13. Juni 2016

RE­XUS/BE­XUS: Be­wer­bungs­start für Stu­den­ten­ex­pe­ri­men­te auf For­schungs­ra­ke­ten und -bal­lons

Stu­die­ren­de tes­ten ih­re Ex­pe­ri­men­te
Bild 1/4, Credit: ZARM.

Studierende testen ihre Experimente

Nach dem Trans­port aus Deutsch­land und vor dem end­gül­ti­gen Zu­sam­men­bau tes­tet das Stu­den­ten­team Li­ME von RE­XUS 19 sei­ne Ex­pe­ri­ment­kom­po­nen­ten in der Ra­ke­ten­nutz­last-In­te­gra­ti­ons­hal­le des Raum­fahrt­zen­trums Es­ran­ge.
Die Stu­den­ten­teams der BE­XUS 20/21-Dop­pel­kam­pa­gne
Bild 2/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Die Studententeams der BEXUS 20/21-Doppelkampagne

Kurz vor dem Start der Stra­to­sphä­ren­bal­lons BE­XUS 20/21 ha­ben sich al­le Teams mit den sie un­ter­stüt­zen­den RE­XUS/BE­XUS-In­ge­nieu­ren von ZARM, DLR, SSC und ESA vor dem Bal­lon-Launch-Truck „Her­cu­les“ ver­sam­melt.
Kom­mu­ni­ka­ti­ons­test für RE­XUS 20
Bild 3/4, Credit: ZARM.

Kommunikationstest für REXUS 20

Kurz be­vor in der In­te­gra­ti­ons­hal­le für Ra­ke­ten­nutz­las­ten des Raum­fahrt­zen­trums Es­ran­ge in Nord­schwe­den die Nutz­last von RE­XUS 20 ver­schraubt wird, über­prü­fen die Stu­die­ren­den die Da­ten- und Kom­man­do­über­tra­gung zwi­schen ih­ren Ex­pe­ri­ment-Mo­du­len, dem Ser­vice­sys­tem der Nutz­last und der Ra­ke­ten­bo­den­sta­ti­on.
Start der RE­XUS-20-Ra­ke­te
Bild 4/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Start der REXUS-20-Rakete

Bei op­ti­ma­len Wet­ter­be­din­gun­gen ist die RE­XUS-20-Ra­ke­te am 18. März 2016 vom Raum­fahrt­zen­trum Es­ran­ge bei Kiru­na in Nord­schwe­den ge­star­tet und hat ei­ne Gip­fel­hö­he von 77,4 Ki­lo­me­tern er­reicht.

Der zehnte Wettbewerb des deutsch-schwedischen Studentenprogramms REXUS/BEXUS ist eröffnet: Vom 13. Juni bis zum Einsendeschluss am 17. Oktober 2016 können Studententeams deutscher Universitäten und Hochschulen spannende Vorschläge für die Forschung auf Stratosphärenballons oder Forschungsraketen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einreichen. Geeignet sind zum Beispiel Themen aus der Atmosphären- und Strahlenphysik, Raketen- und Ballontechnik, Kommunikation, Navigation, Biologie und Physik. Insgesamt können bis zu 20 Experimente auf den jeweils zwei BEXUS-Ballons im Herbst 2017 und REXUS-Raketen im Frühjahr 2018 untergebracht werden, die vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden starten.

"Flugtickets" für das eigene Raumfahrtprojekt

Zunächst müssen die Studententeams einen Experimentvorschlag einreichen. Nach einer Vorauswahl werden die Teams zu einem Experimentauswahl-Workshop im Dezember 2016 beim DLR Raumfahrtmanagement in Bonn eingeladen, um ihr Experiment zu präsentieren. Die danach endgültig ausgewählten Gruppen erhalten eines der begehrten "Flugtickets" für REXUS oder BEXUS. Dieses beinhaltet sowohl einen Experimentplatz auf einem der Forschungsballons oder -raketen als auch die Teilnahme an einer Trainingswoche und an der Startkampagne in Esrange.

"Die Studierenden haben die Möglichkeit, ihr erstes eigenes Raumfahrtprojekt auf die Beine zu stellen: Dieses reicht von der Forschungsidee, Planung, Bau, Tests, Raketenstart und -flug bis zur Aus- und Verwertung der Daten", sagt Maria Roth, Programmleiterin im DLR Raumfahrtmanagement. Der Zeitraum für die studentischen Projekte dauert von der Zusage bis zum Schlussbericht bei BEXUS ein Jahr und bei REXUS etwa 18 Monate. "In den vergangenen Forschungskampagnen haben viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Entwicklung und die Ergebnisse ihrer REXUS/BEXUS-Experimente erfolgreich für ihre Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten nutzen können", so Roth. Zudem dokumentieren die Gruppen alle erforderlichen wissenschaftlichen und technischen Informationen über die Entwicklung des Experiments. In mehreren Reviews wird der Fortschritt des Experiments überprüft, sodass es funktions- und flugfähig zum festgelegten Termin in die Rakete beziehungsweise in die Ballon-Gondel eingebaut werden kann.

REXUS-Raketen fast zwei Minuten schwerelos

Während ihres siebenminütigen Fluges erreichen die REXUS-Raketen mit der Nutzlast eine Höhe um rund 80 Kilometern. Bei Bedarf können Experimente bis zu zwei Minuten in annähernder Schwerelosigkeit durchgeführt werden. Die ungesteuerten BEXUS-Ballons steigen auf eine Höhe von ungefähr 27 Kilometern. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden treiben sie mit dem Wind in Richtung Finnland.

Experimentstatus, Messwerte, aber auch Bilddaten werden aus den Raketen und von den Ballons über Telemetriesysteme an die Bodenstation übertragen, sodass die Studententeams schon während des Flugs Daten und Messwerte erhalten. Die Ballon- und Raketen-Nutzlasten landen anschließend mithilfe eines Fallschirms und werden für die Auswertung der restlichen Daten zum Raumfahrtzentrum zurücktransportiert

Während der gesamten Projektdauer erhalten die Teams logistische und technische Unterstützung von Ballon-, Raketen-, und Raumfahrtexperten. Nach Abschluss des Projekts bekommen alle aktiven Teammitglieder ein vom DLR und der schwedischen Raumfahrtbehörde SNSB unterzeichnetes Teilnahmezertifikat. Im Juni 2019 wird ein Mitglied jedes Teams darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, das Experiment und die Forschungsergebnisse auf einem europäischen Raketen- und Ballon-Symposium vor Fachpublikum zu präsentieren.

Bewerbung beim DLR

REXUS/BEXUS (Raketen- und Ballon-Experimente für Universitäts-Studenten) ist ein Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Schwedischen Nationalen Raumfahrt-Behörde (SNSB). SNSB hat seinen Anteil zusätzlich für Studenten der übrigen Mitgliedsstaaten der ESA geöffnet. Studententeams aus Deutschland können entsprechend jeweils die Hälfte der Raketen- und Ballon-Nutzlasten stellen. Die für die Bewerbung deutscher Studententeams notwendigen technischen und organisatorischen Informationen sowie die Formulare für RE­XUS/BE­XUS Pro­jekt­sei­te: An­mel­dung und Ex­pe­ri­ment­vor­schlag sind auf der REXUS/BEXUS-Webseite des DLR Raumfahrtmanagements und auf der REXUS/BEXUS Projektwebseite zu finden. Studierende der übrigen ESA-Mitgliedsstaaten erhalten die Information zur Bewerbung direkt bei der ESA.

Auf deutscher Seite erfolgt die Projektleitung mit der Betreuung der Experimente für das REXUS/BEXUS-Programm durch das Zentrum für Angewandte Raumfahrttechnik (ZARM) in Bremen. Die Ballon- und Raketenflüge führt EuroLaunch durch, ein Joint Venture der Mobilen Raketenbasis des DLR (MORABA), die auch die Raketensysteme bereitstellt, und des Esrange Space Center des schwedischen Raumfahrtunternehmens SSC, das für die Ballons zuständig ist und über die Startinfrastruktur verfügt. Die programmatische Leitung erfolgt durch das DLR Raumfahrtmanagement in Bonn.

Kontakt
  • Lisa Eidam
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 228 447-552
    Fax: +49 228 447-386
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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  • Dr. Michael Becker
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    For­schung und Ex­plo­ra­ti­on
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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  • Dr. Otfried Joop
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, For­schung un­ter Welt­raum­be­din­gun­gen
    Telefon: +49 228 447-204
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