13. April 2015

Viel­falt der Far­ben auf Ce­res

Falsch­far­ben­kar­te von Ce­res
Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA.

Falschfarbenkarte von Ceres

Die­ses Mo­sa­ik zeigt den Zwerg­pla­ne­ten Ce­res in Falsch­far­ben: Mit sie­ben Farb­fil­tern des Ka­me­ra­sys­tems an Bord der Raum­son­de Dawn ana­ly­sie­ren die Pla­ne­ten­for­scher in ver­schie­de­nen Wel­len­län­gen­be­rei­chen, wie Ce­res das Licht re­flek­tiert. Die Da­ten stam­men da­bei aus der An­flug­pha­se, als Dawn sich dem Zwerg­pla­ne­ten nä­her­te, um am 6. März 2015 in die Um­lauf­bahn von Ce­res ein­zu­schwen­ken.

Es ist ein kleiner Kunstgriff, mit dem die Planetenforscher den dunklen Zwergplaneten Ceres farbig machen: Mit sieben Farbfiltern des Kamerasystems an Bord der Raumsonde Dawn analysieren sie in verschiedenen Wellenlängenbereichen, wie Ceres das Licht reflektiert. Die Daten stammen dabei aus der Anflugphase, als Dawn sich dem Zwergplaneten näherte, um am 6. März 2015 in die Umlaufbahn von Ceres einzuschwenken. Die Falschfarbenaufnahmen zeigen dabei deutlich, dass Ceres eine Oberfläche aus verschiedenen Materialien hat. "Ceres offenbart immer mehr, dass wir einen spannenden und vielfältigen Himmelskörper untersuchen", sagt Prof. Ralf Jaumann, Planetenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Mitglied im Kamerateam der Dawn-Mission. Die Falschfarbenaufnahmen erstellt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Das DLR-Institut für Planetenforschung wird den Zwergplaneten kartieren und aus tausenden von Einzelaufnahmen dreidimensionale Geländemodelle berechnen.

Bereits die bisherigen Aufnahmen haben gezeigt, dass Ceres von Kratern übersät ist. Selbst Krater von bis zu 300 Kilometern Durchmesser bedecken den Himmelskörper, der 2006 von der Klasse der Asteroiden in die neue Klasse der Zwergplaneten eingeordnet wurde. Fast 1000 Kilometer beträgt sein Durchmesser - damit gehört er zu den größten Objekten im Asteroidengürtel zwischen Jupiter und Mars. Auffällig waren auf den Bildern der Kamera vor allem mehrere helle Punkte in der nördlichen Hemisphäre. Der hellste Fleck befindet sich sehr wahrscheinlich in einem Krater von 92 Kilometern Durchmesser. Auf was die Wissenschaftler dort blicken, wird sich erst untersuchen lassen, wenn Dawn in ihrem Orbit näher um Ceres kreist.

Umrundung nach Umrundung dichter an Ceres heran

Nach der Ankunft am Zwergplaneten verschwand Dawn zunächst hinter der sonnenabgewandten Seite von Ceres und konnte keine weiteren Bilder aufnehmen. Am 10. April 2015 "tauchte" sie wieder auf und schraubt sich nun bei seinen Umrundungen aus einer Entfernung von 42000 Kilometern bis zum 23. April 2015 auf eine Höhe von nur noch 13500 Kilometern hinunter. Dann beginnt die erste wissenschaftliche Phase: "Dann werden wir auch vielleicht schon die ersten Antworten auf unsere Fragen bekommen", sagt DLR-Planetenforscher Prof. Ralf Jaumann.

Mit Dawn fliegen die Planetenforscher direkt in die Vergangenheit unseres Sonnensystems. Damals, als sich vor 4,5 Milliarden Jahren die Planeten bildeten, sorgten Jupiters Kräfte dafür, dass die Asteroiden in diesem Prozess steckenblieben. Als "halbfertige" Planeten konservieren sie so die Anfänge unseres Sonnensystems und erlauben den Blick in dessen Entstehungszeit. Von 2011 bis 2012 besuchte die Dawn-Sonde der NASA bereits den Asteroiden Vesta, ein wasserarmer Asteroid. Mit Ceres, die hinter der Frostgrenze liegt und dementsprechend eisig ist, untersuchen die Wissenschaftler eine ausgesprochen wasserreichen Himmelskörper: Die Forscher vermuten unter seiner Kruste sogar einen Ozean.

Die Mission

Die Mission DAWN wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

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    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
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  • Prof. Dr. Ralf Jaumann
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