18. November 2016

DLR und I.S.A.R. - Ge­mein­sam für die schnel­le Ret­tung

Die I.S.A.R. Ger­ma­ny
Bild 1/3, Credit: I.S.A.R. Germany.

Die I.S.A.R. Germany

Die ge­mein­nüt­zi­ge Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on In­ter­na­tio­nal Search and Res­cue Ger­ma­ny (I.S.A.R.) wur­de 2003 ge­grün­det. Sie leis­tet im Auf­trag der Ver­ein­ten Na­tio­nen Hil­fe bei in­ter­na­tio­na­len Un­glücks- und Ka­ta­stro­phen­fäl­len.
Ei­ne Ori­en­tie­rungs­hil­fe für Ret­tungs­kräf­te
Bild 2/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Eine Orientierungshilfe für Rettungskräfte

Auf ei­nem Test­ge­län­de in Wee­ze tes­te­te das DLR In­sti­tut für Op­ti­sche Sen­sor­sys­te­me das mo­du­la­re Luft­bild-Ka­me­ra­sys­tem MACS (Mo­du­lar Air­bor­ne Ca­me­ra Sys­tem ) mit ei­nem un­be­mann­ten Flug­ge­rät. Die Spe­zi­al­ka­me­ra ist in der La­ge, das ak­tu­el­le Ge­sche­hen in ei­ner di­gi­ta­len Kar­te ab­zu­bil­den und da­mit den Ret­tungs­kräf­ten ei­nen ge­nau­en Über­blick über die ak­tu­el­le Scha­dens­la­ge zur Ver­fü­gung zu stel­len.
Un­ter­zeich­nung des Ko­ope­ra­ti­ons­ab­kom­men zwi­schen DLR und I.S.A.R.
Bild 3/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Unterzeichnung des Kooperationsabkommen zwischen DLR und I.S.A.R.

Am 18. No­vem­ber 2016 un­ter­zeich­ne­ten Dr. Den­nis Gö­ge (mit­te), DLR Pro­gramm­ko­or­di­na­tor Si­cher­heits­for­schung, Da­nie­la Les­meis­ter, I.S.A.R. Ger­ma­ny Prä­si­den­tin und Mi­cha­el Les­meis­ter, Ge­schäfts­füh­rer der I.S.A.R. Ger­ma­ny Stif­tung, ein Ko­ope­ra­ti­ons­ab­kom­men. Die bei­den Par­tei­en wer­den in Zu­kunft ge­mein­sam an neu­en Ent­wick­lun­gen und An­wen­dun­gen im Be­reich des Kri­sen- und Ka­ta­stro­phen­ma­na­ge­ment ar­bei­ten.

Nach Naturkatastrophen oder im Krisenfall ist eine schnelle und effiziente Hilfe unerlässlich. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird in Zukunft gemeinsam mit der Hilfsorganisation International Search and Rescue Germany (I.S.A.R.) an neuen Entwicklungen und Anwendungen im Bereich des Krisen- und Katastrophenmanagement arbeiten. Dazu unterzeichneten beide Parteien am 18. November 2016 in Weeze ein Kooperationsabkommen.

Die I.S.A.R. Ger­ma­ny ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation. Der 2003 gegründete Verein stellt bei Unglücks- und Katastrophenfällen ein Team von Rettungsspezialisten zusammen, das zeitnah in das jeweilige Einsatzgebiet entsandt wird. Bei Erdbeben, Flutkatastrophen oder Explosionen sucht das Rettungsteam nach verschütteten Personen und leistet medizinische Hilfe. Moderne Technik kann die Helfer bei ihrer Arbeit unterstützen. "Wir freuen uns, dass die DLR-Technologien durch die Kooperation mit der I.S.A.R. Germany sofort dort eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden", erläutert Dr. Dennis Göge, Programmkoordinator Sicherheitsforschung des DLR. "Außerdem hat die verstärkte Zusammenarbeit den Vorteil, dass zukünftige Technologien im Bereich des Krisen- und Katastrophenmanagement gemeinsam auf den realen Einsatz hin entwickelt werden."

Unterstützung aus der Luft und direkt vor Ort

Hierfür werden beispielsweise am Institut für Optische Sensorsysteme des DLR spezialisierte Kamerasysteme entwickelt, die unter anderem die Suche nach Verschütteten ermöglichen. Diese Systeme sind so kompakt, dass sie auch an kleinen unbemannten Flugsystemen (UAV) betrieben werden können - eine wertvolle Ergänzung zur Ortungs- und Bergungstechnik des I.S.A.R.-Teams. "Mit der Echtzeitfunktionalität unserer MACS-Ka­me­ra­sys­te­me ist es möglich, bei Großschadenslagen binnen weniger Minuten ein Einsatzgebiet aus der Luft zu kartieren - ohne komplizierte Infrastruktur, bei Tag und zukünftig auch in der Nacht. Wir hoffen, damit einen wichtigen Beitrag für die Koordinierung der Einsatzkräfte vor Ort leisten zu können", erläutert Projektleiter Ralf Berger. Die weiteren Entwicklungen und Erprobungen werden in enger Abstimmung mit den Einsatzleitern von I.S.A.R. erfolgen. So können die DLR-Wissenschaftler die speziellen Anforderungen von Rettungseinsätzen bei der Entwicklung von zukünftigen Kamerasystemen umsetzen.

Unterstützung aus der Luft im Krisenfall
Unterstützung aus der Luft im Krisenfall
Credit: DLR

DLR-Technik hilft schon jetzt, Menschen zu retten

Auf die Satellitenbilddaten des DLR greift die Hilfsorganisation bereits seit mehreren Jahren zurück. "Wir sind sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem DLR während unserer Einsätze. Sie haben unsere Erkundungsmaßnahmen erheblich unterstützt", sagt Daniela Lesmeister, Vorsitzende der I.S.A.R. Germany. "Mit dem bereitgestellten Kartenmaterial konnten wir stark betroffene Stellen direkt ausmachen und unsere Teams vor Ort effizient koordinieren."

Zuletzt unterstützte das Zen­trum für sa­tel­li­ten­ge­stütz­te Kri­sen­in­for­ma­ti­on (ZKI) (ZKI) am DLR DFD (EOC) des DLR die Hilfsorganisation bei ihrem Einsatz nach dem schweren Wir­bel­sturm "Matt­hew" in der Karibik Anfang Oktober 2016. Es half den Rettungskräften, einen Überblick über das betroffene Gebiet zu gewinnen, das Ausmaß der Schäden einzuschätzen sowie den Hilfseinsatz zu organisieren. "Durch diese Zusammenarbeit und die Erfahrungen aus den Einsätzen im Katastrophengebiet bekommen wir wichtige Anregungen, wie wir unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten noch gezielter auf die Anforderungen im Katastrophenmanagement und zur Unterstützung von humanitären Hilfseinsätzen ausrichten und verbessern können", erklärt Prof. Günter Strunz, Abteilungsleiter am EOC.

Sicherheitsforschung

In der Sicherheitsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit verteidigungs- und sicherheitsrelevantem Bezug in Abstimmung mit den Partnern in Staat, Wissenschaft, Industrie und internationalen Organisationen geplant und gesteuert. Der Querschnittsbereich Sicherheitsforschung verknüpft dabei die Kernkompetenzen aus den etablierten DLR-Programmen der Luftfahrt, Raumfahrt, Energie und des Verkehrs. Insgesamt mehr als zwanzig DLR-Institute und - Einrichtungen liefern im Rahmen ihrer sicherheitsrelevanten Arbeiten Beiträge zur Entwicklung, Erprobung und Bewertung von Technologien, Systemen und Konzepten sowie zur Analyse- und Bewertungsfähigkeit hinsichtlich sicherheitsrelevanter Anwendungen.

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