die Nutzung mehrerer Sende- und Empfangsantennen zur drahtlosen Kommunikation. Dies ist die Grundlage für spezielle Codierungsverfahren, die nicht nur die zeitliche, sondern auch die räumliche Dimension zur Informationsübertragung nutzen (Space-Time Coding). MIMO-Systeme können wesentlich mehr Bit pro Sekunde und genutztem Hertz Bandbreite übertragen und haben somit eine höhere Effizienz. Mit dem MIMO-Prinzip wird die Link-Kapazität deutlich gesteigert, was für die Übertragung von hohen Datenraten von einem enormen Vorteil ist. Stellvertretend für das Team nimmt Dipl.-Ing. Kai-Uwe Storek die Gewinnurkunde entgegen.

300 Experten diskutieren in Bonn über Trends in der Satellitenkommunikation

Zum vierten Mal organisierte das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 25. und 26. März 2015 in Bonn die Konferenz "Satellitenkommunikation in Deutschland - Schlüssel für die moderne Informationsgesellschaft". Mit knapp 300 Teilnehmern, 20 Ausstellern und - zum ersten Mal - 18 Poster-Vorträgen von Nachwuchswissenschaftlern ist die Resonanz so groß wie nie zuvor. Dr. Gerd Gruppe, Vorstand des DLR-Raumfahrtmanagements, erklärt im Interview Sinn und Zweck der Konferenz.

Warum veranstaltet das DLR eine eigene Konferenz zum Thema "Satellitenkommunikation"?

Die Satellitenkommunikation ist ein großes Thema. Zudem haben uns die steigende Anzahl von Teilnehmern, die positiven Rückmeldungen und die Nachfragen bestärkt, die nationale Konferenz alle zwei Jahre auszurichten. Neben dem Hauptprogramm mit neun hochrangig besetzten Fachvorträgen, einer ebenso hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion und mehr als 60 Kurzvorträgen soll den Teilnehmern an den beiden Konferenztagen auch Zeit für Networking bleiben. Wir freuen uns sehr, dass sich Vertreter von fast allen Firmen und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland, die in der Satellitenkommunikation arbeiten, angemeldet haben. Neben der Möglichkeit des Gedankenaustauschs und der Vermittlung von neuem Wissen bieten wir zum ersten Mal auch ein Forum für junge Nachwuchsingenieure und Wissenschaftler an.

Wo liegen die thematischen Schwerpunkte und warum haben Sie diese gewählt?

Das übergeordnete Thema der Konferenz lautet "Schlüssel für die Informationsgesellschaft". Satellitenkommunikation ist eines der zentralen Themen in der Raumfahrt auch für die globale Wissensgesellschaft. Trotz der zunehmenden Übertragung von Daten über das Internet wird die Übertragung etwa von bewegten Bildern über Satellit auch in Zukunft noch lange die zentrale Komponente für unser Fernsehen sein. Zusätzlich können nur Satelliten die entlegensten Gebiete der Erde, und auch auf See und im Flugzeug erreichen. Terrestrisch kann man hier wenig machen - Funkmasten sind bekanntlich nur in Küstennähe aktiv. Die Konferenz wird beleuchten, was die Satellitenkommunikation in Deutschland zukünftig zur Weiterentwicklung der globalen Informationsgesellschaft beitragen kann. Schwerpunkte werden neue Entwicklungen und Technologien sein, aber auch die Diskussion von Synergien mit anderen, raumfahrtfernen Anwendungsgebieten, zum Beispiel dem Automotive-Bereich.

Welche Rolle spielen die deutsche Industrie und die Forschung in der internationalen Satellitenkommunikation?

Die deutsche Satellitenkommunikationsindustrie hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. In vielen Bereichen, zum Beispiel bei den Wanderfeldröhrenverstärkern, die die Satellitensignale verstärken und zum Boden übertragen, oder den Drallrädern, die die Lage von Satelliten stabilisieren, sind wir Weltmarktführer. Bei der optischen Kommunikation haben deutsche Firmen wesentlich die laserbasierte Kommunikationstechnologieentwickelt. Die sogenannten LCT - die Laserkommunikations-Terminals - spielen bei komplexen Kommunikationssatelliten eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei der von der ESA geplanten Europäischen Datenautobahn im All (EDRS, European Data Relay System).

Zusätzlich sind wir zukünftig wieder in der Lage, Kommunikationssatelliten in Deutschland zu bauen, ein strategisch wichtiges und auch kommerziell erfolgreiches Gebiet, das in Deutschland vor mehr als 20 Jahren aufgegeben worden war, um sich vor allem auf die Raumstation zu konzentrieren. Das Stichwort hier heißt "SmallGEO" - das ist eine neue, konkurrenzfähige Satellitengeneration "made in Germany", die uns das Tor in den Satellitenkommunikationsmarkt wieder aufstoßen soll. Deutschland baut damit das Know-how wieder auf, das in den vergangenen Jahren verloren ging. Der erste dieser Satelliten ist bei OHB in Bremen gebaut worden. Er soll in der zweiten Jahreshälfte 2015 starten. Unter anderen gehört auch der DLR Raumfahrtmanagement - Heinrich Hertz zu dieser Reihe, der 2019 ins All fliegen soll. Die Qualität der Produkte ist eine zusätzliche Stärke der deutschen Industrie im internationalen Wettbewerb. Diese Kompetenzen müssen durch sehr gezielte Förderung ausgebaut werden.

Wie schätzen Sie neue kommerzielle Player wie Google und andere im Bereich der Satellitenkommunikation ein?

Wir beobachten das sehr genau. Viele Experten sind der Auffassung, dass sich hier ein Richtungswechsel für die gesamte Raumfahrt anbahnt. Es ist bei den genannten Firmen sehr viel Geld vorhanden und man wird, wenn man an den eigenen Ideen festhält und vom Erfolg überzeugt ist, diese auch vorantreiben. Die deutsche Industrie wird sich entsprechend aufstellen. Die Fähigkeit dieser US-Unternehmen, Ideen in attraktive Geschäftsmodelle umzusetzen, dürfen wir nicht unterschätzen. Letztlich geht es darum, Raumfahrt erschwinglich zu machen. Und das ist ein Ziel, dass wir unterstützen sollten und müssen. Darin liegen auch große Chancen für unsere Unternehmen.

Kontakt
  • Elisabeth Mittelbach
    Kommunikation
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Raumfahrtmanagement, Strategie und Kommunikation
    Telefon: +49 228 447-385
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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  • Dr. Roland Wattenbach
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Raumfahrtmanagement
    Satellitenkommunikation
    Telefon: +49 228 447-611
    Fax: +49 228 447-709
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