2. Juni 2016

Flie­gen­de Stern­war­te SO­FIA: NA­SA und DLR ver­län­gern Ko­ope­ra­ti­ons­ab­kom­men auf der ILA

Lauf­zeit­ver­län­ge­rung von SO­FIA un­ter­schrie­ben
Bild 1/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Laufzeitverlängerung von SOFIA unterschrieben

Am 2. Ju­ni 2016 ha­ben die DLR-Vor­stands­vor­sit­zen­de, Prof. Pas­ca­le Eh­ren­freund, Dr. Gerd Grup­pe, DLR-Vor­stand für das Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, und Dr. Da­va Ne­w­man, stell­ver­tre­ten­de NA­SA-Ad­mi­nis­tra­to­rin, auf der In­ter­na­tio­na­len Luft- und Raum­fahr­taus­stel­lung ILA in Ber­lin die Lauf­zeit der flie­gen­den Stern­war­te SO­FIA um wei­te­re vier Jah­re ver­län­gert.
SO­FIA im Flug mit ge­öff­ne­ter Te­le­skop­tür
Bild 2/5, Credit: NASA/C. Thomas.

SOFIA im Flug mit geöffneter Teleskoptür

Die Te­le­skop­tür der flie­gen­den Stern­war­te SO­FIA wird wäh­rend des Flu­ges ge­öff­net. So kann SO­FIA in 13.000 Me­tern Flug­hö­he sei­ne Be­ob­ach­tun­gen weit­ge­hend ober­halb der stö­ren­den ir­di­schen Luft­hül­le durch­füh­ren. Ih­ren ers­ten Test­flug mit voll­stän­dig ge­öff­ne­ter Te­le­skop­tür hat SO­FIA am 18. De­zem­ber 2009 über der ka­li­for­ni­schen Mo­ja­ve-Wüs­te ab­sol­viert. In der Öff­nung im Rumpf der Boe­ing 747SP wird das in Deutsch­land ge­bau­te Te­le­skop sicht­bar.
SO­FIA in Neu­see­land
Bild 3/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

SOFIA in Neuseeland

Vom 15. Ju­li bis zum 2. Au­gust 2013 hat SO­FIA, das flie­gen­de Stra­to­sphä­ren-Ob­ser­va­to­ri­um für In­fra­rot-Astro­no­mie von DLR und NA­SA, erst­ma­lig Ob­jek­te auf der Süd­halb­ku­gel ins Vi­sier ge­nom­men. Im Ju­ni und Ju­li 2016 steht die nächs­te Neu­see­land-Kam­pa­gne an. Wäh­rend den drei Wo­chen dau­ern­den Kam­pa­gnen ist das Ob­ser­va­to­ri­um am Flug­ha­fen Christchurch sta­tio­niert. Auf ih­ren Flü­gen ha­ben deut­sche und ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schaft­ler un­ter an­de­rem die Ma­gel­lan­schen Wol­ken un­ter­sucht.
Blick ins Cock­pit
Bild 4/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Blick ins Cockpit

Ge­las­sen­heit im Cock­pit: Rou­ti­niert steu­ern die Pi­lo­ten wäh­rend den Neu­see­land-Kam­pa­gnen das flie­gen­de Ob­ser­va­to­ri­um auf ih­ren Flü­gen über die ei­si­gen Ge­wäs­ser nörd­lich des Süd­pols.
Das deut­sche In­stru­ment GRE­AT im Ein­satz
Bild 5/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Das deutsche Instrument GREAT im Einsatz

Das In­stru­ment GRE­AT (Ger­man Re­cei­ver for Astro­no­my at Tera­hertz Fre­quen­cies) er­mög­licht Be­ob­ach­tun­gen im Fernin­fra­rot-Be­reich. Das Ge­rät (me­tall­far­be­ne, recht­e­cki­ge Kon­struk­ti­on rechts im Bild) wur­de in Deutsch­land ent­wi­ckelt und ge­baut. Da­mit das In­stru­ment im vor­ge­se­he­nen In­fra­rot­be­reich be­ob­ach­ten kann, muss der Sen­sor her­un­ter­ge­kühlt wer­den. Dies ge­schieht mit Hil­fe von flüs­si­gem Stick­stoff und He­li­um. Beim Ein­fül­len muss Schutz­klei­dung ge­tra­gen wer­den, um Ver­let­zun­gen beim Um­gang mit den eis­kal­ten Sub­stan­zen zu ver­mei­den.

Die fliegende Sternwarte SO­FIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie) - ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA - erforscht mit ihrem Teleskop die Entwicklung von Galaxien. Seit dem Jahr 2011 ist die umgerüstete Boeing 747SP 250 Mal aufgebrochen, um den nächtlichen Sternenhimmel zu beobachten. Diese Flüge von jeweils zehn Stunden Flugdauer waren so erfolgreich, dass das DLR und die NA­SA die Laufzeit für SOFIA verlängert haben - zunächst bis Ende 2020. Am 2. Juni 2016 haben die DLR-Vorstandsvorsitzende, Prof. Pascale Ehrenfreund, Dr. Gerd Gruppe, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement, und Dr. Dava Newman, stellvertretende NASA-Administratorin, das entsprechende Dokument auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin unterzeichnet.

SOFIA - Paradebeispiel für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit

"SOFIA ist ein Paradebeispiel für die langjährige, erfolgreiche Kooperation zwischen NASA und DLR auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Erforschung des Weltalls", kommentiert Prof. Ehrenfreund die Unterzeichnung in Berlin. "Wir freuen uns, den Astronomen für zunächst vier weitere Jahre dieses weltweit einmalige Observatorium für ihre Forschungen zur Verfügung zu stellen", ergänzt Dr. Gruppe. Auch für die NASA ist die Verlängerung des Abkommens ein wichtiger Schritt: "SOFIA’s einzigartige Fähigkeiten zur Beobachtung des Universums im mittleren und fernen Infrarot werden für viele Jahre beispiellos sein. Die bahnbrechende Forschung dieser einzigartigen fliegenden Sternenwarte wird uns helfen, die Rätsel unseres Kosmos zu entschlüsseln und die Entdeckungen des James Webb Space Telescope - dem zukünftigen Weltraumobservatorium - zu ergänzen", betont Dr. Newman.

Bis ins Jahr 2030 gerüstet

Die fliegende Sternwarte misst die vom Erdboden aus nicht sichtbare Wärmestrahlung aus dem Weltall. Schwerpunkt der Beobachtungen ist dabei die Entwicklung von Galaxien - insbesondere auch die unserer Milchstraße. SOFIA erforscht dazu hauptsächlich die Molekül- und Staubwolken in den Galaxien, in denen neue Sterne und Planetensysteme entstehen. Die fliegende Sternwarte ist dafür gebaut und wird regelmäßig so gewartet, dass eine Missionsdauer bis ins Jahr 2030 gewährleistet werden kann. Auch die Messinstrumente werden kontinuierlich verbessert beziehungsweise durch modernere und leistungsfähigere ersetzt. Abhängig von regelmäßigen Bewertungen der wissenschaftlichen Ergebnisse werden NASA und DLR ab 2018 über eine weitere Verlängerung entscheiden.

Deutsche Forschung geht weiter

Die Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung ist zwischen beiden Partnern in einer Kooperationsvereinbarung geregelt - dem Memorandum of Understanding (MoU). Das ursprüngliche MoU wurde Ende 1996 mit einer Laufzeit von zehn Jahren geschlossen, um die Entwicklung und den Bau des Infrarotteleskops durch das DLR und dessen Einbau in die von NASA umgerüstete Boeing 747SP zu regeln. Ende 2006 wurde das MoU erstmals um weitere zehn Jahre verlängert. So konnten die intensive Testphase und die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen abgedeckt werden. Neben der Beistellung des Teleskops beteiligt sich Deutschland mit 20 Prozent am Betrieb des Observatoriums und kann daher auch 20 Prozent der Beobachtungszeit für Wissenschaftler deutscher Forschungsinstitute nutzen. Dazu stehen den Wissenschaftlern inzwischen insgesamt sieben Messinstrumente wie Kameras und Spektrometer zur Verfügung, die in den Instituten auch mit Geldern der NASA und des DLR finanziert werden. Deutsche Wissenschaftler können diese Technik nun weiter nutzen, um die Entwicklung von Galaxien bis ins Jahr 2020 und darüber hinaus fortzusetzen.

  • SOFIA

    SOFIA, das "Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie" ist ein Gemeinschaftsprojekt von DLR und der NASA. Es wird vom DLR Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR finanziert. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA-Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (US­RA).

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