3. Juni 2017

Bi­en­ve­nue Tho­mas – Von der ISS zum DLR-Köln

Tho­mas Pes­quet im Co­lum­bus-Mo­dul der ISS
Bild 1/4, Credit: ESA/NASA.

Thomas Pesquet im Columbus-Modul der ISS

Noch kurz vor dem En­de sei­ner Missi­on auf der ISS hat Pes­quet Ex­pe­ri­men­te zur Flüs­sig­keits­ver­schie­bung im Kör­per und de­ren Aus­wir­kun­gen auf den Druck in Au­gen und Ge­hirn durch­ge­führt.
Oleg No­wiz­ki tes­tet sei­nen Au­gen­in­nen­druck
Bild 2/4, Credit: ESA/NASA.

Oleg Nowizki testet seinen Augeninnendruck

Astro­nau­ten lei­den, ins­be­son­de­re nach Lang­zeit­mis­sio­nen, un­ter dem Ver­lust von Kno­chen- und Mus­kel­mas­se und ei­nem ver­än­der­ten Herz­kreis­lauf­sys­tem. Zu­sätz­lich tre­ten bei ei­ni­gen Astro­nau­ten auch Ver­än­de­run­gen an den Au­gen auf.
Wohn­be­reich im :en­vi­hab
Bild 3/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Wohnbereich im :envihab

Den Wis­sen­schaft­lern steht im DLR-For­schungs­ge­bäu­de ":en­vi­hab" ei­ne be­son­de­re In­fra­struk­tur zur Ver­fü­gung. Ne­ben Un­ter­kunfts­räu­men für Astro­nau­ten, de­ren Fa­mi­lie und Be­treu­er fin­den sich fast al­le Un­ter­su­chungs­ein­rich­tun­gen un­ter dem­sel­ben Dach. Für ra­dio­lo­gi­sche Un­ter­su­chun­gen steht bei­spiels­wei­se ein PET-MRT zur Ver­fü­gung, es gibt ei­nen Be­reich für Tests der Fit­ness und Mus­kel­kraft so­wie Ana­ly­semög­lich­kei­ten für die er­ho­be­nen La­bor­wer­te.
Pes­quet im Wohn­be­reich des :en­vi­hab
Bild 4/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Pesquet im Wohnbereich des :envihab

Die ers­ten Ta­ge nach sei­ner Rück­kehr ver­brach­te Tho­mas Pes­quet im DLR-For­schungs­ge­bäu­de :en­vi­hab. Dort wur­den um­fang­rei­che me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chun­gen durch­ge­führt.

Nach mehr als einem halben Jahr im Weltall ist der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet zur Erde zurückgekehrt. Die ersten Tage nach seiner Landung wird er im Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) verbringen. Den 39-Jährigen erwarten zahlreiche medizinische Tests und Untersuchungen, deren Ergebnisse unter anderem den Einfluss der Schwerelosigkeit auf seinen Körper dokumentieren.

Bevor Pesquet am 17. November 2016 zur internationalen Raumstation ISS aufbrach, musste er umfangreiche medizinische Untersuchungen absolvieren. Die Tests im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin dienten vor allem der genauen Dokumentation seiner körperlichen Verfassung vor dem Flug ins All.

Die medizinischen Daten von Astronauten werden weltweit nach identischen Standards erhoben, um verlässliche Vergleichswerte für eine wissenschaftliche Auswertung zu erhalten. Das Ziel der Forschung ist, bessere Informationen über die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper zu erhalten. Auf dieser Grundlage werden Gegenmaßnahmen für die negativen Effekte der Schwerelosigkeit entwickelt.

Einfluss der Schwerelosigkeit

Astronauten leiden, insbesondere nach Langzeitmissionen, unter dem Verlust von Knochen- und Muskelmasse und einem veränderten Herzkreislaufsystem. Zusätzlich treten bei einigen Astronauten auch Veränderungen an den Augen auf. Noch kurz vor dem Ende seiner Mission auf der ISS hat Pesquet Experimente zur Flüssigkeitsverschiebung im Körper und deren Auswirkungen auf den Druck in Augen und Gehirn durchgeführt.

Thomas Pesquet war rund sechseinhalb Monate auf der Raumstation. Während seines Aufenthalts hat er täglich zwei bis zweieinhalb Stunden seine Muskulatur trainiert, um dem Verlust von Knochen- und Muskelmasse entgegen zu wirken.

In den Tagen nach seiner Rückkehr werden zahlreiche Untersuchungen zeigen, wie effizient dieses Training war. Jede Veränderung der körperlichen Leistungsfähigkeit, im Vergleich zu den vor dem Flug erhobenen Daten, wird aufgezeichnet und anschließend ausgewertet.

Umfangreiche Tests

Als erstes stehen allgemeine medizinische Tests zur Funktion des Herzkreislaufsystems, Fitness, Muskelfunktionen, allgemeinem Gesundheitsstatus sowie eine Augenuntersuchung an. Danach folgen wissenschaftliche Experimente unter internationaler Beteiligung:

• ESA/Europa: Muskel- und Knochenuntersuchung, Untersuchung Gehirn-Strukturen
NASA/USA: Datenerhebung allgemeiner Gesundheitsstatus, Augen/Herz-Kreislauf, DNA-Tests, Immunsystem
CSA - Ca­na­di­an Space Agen­cy/Canada: Herz-Kreislauf/Gefäßsystem, Herz-Kreislauf/Blut, Knochen
JA­XA - GLO­BAL/Japan: Immunsystem, Herz-Kreislauf/Augen

Den Wissenschaftlern steht im DLR-Forschungsgebäude ":envihab" eine besondere Infrastruktur zur Verfügung. Neben Unterkunftsräumen für Astronauten, deren Familie und Betreuer finden sich fast alle Untersuchungseinrichtungen unter demselben Dach. Für radiologische Untersuchungen steht beispielsweise ein PET-MRT zur Verfügung, es gibt einen Bereich für Tests der Fitness und Muskelkraft sowie Analysemöglichkeiten für die erhobenen Laborwerte.

Heimreise ohne Umwege

Die Betreuung und Untersuchung europäischer Astronauten, rund 100 Meter vom Europäischen Astronautenzentrum der ESA entfernt, unmittelbar nach ihrer Landung ist noch relativ neu. Alexander Gerst war im November 2014 der erste ESA-Astronaut, der nach seiner Mission direkt nach Köln zurückkehren konnte. Bis dahin wurden alle westeuropäischen Astronauten bei der NASA in den USA und in Russland untersucht.

"Mit Thomas Pesquet kommt der vierte europäische Astronaut im Rahmen des "Direct Return" zu uns ins :envihab. Er wird dort die erste wichtige Phase der Untersuchungen für die Wissenschaft und den Erhalt der Gesundheit nach dem Raumflug verbringen. Zeitgleich absolvieren gerade mehrere Astronauten Tests im Rahmen ihrer jeweiligen Missionen: Samantha Cristoforetti und Timothy Peake sind zu Tests nach ihren jeweiligen Missionen 2015 und 2016 bei uns. Für ihre Missionen in diesem Jahr sind außerdem der Italiener Paolo Nespoli, der Japaner Norishige Kanai und der Amerikaner Randolph Bresnik zu Voruntersuchungen hier." sagte Professor Jens Jordan, Leiter DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin.

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  • Michel Winand
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Köln, Bonn, Jü­lich, Aa­chen, Rhein­bach und Sankt Au­gus­tin
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pres­se
    Telefon: +49 2203 601-2144
    Linder Höhe
    51147 Köln
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