22. März 2016

Zwerg­pla­net Ce­res: Rät­sel­haf­tes Ma­te­ri­al an Kra­tern und Ber­gen

Kra­ter Hau­la­ni
Bild 1/6, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI.

Krater Haulani

Der Kra­ter Hau­la­ni auf dem Zwerg­pla­ne­ten Ce­res hat ei­nen Durch­mes­ser von 34 Ki­lo­me­tern. Die­se Auf­nah­me wur­de aus 1470 Ki­lo­me­tern Ent­fer­nung auf­ge­nom­men. Die Auf­lö­sung be­trägt 140 Me­ter pro Bild­pi­xel. Das bläu­li­che ab­ge­bil­de­te Ma­te­ri­al deu­tet auf re­la­tiv fri­sches Ma­te­ri­al an der Ober­flä­che hin.
Stück für Stück ein Bild von Zwerg­pla­net Ce­res
Video 2/6, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI

Stück für Stück ein Bild von Zwergplanet Ceres

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI
Nach und nach nahm die Ka­me­ra an Bord der Dawn-Son­de den Zwerg­pla­ne­ten Ce­res aus dem nied­rigs­ten Or­bit auf. So ent­stand ei­ne Ab­de­ckung aus nur 385 Ki­lo­me­tern Ent­fer­nung.
Kra­ter Oc­ca­tor
Bild 3/6, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI.

Krater Occator

Der Kra­ter Oc­ca­tor auf dem Zwerg­pla­ne­ten Ce­res hat in sei­nem In­ne­ren hel­le, bis­her noch nicht er­klär­ba­re Fle­cken. Dies Echt­far­ben­auf­nah­me zeigt bläu­li­ches, jün­ge­res Ma­te­ri­al. Die Auf­nah­me wur­de aus 1470 Ki­lo­me­tern Ent­fer­nung auf­ge­nom­men und hat ei­ne Auf­lö­sung von 140 Me­tern pro Pi­xel.
Ris­se und hel­le Fle­cken im Kra­ter Oc­ca­tor
Bild 4/6, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI.

Risse und helle Flecken im Krater Occator

Auf den Nah­auf­nah­men aus nur 385 Ki­lo­me­tern Ent­fer­nung sind auch die kom­ple­xen Struk­tu­ren des Kra­ters Oc­ca­tor auf dem Zwerg­pla­ne­ten Ce­res zu er­ken­nen: Ne­ben mys­te­ri­ösen hel­len Fle­cken im Kra­terin­ne­ren sind ei­ne große hel­le Auf­wöl­bung im Zen­trum zu se­hen so­wie zahl­rei­che Ris­se und Brü­che.
Kra­ter Ika­pa­ti
Bild 5/6, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI.

Krater Ikapati

Die­se Echt­far­ben­auf­nah­me zeigt den Kra­ter Ika­pa­ti auf dem Zwerg­pla­ne­ten Ce­res aus 1470 Ki­lo­me­tern. Die Auf­lö­sung be­trägt 140 Me­ter pro Pi­xel.
Farb­kar­te von Zwerg­pla­net Ce­res
Bild 6/6, Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI.

Farbkarte von Zwergplanet Ceres

Die­se ein­ge­färb­te Ge­samt­kar­te von Ce­res hat ei­ne Auf­lö­sung von 140 Me­tern pro Pi­xel und be­steht aus Bil­dern, die aus 1470 Ki­lo­me­tern Ent­fer­nung von der Ka­me­ra an Bord der Dawn-Son­de auf­ge­nom­men wur­den.

Umso detaillierter die Planetenforscher der Dawn-Mission auf Zwergplanet Ceres blicken können, desto rätselhafter - und spannender - wird der Himmelskörper. Die kontrastverstärkten Echtfarben zeigen bläuliches Material an einigen Kratern und Berghängen. "Man könnte zunächst davon ausgehen, dass es sich dabei um Impaktschmelzen handelt, die sich bei der Entstehung der Krater gebildet haben - aber wir sehen das Material auch an Ceres’ höchstem Berg, dem Ahuna Mons", erläutert Prof. Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Außerdem müsste man dieses bläuliche Material dann auch bei allen Kratern sehen." Eine exakte Erklärung für dieses Phänomen haben die Forscher noch nicht. Auf der 47. "Lunar and Planetary Science Conference" in Texas zeigte das Dawn-Team nun neue Aufnahmen des Zwergplaneten aus nur 385 Kilometern Höhe.

Schicht für Schicht

Die kontrastverstärkten Farbkarten von Zwergplanet Ceres zeigen, dass das bläuliche und recht frische Material an den jüngeren Kratern sowie am Berghang von Ahuna Mons zu sehen ist. "Dieses Material bildet Fließstrukturen und geht wahrscheinlich auf eine Interaktion zwischen der direkten Oberfläche und dem darunterliegenden Material zurück." Unter der eisfreien Oberfläche von Ceres müsse sich daher eine weitere, andere Schicht befinden. "Es gibt Hinweise darauf, dass diese Schicht unter der obersten Kruste mit Eis und flüchtigen Stoffen angereichert ist." An der Oberfläche hingegen wurde bisher kaum Eis entdeckt, da dieses sofort sublimiert.

Hilfreich bei der Lösung der Rätsel, die Ceres den Planetenforschern aufgibt, sind die Daten, die Raumsonde Dawn nun aus dem niedrigsten Orbit zur Erde sendet. "Noch im letzten Jahr sah der Krater Occator wie eine einzige helle Fläche aus", erläutert Ralf Jaumann, DLR-Planetenforscher und Mitglied im Dawn-Team. "Jetzt erkennen wir auf den Nahaufnahmen komplexe Strukturen." Neben mysteriösen hellen Flecken im Kraterinneren sind eine große helle Aufwölbung im Zentrum zu sehen sowie zahlreiche Risse und Brüche. "Dies weist auf geologische Aktivität in der jüngsten Vergangenheit hin - wir müssen aber die Kartierung der Ablagerungen vervollständigen und die Zusammensetzung bestimmen, um so unsere Thesen für die Formation dieser komplexen Strukturen zu testen."

Die Mission

Die Mission Dawn wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

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  • Manuela Braun
    Stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on Raum­fahrt
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Pro­gramm­stra­te­gie Raum­fahrt­for­schung und -tech­no­lo­gie
    Telefon: +49 2203 601-3882
    Hansestraße 115
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  • Prof. Dr. Ralf Jaumann
    Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin
    In­sti­tut für Geo­lo­gi­sche Wis­sen­schaf­ten
    Pla­ne­to­lo­gie und Fer­ner­kun­dung
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