4. November 2015

Was bringt uns das Erd­be­ob­ach­tungs­pro­gramm "Co­per­ni­cus"?

Ber­lin auf­ge­nom­men von Sen­ti­nel 1A
Bild 1/4, Credit: Cpernicus data /ESA.

Berlin aufgenommen von Sentinel 1A

Die­ses Bild von Ber­lin ist vor ei­nem Jahr, am 28. No­vem­ber 2014, vom ers­ten Erd­be­ob­ach­tungs­sa­tel­li­ten der Sen­ti­nel-Fa­mi­lie, Sen­ti­nel-1A, auf­ge­nom­men wor­den. Die Sen­ti­nel (Wäch­ter)-Sa­tel­li­ten sind ein we­sent­li­cher Teil des Co­per­ni­cus-Pro­gramms der Eu­ro­päi­schen Uni­on und Ba­sis für die Auf­nah­me und Lie­fe­rung um­fas­sen­der, kon­ti­nu­ier­li­cher Erd­be­ob­ach­tungs­da­ten für das Mo­ni­to­ring von Kli­ma, Um­welt, Mee­res­ober­flä­chen, Land­wirt­schaft, Schiffs­ver­kehr, Kri­sen und Ka­ta­stro­phen.
DLR-Or­ga­ni­sa­to­rin Va­nes­sa Keuck
Bild 2/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

DLR-Organisatorin Vanessa Keuck

Das Deut­sche Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR) ver­an­stal­tet ge­mein­sam mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur (BM­VI) am 4. und 5. No­vem­ber 2015 in Ber­lin das Na­tio­na­le Fo­rum für Fer­ner­kun­dung und Co­per­ni­cus. Dr. Va­nes­sa Keuck, Di­plom-Geo­gra­fin im DLR Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, hat das Fo­rum fe­der­füh­rend or­ga­ni­siert.
Co­per­ni­cus Fo­rum 2015 in Ber­lin
Bild 3/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Copernicus Forum 2015 in Berlin

Prof. Pas­ca­le Eh­ren­freund, DLR-Vor­stands­vor­sit­zen­de, und Dr. Gerd Grup­pe, DLR-Vor­stand für das Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, beim Co­per­ni­cus Fo­rum 2015 in Ber­lin.
Er­öff­nung des Na­tio­na­len Fo­rums für Co­per­ni­cus und Fer­ner­kun­dung in Ber­lin
Bild 4/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Eröffnung des Nationalen Forums für Copernicus und Fernerkundung in Berlin

Er­öff­ne­ten das Na­tio­na­le Fo­rum für Co­per­ni­cus und Fer­ner­kun­dung am 04. No­vem­ber 2015 im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um (BM­VI) in Ber­lin (von links): Mi­nis­te­ri­al­rat Karl Trau­er­nicht, Chris­tia­ne Hoh­meis­ter (bei­de BM­VI), Dr. Va­nes­sa Keuck, Or­ga­ni­sa­to­rin des Fo­rums im DLR-Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Dr. Rolf Den­sing, ESA-Pro­gramm­di­rek­tor im DLR Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Prof. Dr. Jo­hann-Diet­rich Wör­ner, ESA-Ge­ne­ral­di­rek­tor, An­dre­as Krü­ger (BM­VI), Hu­go Zun­ker (Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on) und Mi­nis­te­ri­al­di­rek­tor Dr. Ewold See­ba (Bun­desum­welt­mi­nis­te­ri­um).

Effektiverer Umweltschutz und besseres Krisenmanagement mit Unterstützung von Satelliten aus dem All - das ist mit Europas Copernicus-Programm möglich. Die ersten Satelliten der so genannten Sentinel-Reihe sind gestartet. Jetzt geht es darum, gemeinsam mit den Nutzern dieser Umweltdaten deren Wert und die Anwendungsfelder zu entwickeln. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) organisiert deshalb gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur am 4. und 5. November 2015 in Berlin das Na­tio­na­le Fo­rum für Fer­ner­kun­dung und Co­per­ni­cus. Weitere Mitveranstalter sind das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das Bundesministerium des Innern und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Dr. Vanessa Keuck, Diplom-Geografin im DLR Raumfahrtmanagement, hat das Forum federführend organisiert und beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen zu Zielen und Zweck von Copernicus aus deutscher Sicht.

Copernicus, wie funktioniert es und wer kann es nutzen?

Das Copernicus-Programm der Europäischen Union dient dem dauerhaften Monitoring der Erde mit ihren vielfältigen Ökosystemen. Zusätzlich soll mit Copernicus sichergestellt werden, dass wir Menschen besser auf Krisen vorbereitet sind und besser auf Katastrophen reagieren können.

Copernicus besteht aus der so genannten Sen­ti­nels, einer Serie von Erdbeobachtungssatelliten, die eigens für Copernicus gebaut und von der europäischen Weltraumagentur ESA betrieben werden. Diese werden ergänzt durch In-situ-Meßysteme am Boden, in der Luft und in unseren Gewässern. Die Co­per­ni­cus-Diens­te analysieren und verarbeiten diese Datenflut zu Produkten. Zum Beispiel zu tagesaktuellen Karten für die Überwachung der Meere und ihrer Umwelt inklusive der Schifffahrt, für das Katastrophen- und Krisenmanagement oder für das Monitoring von Veränderungen der Atmosphäre und des Klimas, der Vegetation und Landnutzung. Alle Copernicus-Produkte sind öffentlich zugänglich und können kostenfrei genutzt werden, für regionale, nationale, europäische, internationale und kommerzielle Zwecke. Mit dem Bundesverkehrsministerium, dem Bundesinnenministerium, dem Bundesumweltministerium sowie dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft beteiligen sich verstärkt die Ressorts, die von Copernicus einen sehr großen Nutzen haben.

Welche Potenziale von Copernicus in Deutschland werden auf dem Forum diskutiert?

Copernicus hat im April 2014 mit dem Start des ersten Sentinel-Satelliten seine operationelle Phase begonnen. Bis 2021 sollen alle Satelliten der ersten Sentinel-Familie im All sein, die dann für mehrere Jahrzehnte umfassend die Veränderungen unserer Erde dokumentieren. Die Potenziale sind dabei vielschichtig: Sie reichen von der globalen Ebene, wo das Zusammenspiel zwischen Klimawandel und den Auswirkungen auf unsere Umwelt von Relevanz sind, über das Monitoring von Land- und Forstwirtschaft und Luftverschmutzung bis hin zu Informationen für Städteplanung, Umwelt- und Naturschutz auf nationaler und lokaler Ebene. Beim Fo­rum stehen genau diese Anwendungsfelder im Fokus - es gibt 15 Workshops, die den konkreten Nutzen des Programms verdeutlichen.

Und was ist die Aufgabe des DLR, um Copernicus national erfolgreich umzusetzen?

Das "Nationale Copernicus Maßnahmenprogramm" fasst dies sehr gut zusammen. An erster Stelle steht nach wie vor die Informationsarbeit - wie dieses Forum, denn nur wer informiert ist, kann die Potenziale auch nutzen. Daneben stehen die intensive Betreuung und die Datenbereitstellung im Vordergrund. Copernicus liefert eine Vielzahl an Daten und Produkten, diese müssen nutzerfreundlich und effektiv zur Verfügung stehen. Das DLR-Erd­be­ob­ach­tungs­zen­trum (Earth Ob­ser­va­ti­on Cen­ter) - EOC ist darüber hinaus Teil der Bodeninfrastruktur und in die Verarbeitung der Sentinel-Daten eingebunden. Denn es geht auch darum, die technischen Herausforderungen für dieses anspruchsvolle Programm zu identifizieren und zu meistern.

Kontakt
  • Elisabeth Mittelbach
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    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
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    Telefon: +49 228 447-385
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    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Erd­be­ob­ach­tung
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