15. Dezember 2016

Spaceo­pal wei­te­re zehn Jah­re für Ga­li­leo-Ge­samt­be­trieb ver­ant­wort­lich

Ver­trags­un­ter­zeich­nung zwi­schen Spaceo­pal und der GSA
Bild 1/4, Credit: François de Ribaucourt .

Vertragsunterzeichnung zwischen Spaceopal und der GSA

Bei ei­nem Event in Brüs­sel wur­de der neue Ver­trag zwi­schen der GSA und Spaceo­pal un­ter­zeich­net. Da­mit kann das Un­ter­neh­men die Ga­li­leo Sa­tel­li­ten wei­te­re zehn Jah­re be­trei­ben. Die Kon­troll­zen­tren be­fin­den sich in Ober­pfaf­fen­ho­fen und Fu­ci­no. Den Ver­trag un­ter­zeich­ne­ten (von links nach rechts) Gi­u­sep­pe Len­zo (Ma­na­ging Di­rec­tor Spaceo­pal), Car­lo Des Do­ri­des (Exe­cu­ti­ve Di­rec­tor GSA) und Si­mon Plum (Ma­na­ging Di­rec­tor Spaceo­pal)
Prof. Eh­ren­freund be­stä­tigt die zu­ver­läs­si­ge Ar­beit von Spaceo­pal
Bild 2/4, Credit: François de Ribaucourt .

Prof. Ehrenfreund bestätigt die zuverlässige Arbeit von Spaceopal

DLR-Vor­stands­vor­sit­zen­de Prof. Eh­ren­freund (Mit­te) freu­te sich über die er­neu­te Wahl von Spaceo­pal. Sie wies bei ih­rer Re­de noch­mals auf die große Be­deu­tung von Ga­li­leo hin und be­stä­tig­te vol­ler Lob die her­vor­ra­gen­de Ar­beit des Ga­li­leo-Teams bei Spaceo­pal.
Galileo Konstellation - Darstellung
Ga­li­leo Kon­stel­la­ti­on - Dar­stel­lung
Bild 3/4, Credit: ESA.

Galileo Konstellation - Darstellung

Das Ga­li­leo-Sys­tem be­ruht auf ei­ner Kon­stel­la­ti­on von 30 Na­vi­ga­ti­ons­sa­tel­li­ten im Vol­l­aus­bau.
Ga­li­leo-Kon­troll­zen­trum beim DLR in Ober­pfaf­fen­ho­fen
Bild 4/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Galileo-Kontrollzentrum beim DLR in Oberpfaffenhofen

Aus dem Ga­li­leo-Kon­troll­zen­trum wer­den al­le Sa­tel­li­ten des Ga­li­leo-Na­vi­ga­ti­ons­sys­tems ge­steu­ert.

Am 15. Dezember 2016 hat das europäische Satellitennavigationssystem Galileo einen weiteren Schritt hin zum künftigen Routinebetrieb gemacht. Die European GNSS Agency (GSA) hat im Auftrag der Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­ondurch durch einen Vertrag, der heute in Brüssel unterschrieben worden ist, den Betrieb von Galileo für die nächsten zehn Jahre an das Münchener Unternehmen spaceo­pal GmbH übertragen.

Spaceopal ist ein Gemeinschaftsunternehmen der DLR Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen (GfR) mbH und der italienischen Te­le­spa­zio (Ita­li­en). Beide Seiten bringen dabei ihre Galileo-Kontrollzentren in Oberpfaffenhofen und Fucino ein. "Jetzt und auch in Zukunft wird mit diesem Auftrag ein entscheidender Beitrag zur Stabilität und Kontinuität für den Betrieb des Galileo-Systems und damit für die Bereitstellung wichtiger Navigations- und Zeitdienste erbracht. Gleichzeitig kann damit signifikant zur Weiterentwicklung des Systems, der angebotenen Dienste sowie der Nutzertechnologien beigetragen werden", kommentiert Professor Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie, die Vertragsunterzeichnung und ergänzt: "Diesen Auftrag betrachten wir als Bestätigung der erfolgreichen und engagierten Arbeit der am Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten fünf Jahren, denen ich an dieser Stelle herzlich danken möchte."

Für die Vergabe dieses Betriebsauftrags hat die GSA eine europaweite Ausschreibung durchgeführt. "Wir hatten sehr starke Mitbewerber, aber wir sind natürlich sehr froh und stolz über das in uns gesetzte Vertrauen", berichtet der deutsche Geschäftsführer der Spaceopal GmbH Simon Plum. "Die letzten Jahre waren eine wirkliche Herausforderung. Parallel zu dem zwei Jahre laufenden Ausschreibungsverfahren haben wir fünf Starts mit insgesamt zwölf neuen Satelliten unterstützt, etliche Erweiterungen in das Galileo-System integriert und uns auf die ersten Galileo-Dienste - Initial Services genannt - vorbereitet."

Besonderheiten des Galileo-Betriebs

Der Betrieb eines Satellitennavigationssystems ist außerordentlich komplex und für Europa eine große Herausforderung. Deshalb stützt sich Spaceopal bei der Bewältigung dieser Aufgaben auf die gesammelten Erfahrungen aus den letzten Jahren sowie auf ein kompetentes Industrieteam, zu dem neben den eigenen Gesellschaftern eine Reihe namhafter europäischer Unternehmen zählt. Die besondere Herausforderung liegt im engen Zusammenwirken des Betriebs der künftig rund 30 Satelliten im All, der Einbindung der weltweiten Antennenstandorte und der Betreuung der Anwender.

Aus Sicherheitsgründen ist der Betrieb auf die zwei Kontrollzentren in Oberpfaffenhofen bei München und im italienischen Fucino verteilt. Oberpfaffenhofen ist insbesondere verantwortlich für die Kontrolle der Satelliten, während sich Fucino überwiegend um die Prozessierung der Navigationsdaten kümmert.

Die Satelliten immer im Blick

Die DLR GfR mbH ist ein Unternehmen, das zuverlässige und sichere Services im kommerziellen Luft- und Raumfahrtbereich anbietet. Sie steuert und überwacht die Galileo-Satellitenkonstellation im Galileo Kontrollzentrum am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen. "Die DLR GfR freut sich, die Galileo Satellitenkonstellation, deren erste Satelliten im Jahr 2011 in der Erdumlaufbahn in rund 23.000 Kilometern Entfernung positioniert wurden, unter Beachtung der hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Sicherheit langfristig weiter steuern zu können. Unser erfahrenes Betriebs- und Wartungsteam steht hinter dieser wichtigen Aufgabe", so Walter Päffgen, Geschäftsführer der DLR GfR mbH.

Hintergrund zur GSA

Die Agentur für das Europäische GNSS (GSA) unterstützt die Europäische Kommission bei Aufgaben zum Aufbau und Betrieb eines globalen Navigationssatellitensystems (GNSS). Die GSA ist für die Markteinführung in allen Anwendungsbereichen zuständig. Die Europäische Kommission hat die in Prag ansässige GSA mit den Planungen für die Betriebsphase des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo beauftragt. Die Vermarktung bzw. die Profitphase soll von der GSA geleitet werden.

Hintergrund zu Galileo

Mit dem von der Europäischen Kommission bereitgestellten Leuchtturmprojekt "Galileo" wird Europa unabhängig von den Navigationsdiensten GPS (USA), GLONASS (Russland) und Beidou (China), die jeweils unter militärischer Kontrolle stehen. Galileo ist ein eigenständiges Satellitennavigationssystem für zivile Zwecke. So wird garantiert, dass jederzeit Navigationssignale zur Verfügung stehen. Mit 30 Satelliten ist Galileo in der Lage Positionsbestimmungen zu liefern, die genauer sind als GPS - an jedem Punkt der Erde, rund um die Uhr.

Am 17. November 2016 wurden weitere vier Galileo-Satelliten mit einer Ariane 5 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guyana) gestartet. Damit hat die Satellitenkonstellation eine Größe erreicht, die erste Galileo-Dienste bereitstellen kann.

Kontakt
  • Walter Päffgen
    DLR Ge­sell­schaft für Raum­fahr­t­an­wen­dun­gen (GfR) mbH
    DLR Ge­sell­schaft für Raum­fahr­t­an­wen­dun­gen (GfR)
    Tech­ni­scher Ge­schäfts­füh­rer
    Telefon: +49 8153 28-3655
    Fax: +49 8153 28-1232
    Münchener Straße 20
    82234 Weßling
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  • Simon Plum
    DLR Ge­sell­schaft für Raum­fahr­t­an­wen­dun­gen (GfR) mbH, Ge­schäfts­füh­rer für das Ga­li­leo-Pro­gramm
    DLR Ge­sell­schaft für Raum­fahr­t­an­wen­dun­gen (GfR) mbH
    Ge­schäfts­füh­rer für das Ga­li­leo-Pro­gramm
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    Telefon: +49 8153 28-4365

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  • Miriam Poetter
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Ober­pfaf­fen­ho­fen, Augs­burg, Weil­heim
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 8153 28-2297
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