13. Mai 2015

Schnel­le Ret­tung im aku­ten Not­fall

Neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten für die Not­fall­ret­tung
Credit: www.udo-geisler.de.

Neue Kommunikationsmöglichkeiten für die Notfallrettung

Im For­schungs­pro­jekt MA-RI­KA (Me­di­zi­ni­sches Akut­kran­ken­haus – Ret­tungs­dienst- In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem für aku­te Not­fäl­le im Al­ter) wer­den schnel­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge für Me­din­zi­ner und Pa­ti­en­ten ent­wi­ckelt und ge­tes­tet.

Projekt MA-RIKA soll Kommunikationswege im medizinischen Notfall vereinfachen

Bei Schlaganfall, Herzinfarkt und anderen schweren Verletzungen brauchen Patienten schnelle Hilfe. Für eine optimale Versorgung müssen sich medizinisches Fachpersonal und Patienten schnell austauschen und abstimmen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt gemeinsam mit der Uni­ver­si­tät Müns­ter, der op­wo­co GmbHund der me­ta­crew con­sul­ting GmbHein Kommunikationssystem für Rettungsdienste und Bürger. Zentrale Ziele des Projektes MA-RIKA (Medizinisches Akutkrankenhaus – Rettungsdienst- Informations- und Kommunikationssystem für akute Notfälle im Alter) sind schnelle und einfache Kommunikationswege des medizinischen Fachpersonals untereinander sowie eine schnellere Orientierung von Patienten bei der Suche nach der nächsten geeigneten Klinik oder Fachabteilung.


"Neue Kommunikationsmöglichkeiten in die Notfallrettung integrieren"

"Durch Smartphones und Apps haben sich in den vergangenen Jahren ganz neue und schnelle Kommunikationsmöglichkeiten entwickelt. Mit MA-RIKA arbeiten wir daran, diese in die Notfallrettung zu integrieren. Vorhandenes medizinisches Fachpersonal kann so schneller und besser zusammenarbeiten", beschreibt Eva Bartholomé, MA-RIKA-Projektleiterin beim DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin das Modellprojekt. Dabei werden alle Informationen, die für die akute prä-klinische und klinische Versorgung lebensbedrohlicher Notfälle älterer Menschen wichtig sind in einer Smartphone-Applikation gebündelt. Das Fachpersonal findet schnell die für die Behandlung geeignete Klinik. Die ortsgebundene Suche nach der gewünschten Fachabteilung oder den speziell eingerichteten Gesundheitszentren nutzt frei verfügbare Quellen und soll langfristig die Transparenz der Kliniken für die Bevölkerung fördern. Eine erste Testphase im Raum Münster wurde im März 2014 erfolgreich durchgeführt. Derzeit testen die Forscher und Entwickler das Kommunikationssystem in Zusammenarbeit mit der Notrufleitzentrale im Kreis Steinfurt.


Durch eine stetig älter werdende Gesellschaft in Deutschland und Europa werden akute Erkrankungen und Verletzungen immer häufiger. Schlaganfall oder Herzinfarkt sind lebensbedrohliche Zustände. Um dauerhafte Schäden und eine anschließende Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, muss die richtige Therapie sehr schnell einsetzen. Von den Menschen oberhalb einer Altersgrenze von 60 Jahren versterben jährlich mehr als 8.000 aufgrund eines Sturzes, fast 50.000 aufgrund eines Herzinfarktes und über 23.000 der über 60-Jährigen aufgrund eines Schlaganfalles. Studien haben gezeigt, dass eine optimale medizinische Behandlung in einem solchen Fall nur dann erfolgen kann, wenn die Patienten so schnell wie möglich in speziellen Zentren mit der erforderlichen medizinischen Ausstattung und durch Teams mit dem notwendigen Wissen und der entsprechenden Erfahrung umgehend behandelt werden. So kann das Risiko bleibender Behinderungen zum Beispiel bei einem Schlaganfall durch die schnelle Behandlung an einer Stroke-Unit deutlich gesenkt werden.

Direkter Kontakt zwischen Notarzt und Klinikpersonal

Die Applikation für die Fachkräfte ermöglicht eine schnelle und direkte Kontaktaufnahme zwischen den Notärzten vor Ort und zuständigen Fachärzten, die in der Klinik weiterbehandeln und eine gegebenenfalls anstehende Operation durchführen. Die Patienten werden direkt unter Anleitung eines Facharztes versorgt und in die Klinik eingeliefert, in der Kapazitäten für eine Weiterbehandlung vorhanden sind. Zudem kann die Klinik gegebenenfalls bereits einen Operationsraum bis zum Eintreffen des Patienten vorbereiten. Das Projekt sieht vor, dass die Notfall-Leitstellen die Patienten direkt an die Fachabteilungen zuweisen. Jedes Zentrum (Neurologie – Kardiologie – Traumazentrum – Pädiatrie) soll über eine spezielle Hotline verfügen, ein zuständiger Facharzt soll sofort erreichbar sein. So wird ein Patient unter Einbeziehung der Leitstellen direkt der Fachabteilung vermittelt und ein Zeitverlust durch unklare Kommunikationswege reduziert.

Smartphone-Anwendung auch für Patienten

Der zweite Teil der Applikation ist direkt an die Bevölkerung gerichtet und soll bei der Suche nach geeigneten medizinischen Einrichtungen unterstützen. Sie bietet die Kontaktdaten von in der Nähe befindlichen Notdiensten, zum Beispiel Ärzte verschiedener Fachrichtungen und Apotheken sowie Kliniken mit ihren spezifischen Fachabteilungen. Außerdem hilft die Applikation bei der Suche nach Defibrillatoren und bietet Anleitungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen. Das Projekt wird vom Mi­nis­te­ri­um für Ge­sund­heit, Eman­zi­pa­ti­on, Pfle­ge und Al­ter (MGE­PA) des Lan­des Nord­rhein-West­fa­lenim Rahmen des EFRE-Programms mit EU-Mitteln gefördert.

Kontakt
  • Dorothee Bürkle
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Me­dia Re­la­ti­ons
    Telefon: +49 2203 601-3492
    Fax: +49 2203 601-3249

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  • Eva Marie Bartholomé

    In­sti­tut für Luft- und Raum­fahrt­me­di­zin, Bio­me­di­zi­ni­sche For­schung
    Telefon: +49 2203 601-3941
    Fax: +49 2203 696-212
    Kontaktieren
  • Dr. Dennis Göge
    Pro­gramm­ko­or­di­na­tor Si­cher­heits­for­schung
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Pro­gramm­ko­or­di­na­ti­on Si­cher­heits­for­schung
    Telefon: +49 2203 601-4031
    Linder Höhe
    51147 Köln
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