20. Januar 2017
Röntgeninstrument wird zum Satellitenhersteller nach Russland transportiert

Welt­raum­te­le­skop eRO­SI­TA fer­tig­ge­stellt

Spiegelmodule von eROSITA
Spie­gelm­odu­le von eRO­SI­TA
Bild 1/3, Credit: MPE

Spiegelmodule von eROSITA

Die sie­ben par­al­lel aus­ge­rich­te­ten iden­ti­schen Spie­gelm­odu­le des Welt­raum­te­le­skops eRO­SI­TA sam­meln hoch­ener­ge­ti­sche Pho­to­nen und lei­ten die­se an Rönt­gen­ka­me­ras wei­ter. Rund 100.000 Ga­la­xien­hau­fen soll das In­stru­ment wäh­rend sei­ner Missi­on neu ent­de­cken.
Con­tai­ner mit Welt­raum­te­le­skop
Bild 2/3, Credit: MPE.

Container mit Weltraumteleskop

Si­cher in ei­nem Con­tai­ner ver­staut geht das Welt­raum­te­le­skop an Bord ei­ner Boe­ing 747 auf die Rei­se nach Mos­kau, wo es zu­sam­men mit dem rus­si­schen Te­le­skop ART-XC in die Raum­fäh­re Spec­trum Ro­ent­gen Gam­ma in­te­griert wird.
Fracht­flug­zeug für den Trans­port von eRO­SI­TA
Bild 3/3, Credit: MPE.

Frachtflugzeug für den Transport von eROSITA

Am Mor­gen des 20. Ja­nu­ar 2017 ging es für das Rönt­gen­te­le­skop eRO­SI­TA auf die Rei­se zum Sa­tel­li­ten­her­stel­ler La­voch­kin. Ge­gen 11 Uhr MEZ lan­de­te das Fracht­flug­zeug am Mos­kau­er Flug­ha­fen.

  • Das Röntgenteleskop eROSITA ist nun startbereit und ging am 20. Januar 2017 an Bord eines Frachtflugzeugs auf die Reise nach Moskau.
  • Wissenschaftler rechnen damit, dass rund 100.000 Galaxienhaufen nachgewiesen werden, aus deren Verteilung Rückschlüsse über Struktur und zeitlichen Entwicklung des Universums gezogen werden können.
  • Im Jahr 2018 wird eROSITA an Bord von SRG mit einer Proton-Rakete vom russischen Startplatz Baikonur in Kasachstan ins All starten.

Das Röntgenteleskop eROSITA ist nun startbereit: Nicht in den Weltraum, aber nach Moskau ging die Reise am 20. Januar 2017 an Bord eines Frachtflugzeugs für das Hauptinstrument der russisch-deutschen Weltraummission Spectrum-Roentgen-Gamma (SRG). Das Instrument des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik (MPE), das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert wird, soll den gesamten Himmel in bisher nicht erreichter Präzision durchmustern und so tiefere Einblicke in die Struktur des Universums und Hinweise auf die Natur der Dunklen Energie liefern. Im Jahr 2018 wird eROSITA an Bord von SRG mit einer Proton-Rakete vom russischen Startplatz Baikonur in Kasachstan ins All starten.

Beobachtungsposten in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung zur Erde

Grünes Licht für den Transport gab es bereits am 12. Januar 2017: "Nach Abschluss einer ausgiebigen Testphase, in der das Instrument unter Weltraumbedingungen auf Herz und Nieren untersucht und den Belastungen eines Raketenstarts ausgesetzt wurde, hat ein Team unter Leitung des DLR Raumfahrtmanagements die Testergebnisse überprüft", so DLR-Programmleiter Hartmut Scheuerle. "Dabei wurde festgestellt, dass das Instrument alle Anforderungen erfüllt und der Übergabe an den russischen Satellitenhersteller Lavochkin nichts mehr im Wege steht."

In Moskau angekommen wird eROSITA in einem Reinraum des Raumfahrtunternehmens NPO S.A. Lavochkin zusammen mit dem russischen Teleskop ART-XC in die Raumfähre Spectrum Roentgen Gamma integriert werden. In den nächsten Monaten finden Tests mit dem Gesamtsystem statt, in denen unter anderem das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten überprüft wird. Nach seinem Start wird sich SRG auf die Reise zu seinem künftigen Beobachtungsposten im All, dem zweiten Lagrange-Punkt (L2) machen, der sich in etwa 1,5 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde befindet.

Neu entdeckte Galaxienhaufen erlauben Rückschlüsse auf die Struktur des Universums

Von dort aus begibt sich das Instrument auf die Suche nach bisher unentdeckten Himmelskörpern. Da eROSITA wesentlich empfindlicher ist als frühere Instrumente, rechnen Wissenschaftler damit, dass rund 100.000 Galaxienhaufen nachgewiesen werden, aus deren Verteilung Rückschlüsse über die Struktur des Universums und zu seiner zeitlichen Entwicklung gezogen werden können. Damit erhofft man sich Hinweise auf die Natur der "Dunklen Energie", jenes mysteriösen Phänomens, welches das Universum beschleunigt expandieren lässt. Das Teleskop wird aber auch eine Fülle anderer Objekte entdecken, wie Materie schluckende Schwarze Löcher, Neutronensterne oder die Gasreste explodierter Supernovae.

Sieben Spiegelmodule sammeln Lichtteilchen aus dem All

Das Röntgenteleskop eROSITA besteht aus sieben parallel ausgerichteten identischen Spiegelmodulen mit jeweils 54 ineinander geschachtelten, vergoldeten Spiegeln. Diese sammeln hochenergetische Photonen und leiten diese an die Röntgenkameras weiter, die im Brennpunkt eines jeden Spiegelmoduls platziert sind. Für maximale Leistung müssen diese Kameras mit einem komplexen Rohrsystem auf -90 Grad Celsius gekühlt werden. Damit ist sichergestellt, dass eROSITA 25-mal empfindlicher ist als das ROSAT-Teleskop, das in den 90er Jahren die erste tiefe Himmelsdurchmusterung im Röntgenbereich durchführte.

Der Startschuss für das Projekt eROSITA war im Frühjahr 2007 gefallen, als das DLR Raumfahrtmanagement und die russischen Raumfahrtagentur Roskosmos eine Vereinbarung über den Mitflug des Instruments im Rahmen der russischen Mission "Spectrum-Roentgen-Gamma" unterzeichneten. Entwickelt und gebaut wurde eROSITA unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik (MPE) in Garching. Beiträge zu Software, Hardware, Missionsplanung und Computersimulationen kamen auch vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universitäten Tübingen, von der Sternwarte der Universität Erlangen-Nürnberg, der Sternwarte der Universität Hamburg und dem Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam. Das DLR Raumfahrtmanagement fördert das Projekt eROSITA mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und ist in programmatischen Fragen zur Spektrum-Roentgen-Gamma Mission Ansprechpartner der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos.

Kontakt
  • Diana Gonzalez
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment
    Stra­te­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 228 447-388
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
    Kontaktieren
  • Hartmut Scheuerle
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment
    Ex­tra­ter­re­strik
    Telefon: +49 228 447-345
    Fax: +49 228 447-745
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
    Kontaktieren
Neueste Nachrichten

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

Hauptmenü