11. August 2015

TET-1-Sa­tel­lit ent­deckt Feu­er in Ore­gon

Ent­wick­lung ei­nes Feu­er­ban­des im Sü­den Ore­g­ons am 1.8.2015
Bild 1/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Entwicklung eines Feuerbandes im Süden Oregons am 1.8.2015

1. Au­gust 2015: Das Feu­er­band hat ei­ne Grö­ße von ca. 9 km x 1 km. Die Strah­lungs­ener­gie des Feu­ers be­trägt fast 400 Me­ga­watt.
Ent­wick­lung ei­nes Feu­er­ban­des im Sü­den Ore­g­ons am 2.8.2015
Bild 2/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Entwicklung eines Feuerbandes im Süden Oregons am 2.8.2015

2. Au­gust 2015: Das Feu­er­band hat ei­ne Grö­ße von ca. 10 km x 3 km. Die Strah­lungs­ener­gie des Feu­ers ist nach 12 Stun­den auf über 900 Me­ga­watt an­ge­stie­gen. Das Bild vom Fol­ge­tag un­ter­schei­det sich im Bild­aus­schnitt von dem vom 1. Au­gust 2015. Das liegt dar­an, dass die Auf­nah­me vom 2.8.2015 ei­ne Nacht­auf­nah­me aus ei­nem et­was an­de­ren Or­bit ist. Der Bild­maß­stab ist aber un­ver­än­dert. So kann das An­wach­sen des Feu­ers wis­sen­schaft­lich ex­akt be­ur­teilt wer­den.
Ver­gleichs­bild
Bild 3/3, Credit: NASA.

Vergleichsbild

Das VI­IRS- In­stru­ment auf dem NA­SA-Sa­tel­li­ten NPP hat das Feu­er eben­falls de­tek­tiert und dient den Wis­sen­schaft­lern zur Über­prü­fung ih­rer Mes­sun­gen.

Innerhalb weniger Stunden konnte der Kleinsatellit TET-1 die Entwicklung eines großen Brandherds im Süden von Oregon beobachten. Mit der präzisen Detektion von Großbränden leistet der Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen entscheidenden Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.

Die Satellitenbilder zeigen die Dimension der Feuersbrunst: Binnen 12 Stunden hat sich das Feuerband um das Dreifache sowohl in der Fläche als auch in seiner Intensität ausgebreitet. Neben der Größe der betroffenen Fläche liefern die Messdaten des Satelliten zugleich die Fire Radiative Power, die Energieintensität des Feuers, die als Standardgröße für die Bewertung der Intensitäten von Feuern gilt. Die Angabe in Megawatt (MW) lässt das ganze Ausmaß dieses Großbrands erahnen. Zusätzlich konnte TET noch einige weitere kleinere Feuer registrieren.

Mit Firebird auf der Suche nach Brandherden

Der Kleinsatellit TET-1 ist Teil der Fi­re­bird-Missi­on und wurde am DLR-Institut für Optische Sensorsysteme mitentwickelt. Bereits seit 2012 umkreist er die Erde auf der Suche nach Brandherden. Die gewonnenen Informationen werden unter anderem in einer Kooperation mit Wissenschaftlern von der University of Maryland zur Überwachung brandgefährdeter Gebiete in den USA aufbereitet und den Hilfskräften zur Verfügung gestellt. Der direkte Vergleich mit den Daten anderer Satelliteninstrumente hilft zudem, die Methoden zur Detektion und Vermessung von Bränden stetig zu verbessern.

2016 wird TETs "Bruder", der Kleinsatellit BIROS (Bispectral Infrared Optical System), ins All gesendet, um TET bei seiner wichtigen Mission zu unterstützen. BIROS soll TET stets auf einer, um einen halben Orbit (45 Minuten) versetzten, Umlaufbahn folgen und gemeinsam die Brandherde auf der Erde detektieren. Das Satellitentandem ist in der Lage, eine hohe Zahl kleinerer Feuer (zwischen 1 MW und 10 MW) zu erkennen, so dass wesentlich mehr Brände überhaupt erkannt und somit auch wichtige Ergebnisse für die Klimaforschung geliefert werden können. Hierdurch wird Deutschland über das erste weltumspannende Feuermonitoring-Satellitensystem zur Früherkennung von Bränden verfügen.

Neben der Relevanz für die Klimaforschung hat die Früherkennung von Bränden im Zeitalter der schwindenden Ressourcen eine immer höhere Priorität, da die wirtschaftlichen Schäden infolge von Waldbränden und Buschfeuern sehr groß sind.

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