28. August 2017
Forschung für die Digitalisierung

DLR grün­det neu­es In­sti­tut für Da­ten­wis­sen­schaf­ten in Je­na

Neue Ste­le für DLR-In­sti­tut für Da­ten­wis­sen­schaf­ten ent­hüllt
Bild 1/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Neue Stele für DLR-Institut für Datenwissenschaften enthüllt

(V.r.n.l) Wirt­schafts- und Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Wolf­gang Tie­fen­see, DLR-Vor­stands­vor­sit­zen­de Prof. Pas­ca­le Eh­ren­freund,Prof. Hans­jörg Dit­tus, DLR-Vor­stand für Raum­fahrt­for­schung, Wolf­gang Sche­re­met, Ab­tei­lungs­lei­ter In­dus­trie­po­li­tik im Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, Cars­ten Schnei­der, Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on so­wie Ro­bert Ax­mann, Grün­dungs­di­rek­tor des In­sti­tuts, ent­hül­len das In­sti­tuts­schild.
Grün­dungs­ur­kun­de un­ter­zeich­net
Bild 2/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Gründungsurkunde unterzeichnet

(V.r.n.l) Vor­stands­mit­glied Prof. Hans­jörg Dit­tus, DLR-Vor­stands­vor­sit­zen­de Prof. Pas­ca­le Eh­ren­freund und Wirt­schafts- und Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Wolf­gang Tie­fen­see un­ter­zeich­nen die Grün­dungs­ur­kun­de des In­sti­tuts
Grün­dungs­di­rek­tor des DLR-In­sti­tuts für Da­ten­wis­sen­schaf­ten
Bild 3/4, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Gründungsdirektor des DLR-Instituts für Datenwissenschaften

Grün­dungs­di­rek­tor Ro­bert Ax­mann und Mit­ar­bei­te­rin Ca­ri­na Haupt bei der In­sti­tuts­er­öff­nung in Je­na
DLR – Expotentieller Datenzuwachs
Ex­po­nen­ti­el­ler Zu­wachs der Da­ten
Bild 4/4, Credit: iStock/nadla.

Exponentieller Zuwachs der Daten

Das welt­wei­te Da­ten­vo­lu­men be­trug 2016 un­ge­fähr 16 Zet­ta­byte. Aus­ge­schrie­ben al­so: 16 000 000 000 000 000 000 000. Bis 2025 soll sich die­ser Wert ver­zehn­fa­chen (Quel­le: sta­tis­ta.com).

  • DLR eröffnet das Institut für Datenwissenschaften in Jena.
  • Große Datenmengen die aus der Erdbeobachtung, Klimaforschung oder Studien erhoben werden, werden in Jena analysiert und verarbeitet.
  • Das Jenaer Institut forscht in den Breichen Internet of Things, Big Data oder Citizen Science.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Digitalisierung, Big Data, Industrie 4.0

Erdbeobachtung aus dem All produziert sie, aber auch die Klimaforschung oder Studien zum Verkehrsaufkommen auf den Straßen oder in der Luft: Große und heterogene Datenmengen, deren Speicherung, Vernetzung und Analyse immer aufwendiger werden. Mit dem neuen Institut für Datenwissenschaften widmet sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zukunft verstärkt den Herausforderungen, die die Digitalisierung und die Industrie 4.0 mit sich bringt. Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund eröffnete jetzt gemeinsam mit Wolfgang Tiefensee, Thüringens Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, und Wolfgang Scheremet, Abteilungsleiter Industriepolitik im Bundeswirtschaftsministerium, das DLR-Institut in Jena.

"Die Datenmengen, auch und gerade im Bereich der Forschung, wachsen nicht mehr linear an, sondern exponentiell", betonte DLR-Vorstandsvorsitzende Frau Prof. Pascale Ehrenfreund die Notwendigkeit, auf die heutigen Entwicklungen zu reagieren. "Das neue DLR-Institut wird sich daher unter anderem mit Konzepten für Big und Smart Data, den Anforderungen der Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge beschäftigen. Es wird als Zentrum des Wissens und der Expertise für Data Science mit allen DLR-Instituten sowie Partnern aus Industrie und Forschung in Verbindung stehen." Das neue Institut wird sich vor allem mit Methoden zum Management, der Verarbeitung und Analyse von Daten beschäftigen. Mit diesen Themen werden die Forschungsbereiche des DLR erweitert, Synergiepotenziale gehoben und neue nationale und internationale Kooperationen ermöglicht.

Konzepte und Methoden für "Big Data"

Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sagte anlässlich der Institutseröffnung: "Die Digitalisierung unserer Wirtschaft bietet große Potenziale für Innovationen und Produktivität. Das DLR als die größte ingenieurwissenschaftliche Forschungseinrichtung der Luft- und Raumfahrt in Europa nimmt hierbei eine ganz wichtige Rolle ein. So wird sich das neue DLR-Institut in Jena vor allem mit Konzepten für Big Data beschäftigen und der Frage, wie immer größere Datenmengen sinnvoll ausgewertet und intelligent genutzt werden können. Mit dem neuen DLR-Institut stellen wir auch unserer Wirtschaft eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur zur Verfügung."

Das neue Jenaer Institut wird mit jährlich 7,8 Mio. Euro durch den Bund und das Land Thüringen finanziert, der Bund trägt dabei 90 Prozent. Das Land Thüringen stellt darüber hinaus in der Aufbauphase des Instituts die Mittel für die Unterbringung des Instituts in Jena bereit.

"Durch die voranschreitende Digitalisierung fallen in Wirtschaft und Forschung immer größere Datenmengen an. Diese Daten auszuwerten und intelligent zu nutzen, ist eine der großen Chancen, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das DLR-Institut wird dafür einen wichtigen Beitrag leisten", betonte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. "Das neue Forschungsinstitut ist zudem ein weiterer Beleg dafür, dass Thüringen bereits jetzt über eine exzellente Forschungslandschaft verfügt und Schritt für Schritt zu den führenden Bundesländern auf dem Feld der Digitalisierung aufsteigt." Jena sei bereits jetzt in der Spitzengruppe der Forschungsstandorte Deutschlands.

Forschungsfelder von Big Data bis zur Citizen Science

Zu Beginn soll das Institut über vier Abteilungen verfügen: Die Abteilung für Datenmanagement und -analyse von Big Data, also großen, komplexen Datenmengen, wird erforschen, wie beispielsweise heterogene und unstrukturierte Daten automatisch analysiert und verarbeitet werden können oder auch wie zukünftige Datenbanken für den Umgang mit diesen Daten aufgebaut sein müssen. Die Abteilung "Smart Systems" ist unter anderem auf die Digitalisierung der Industrie 4.0 und das Internet der Dinge ausgerichtet - Bereiche, in denen zunehmend Produkte miteinander vernetzt sind und Daten austauschen.

Zudem sollen - vergleichbar mit der Produktion in der Luftfahrt - auch Raumfahrtmissionen von der ersten Idee über die Konstruktion bis hin zur Durchführung verstärkt über gemeinsame Plattformen virtuell und vernetzt erfolgen. Die Forschung und Entwicklung soll in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und Raumfahrtagenturen erfolgen. Weitere Abteilungen setzen ihren Fokus auf die IT-Sicherheit sowie die "Citizen Science", bei der zum Beispiel Daten der Bürger zur Bodenfeuchtigkeit genutzt und verarbeitet werden, um Satellitendaten zur Erdbeobachtung zu kalibrieren.
Insgesamt gründet das DLR sieben neue Forschungsinstitute zu Themen wie Luftfahrt- und Energieforschung, Maritime Sicherheit und Softwareentwicklung, von denen zwei Institute in den neuen Ländern - in Jena und Dresden - angesiedelt werden.

Kontakt
  • Manuela Braun
    Stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on Raum­fahrt
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Pro­gramm­stra­te­gie Raum­fahrt­for­schung und -tech­no­lo­gie
    Telefon: +49 2203 601-3882
    Hansestraße 115
    51149 Köln
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