16. Februar 2017
DLR leitet EU-geförderte Forschungsprojekte

Mehr Sicherheit und Effizienz an Flughäfen

Remote Tower Center
Bild 1/4, Quelle: DLR (CC-BY 3.0).

Remote Tower Center

Im Kontrollzentrum werden mehrere Flughäfen aus der Ferne überwacht und betreut. Hier kann, je nach Verkehrsaufkommen, ein einziger Controller für mehrere Flughäfen das Luftverkehrsmanagement übernehmen.

Mit Kameras alles im Blick
Bild 2/4, Quelle: DLR (CC-BY 3.0).

Mit Kameras alles im Blick

Für das Remote Tower Projekt ist eine ganzheitliche Videoerfassung der örtlichen Situation essentiell, um ein hochwertiges, sicheres und vollständiges Flugverkehrsmanagement aus der Ferne gewährleisten zu können.

Integrated Airport Operations
Bild 3/4, Quelle: DLR (CC-BY 3.0).

Integrated Airport Operations

Das Projekt PJ28 demonstriert die Integration der Lösungen des SESAR 1 Programms in einer möglichst realen Umgebung.

Gefördert durch SESAR Joint Undertaking
Bild 4/4, Quelle: DLR (CC-BY 3.0).

Gefördert durch SESAR Joint Undertaking

Die beiden Projekte werden vom SESAR Joint Undertaking unter den Projektnummern (Grant Agreements) 730195 und 731787 aus dem Horizon 2020 Programm der Europäischen Union gefördert.

  • DLR leitet zwei der insgesamt 25 Projekte des mit 585 Millionen Euro ausgestatteten EU-Forschungsprogramms SESAR 2020 für mehr Sicherheit und Effizienz im Flugverkehr
  • Im Projekt 'Remote Tower' arbeiten 39 internationale Partner an abgestimmten Lösungen, damit mehrere Flughäfen aus einem 'Remote Tower Center' sicher und effizient kontrolliert werden können.
  • Das Projekt 'Integrated Airport Operations' demonstriert großangelegt Innovationen für mehr Kapazität, Sicherheit und Umweltverträglichkeit im Flugverkehr, die im Vorgängerprogramm SESAR 1 entwickelt wurden, um die Anwendung im Europäischen Luftverkehrssystem vorzubereiten

Die Modernisierung des Flugverkehrsmanagements ist eine der zentralen Herausforderungen der heutigen Luftfahrtforschung. Dafür hat die Europäische Union das SESAR (SESAR) als Teil des Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020 mit insgesamt 25 Projekten ins Leben gerufen. Zwei Projekte mit dem Schwerpunkt auf sicheren und effizienten Flughäfen von morgen sind nun unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gestartet. Im Fokus stehen die Anwendung der Fernüberwachungstechnik, die das Flugverkehrsmanagement für einen oder mehrere Airports aus einem Kontrollzentrum (Remote Tower Center) ermöglicht, sowie der umfangreiche Testbetrieb neuer Entwicklungen im Flugverkehrsmanagement am Boden.

Weltgrößtes Remote Tower Forschungsprojekt

Remote Tower beschreibt ein Konzept, bei dem Fluglotsen oder Fluginformationsdienste in Zukunft das Flugverkehrsmanagement vor allem für ländliche Flughäfen mit geringem Verkehrsaufkommen aus einem 'Remote Tower Center' mittels Videoübertragung bereitstellen, anstatt herkömmlich aus dem örtlichen Tower. "Im Projekt PJ05 Remote Tower arbeiten 39 internationale Partner aus Industrie, Flugsicherung und Forschung zusammen, um abgestimmte Lösungen zu erarbeiten, wie mehrere Flughäfen aus einem 'Remote Tower Center' sicher und effizient kontrolliert werden können.", sagt der Projektkoordinator Jörn Jakobi vom DLR-Institut für Flugführung. "Unser Ziel ist es, das Remote Tower Konzept darauf vorzubereiten, ein sicheres, hochwertiges und kosteneffizientes Luftverkehrsmanagement für mehrere Flughäfen mit einem einzigen Controller zu ermöglichen. Dadurch werden gerade kleinere Flughäfen tragbar bleiben und der globalen Nachfrage nach steigender Mobilität und Vernetzung gerecht werden." Das Projekt mit Gesamtkosten von rund 18 Millionen Euro wird zu rund 50 Prozent von der EU gefördert. Kleinere Flughäfen in Ungarn, Deutschland, Schweden, Litauen, Norwegen, der Slowakei, Italien und Polen stellen die Erprobungsumgebung.

Innovatives Management eines Flughafens in der Großdemonstration

Die Sicherheit und Kapazität erhöhen, während Treibstoffverbrauch und Verspätungen sinken, all das sollen Innovationen aus dem vorangegangenen SESAR 1-Forschungsprogramm ermöglichen, die nun in einer Großdemonstration fit für die Praxis gemacht werden. "Das Projekt PJ28 Integrated Airport Operations hat sich zum Ziel gesetzt, die in SESAR 1 erarbeiteten und validierten Lösungen in einer möglichst realen Live-Umgebung zu demonstrieren.", sagt Projektleiter Steffen Loth vom DLR-Institut für Flugführung. "Im Detail geht es darum, den Einsatz und die Integration der in SESAR 1 entwickelten Systeme im Europäischen Luftverkehrssystem zu unterstützen und durch Demonstrationen die Nutzer davon zu überzeugen, diese im Europäischen Luftverkehrssystem zu implementieren". Das Projekt wird mit rund 4 Millionen Euro von der EU gefördert bei Gesamtkosten von rund 8 Millionen Euro. Einzelne Großfeldversuche sind an den Flughäfen Hamburg, Nizza und Budapest geplant. Ergänzt werden die Testläufe an den Flughäfen durch zwei Onboard-Demonstrationen, bei denen es um den Einsatz neuer Lösungen im Flugzeug geht. Acht europäische Partner und Konsortien beteiligen sich an den Versuchen, darunter Thales, Honeywell, DSNA, Airbus und Indra, sowie die Konsortien NATMIG und B4.

Die Leitung beider SESAR 2020-Projekte liegt formell beim Konsortium AT-One, dem das DLR als Konsortialführer sowie das niederländische NLR und der Industriepartner Rohde & Schwarz angehören. Beide Projekte gehören zu insgesamt 25 Vorhaben des mit 585 Millionen Euro ausgestatteten Programms SESAR 2020.

Das SESAR-Programm (SESAR 1 und SESAR 2020) ist die technologische Antwort auf die großen Herausforderungen im europäischen Flugverkehrsmanagement (ATM). Ziel des Gemeinsamen Unternehmens SESAR (SJU) ist die Modernisierung des europäischen ATM-Systems, um der lähmenden Überlastung des europäischen Luftraums ein Ende zu bereiten und die ökologischen Folgen des Luftverkehrs zu mindern. Erreicht werden soll dies durch Koordinierung und Zusammenfassung aller einschlägigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bei der Gemeinschaft. Partnerschaft, Nachhaltigkeit und Benutzerorientierung sind die Schlüsselbegriffe des SJU, das 2007 von der Europäischen Gemeinschaft und EUROCONTROL ins Leben gerufen wurde. Es verbindet, neben den beiden Gründungsmitgliedern, 19 Mitglieder der Industrie, über 100 eingebundene Firmen aus dem ATM-Bereich sowie über 60 Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Die beiden Projekte PJ05 und PJ28 werden vom SESAR Joint Undertaking unter den Projektnummern (Grant Agreements) 730195 und 731787 aus dem Horizon 2020 Programm der Europäischen Union gefördert.

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