16. August 2016

De­zen­tra­le Ener­gie­ver­sor­gung: DLR, Bund und Land in­ves­tie­ren knapp sie­ben Mil­lio­nen in Zu­kunfts­tech­no­lo­gie für Ener­gie­wen­de

Spa­ten­stich Tech­no­lo­gie­platt­form De­zen­tra­le Ener­gi­en
Bild 1/2, Credit: DLR/FrankEppler.

Spatenstich Technologieplattform Dezentrale Energien

Ge­mein­sa­mer Spa­ten­stich für die Tech­no­lo­gie­platt­form De­zen­tra­le Ener­gi­en am DLR-Stand­ort Stutt­gart. Von links nach rechts: Dr. An­ke Ko­var (Lei­te­rin des DLR-Stand­orts Stutt­gart), Klaus Ha­ma­cher (Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des DLR-Vor­stands), Dr. Ni­co­le Hoff­meis­ter-Kraut (Mi­nis­te­rin für Wirt­schaft, Ar­beit und Woh­nungs­bau des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg), Dr. Frank Hei­d­rich (Mi­nis­te­ri­al­di­ri­gent im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie), Prof. Man­fred Aig­ner (Di­rek­tor des DLR-In­sti­tuts für Ver­bren­nungs­tech­nik).
Ein­blick in ak­tu­el­le For­schungs­pro­jek­te
Bild 2/2, Credit: DLR/FrankEppler.

Einblick in aktuelle Forschungsprojekte

Im For­schungs­kraft­werk des DLR-In­sti­tuts für Ver­bren­nungs­tech­nik gibt Wis­sen­schaft­ler Dr. An­dre­as Hu­ber der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Dr. Ni­co­le Hoff­meis­ter-Kraut ei­nen Ein­blick in ak­tu­el­le For­schun­gen rund um das The­ma Mi­kro­ga­stur­bi­ne

Für die Umsetzung der Energiewende spielt die dezentrale Energieversorgung eine elementare Rolle: Erzeugt man Strom und Wärme in der Nähe des Verbrauchers, werden Verluste beim Transport und Umwandlungen auf ein Minimum reduziert. Bei Verwendung sogenannter Blockheizkraftwerke können Strom und Wärme hocheffizient und flexibel je nach Bedarf erzeugt werden. Blockheizkraftwerke auf Basis kleiner Gasturbinen, auch Mikrogasturbinen genannt, eignen sich insbesondere aufgrund ihrer äußerst geringen Schadstoffemissionen. Außerdem weisen sie eine große Flexibilität hinsichtlich gasförmiger oder flüssiger, konventioneller oder regenerativer Brennstoffe auf. Ob für private, gewerbliche oder öffentliche Gebäude sowie für kleine und mittlere Betriebe – diese relativ junge Technologie besitzt im Prinzip das Potenzial, alle Öl- und Gasheizungen klimafreundlich zu ersetzen.

Plattform für Technologieentwicklung und -erprobung

Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie wird das DLR-In­sti­tut für Ver­bren­nungs­tech­nik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Mikrogasturbinen-Technologie in den nächsten Jahren weiterentwickeln und praktisch erproben. Dazu investieren das DLR, der Bund sowie das Land Baden-Württemberg zusammen knapp sieben Millionen Euro in den Aufbau und Betrieb der "Technologieplattform Dezentrale Energien" am

In der Forschung des DLR Stuttgart steckt Energie in allen Formen. Das Spektrum reicht von Speicher- und Wandlertechnologien für eine verlässliche Versorgung mit erneuerbaren Energien, neuartigen und nachhaltigen Fahrzeugkonzepten, innovativen Lasersystemen bis zu Hightech-Materialien und -Antrieben für eine klimaneutrale Luftfahrt sowie eine effiziente und sichere Raumfahrt.

. Mit dem offiziellen Spatenstich durch die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, den Ministerialdirigenten Dr. Frank Heidrich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, den DLR-Vorstand Klaus Hamacher sowie weiteren Vertretern des DLR begannen am 16. August 2016 die Arbeiten.

Zentraler Bestandteil der Technologieplattform ist ein Blockheizkraftwerk, das mit Hilfe mehrerer Mikrogasturbinen bis zu 500 Kilowatt elektrische Leistung, also den Bedarf von circa 500 Haushalten, erzeugen kann. Die Demonstrationsanlage soll es in Zukunft ermöglichen, die Alltagstauglichkeit neuer Konzepte, Methoden und Techniken für die dezentrale Energieversorgung zu erproben und nachzuweisen – von einzelnen Komponenten wie beispielsweise innovativen Brennersystemen bis hin zur Analyse gesamter Kraftwerksanlagen inklusiver der benötigten Betriebs- und Regelungsstrategien. Die Anlage steht auch Industriepartnern offen, um gemeinsame Entwicklungsprojekte zu verwirklichen.

Gemeinsame Investition in Zukunft der Energieversorgung

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut betonte: „Innovation beginnt mit Forschung. Die neue Technologieplattform ist ein ideales Beispiel für den nötigen zweiten Schritt des Technologietransfers aus der Forschung heraus in die Anwendung.“

"Mit der Technologieplattform Dezentrale Energien fördert das Bundeswirtschaftsministerium mit 4,7 Millionen Euro ein in dieser Form einmaliges Vorhaben, um eine Zukunftstechnologie, die im fossilen Bereich einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Energiewende leisten kann, weiter zu erforschen und in die Anwendung zu bringen", sagte Dr. Frank Heidrich anlässlich des Spatenstichs. Er wies darüber hinaus auf die gute Zusammenarbeit im Bereich der Energieforschung zwischen dem Bund und dem Land Baden-Württemberg hin, die auch in der gemeinsamen Förderung der DLR-Technologieplattform zum Ausdruck komme.

Zusätzlich soll die Demonstrationsanlage in die laufende Versorgung des DLR-Standorts Stuttgart integriert werden und diesen mit Strom, Wärme und Kälte versorgen. "Auf diese Weise können wir testen, wie sich die Technologien im realitätsnahen Einsatz bewähren. Gleichzeitig leisten wir so einen Beitrag, um die Energieversorgung des DLR-Standorts nachhaltiger zu gestalten und die Stellung der DLR-Energieforschung in Stuttgart weiter zu stärken", so Klaus Hamacher, stellverstretender Vorsitzender des DLR-Vorstands.

Das Projekt läuft bis Ende des Jahres 2018 und hat ein Gesamtvolumen von knapp sieben Millionen Euro. Der Bund fördert die Geräteausstattung und die forschungsbegleitenden Maßnahmen mit 4,7 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg trägt eine Million Euro bei. Das DLR übernimmt ebenfalls eine Million Euro der Kosten für die Ankoppelung des Projekts an die vorhandene Infrastruktur.

Zum DLR-Standort Stuttgart

Mit seinen rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt der DLR-Standort Stuttgart zu den großen Akteuren der baden-württembergischen Wissenschaftslandschaft. Bei seinen umfangreichen Forschungen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit arbeitet das DLR eng mit der benachbarten Universität Stuttgart zusammen, engagiert sich in Netzwerken und Clustern sowie in Kooperationsprojekten mit Industrieunternehmen.

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