30. August 2017
Radaraufnahmen von TerraSAR-X

DLR lie­fert Sa­tel­li­ten­da­ten für Wir­bel­sturm Har­vey

Radarsatellit TerraSAR-X
Ra­dar­sa­tel­lit Ter­ra­SAR-X
Bild 1/6, Credit: EADS Astrium.

Radarsatellit TerraSAR-X

Ter­ra­SAR-X um­run­det die Er­de in ei­ner Hö­he von 514 Ki­lo­me­tern auf ei­ner po­la­ren Um­lauf­bahn. Das DLR stell­te ak­tu­el­le Auf­nah­men zur Ver­fü­gung, mit de­nen ei­ne de­tail­liert de­tail­lier­te Ana­ly­se der Über­schwem­mungs­la­ge mög­lich wur­de.
Über­flu­tungs­ge­bie­te bei Hou­ston / Te­xas (USA)
Bild 2/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Überflutungsgebiete bei Houston / Texas (USA)

In­ter­ak­ti­ve Kar­ten­dar­stel­lung der Über­flu­tungs­ge­bie­te bei Hou­ston / Te­xas (USA). Ter­ra­SAR-X Auf­nah­me vom 28. Au­gust 2017.
Über­flu­tungs­ge­biet Cor­pus Chris­ti mit mar­kier­ten Hoch­was­ser­flä­chen
Bild 3/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Überflutungsgebiet Corpus Christi mit markierten Hochwasserflächen

Ter­ra­SAR-X Sa­tel­li­ten­auf­nah­me im Wi­de Scan-Mo­dus vom 28. Au­gust 2017, über­la­gert mit ex­tra­hier­ten Hoch­was­ser­flä­chen (hell­blau) und Fließ­ge­wäs­sern (dun­kel­blau)
Cor­pus Chris­ti vor Har­vey
Bild 4/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Corpus Christi vor Harvey

Ter­ra­SAR-X Sa­tel­li­ten­auf­nah­me vor dem Wir­bel­sturm
Über­flu­tungs­ge­biet Hou­ston mit mar­kier­ten Hoch­was­ser­flä­chen
Bild 5/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Überflutungsgebiet Houston mit markierten Hochwasserflächen

Ter­ra­SAR-X Auf­nah­men vom 29. Au­gust 2017 mit Hoch­was­ser­flä­chen (hell­blau) und Fließ­ge­wäs­sern (dun­kel­blau).
Hou­ston vor Har­vey
Bild 6/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Houston vor Harvey

Auf­nah­me des Über­flu­tungs­ge­bie­tes Hou­ston im Wi­de Scan-Mo­dus, vor dem Wir­bel­sturm

  • Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) stellt aktuelle Aufnahmen und Archivdaten des deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X zur Verfügung.
  • DLR unterstützt das Hurrikan-Krisenmanagement in Texas, USA.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Globaler Wandel, Katastrophen- und Krisenmanagement, Erdbeobachtung

In Erwartung des katastrophalen Hurrikans Harvey ist am Abend des 24. August 2017 frühzeitig die In­ter­na­tio­na­le Ka­ta­stro­phen­char­ta aktiviert worden. Dies wurde durch das Charter-Mitglied USGS (Geologischer Dienst der USA) auf Anfrage der texanischen Katastrophenschutzbehörde "Texas Emergency Management Council" angestoßen. Daraufhin stellte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aktuelle Aufnahmen und Archivdaten des deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X zur Verfügung, mit denen eine detaillierte Analyse und ein großräumiger Überblick der Überschwemmungslage möglich wurde. Auf Basis dieser und anderer Satellitendaten von den 16 in der Charter organisierten Raumfahrtagenturen, arbeitet das Zentrum für Raumfahrtforschung an der Universität Texas derzeit daran, den Informationsbedarf der Katastrophenschützer vor Ort bedarfsgerecht zu bedienen.

"Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X ermöglicht mit seinen vielfältigen Aufnahme-Modi sehr flexibel auf individuelle Krisensituationen reagieren zu können." erklärt André Twele, der als Emergency on-call Officer (ECO) der Charter beim DLR in den ersten Stunden der Aktivierung die Aufgabe hatte, einen ersten Akquisitionsplan der Charter unter Einbeziehung sämtlicher Satellitenressourcen zu erstellen. "Hierbei war die Herausforderung, die anfangs noch grobe Vorhersage der Hurrikan-Zugbahn frühzeitig auf mögliche Schadensgebiete einzugrenzen, um die Satellitenaufnahmen effektiv planen zu können."

Mit Radar gelingt der Blick durch die Wolken

Das Earth Observation Center DLR-Erd­be­ob­ach­tungs­zen­trum (Earth Ob­ser­va­ti­on Cen­ter) - EOC des DLR lieferte die Daten der DLR-Satelliten schnellstmöglich aus. Die Radaraufnahmen von TerraSAR-X in einem besonders großflächigen Aufnahmemodus ermöglichen es, kurz nach Landfall des Hurrikans die Ausmaße der Katastrophe präzise abzubilden. Ein entscheidender Vorteil ist dabei die Wetterunabhängigkeit des Radars. Während optische Satelliten nur Wolkenoberflächen abbilden, "ertastet" das Radarinstrument auf dem Deutschen Satelliten durch Wolken hindurch die Landoberfläche und empfängt das zurückgeworfene "Echo". Da Wasserflächen ein anderes Signal zurücksenden als nicht überschwemmte Oberflächen, sind Radarsatelliten innerhalb der Charter die erste Wahl bei großflächigen Flutkatastrophen.

"Die Charter erlaubt ihren autorisierten Nutzern - in der Regel nationale Katastrophenschutzbehörden - den Charter-Mechanismus bereits zu aktivieren, wenn der Katastrophenfall unmittelbar bevorsteht. Dies ist hier geschehen. So konnten wir unsere Satelliten frühzeitig so programmieren, dass bereits kurz nach dem Landfall des Hurrikans Aufnahmen gemacht wurden", erklärt Jens Danzeglocke vom DLR Raumfahrtmanagement, der die Charter-Aktivitäten in Deutschland koordiniert.

Die aus den Satellitendaten abgeleiteten Überflutungskarten helfen dabei, Schutzmaßnahmen zu koordinieren, beispielsweise bei der Identifikation besonders betroffener Gebiete, der Abschätzung von Schäden an Infrastruktur und Verkehrswegen oder bei der Planung von Evakuierungszentren.  

Hintergrund Internationale Charter "Space and Major Disasters"

Die DLR-Mitgliedschaft in der Charter wird arbeitsteilig durch das DLR Raumfahrtmanagement und das DLR Earth Observation Center (EOC) geleistet. Die Internationale Charter "Space and Major Disasters" ist ein Zusammenschluss von Raumfahrtagenturen und Satellitenbetreibern mit dem Ziel, ein einheitliches System zur schnellen Aufnahme und Auslieferung von Satellitendaten im Katastrophenfall bereitzustellen. Die Mitglieder der Charter ermöglichen damit die kostenfreie Verfügbarkeit von Satellitendaten für autorisierte Nutzer im Katastrophenfall, meist Katastrophenmanagement und Zivilschutzorganisationen, zur Unterstützung von Hilfsmaßnahmen im Fall von großen technischen Katastrophen oder Naturkatastrophen. Die Daten der Charter werden entweder vom Nutzer selbst oder von Einrichtungen wie dem DFD-Nutzerservice beim Zen­trum für sa­tel­li­ten­ge­stütz­te Kri­sen­in­for­ma­ti­on (ZKI) ausgewertet und die Ergebnisse werden den autorisierten Nutzern, den anfragenden Behörden, aber auch der Öffentlichkeit als Kartenprodukte zur Verfügung gestellt.

Kontakt
  • Jens Danzeglocke
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Erd­be­ob­ach­tung
    Telefon: +49 228 447-215
    Fax: +49 228 447-747
    Königswinterer Straße 522-524
    53227 Bonn-Oberkassel
    Kontaktieren
  • Dr.rer.nat. Torsten Riedlinger

    Deut­sches Fer­ner­kun­dungs­da­ten­zen­trum, Zi­vi­le Kri­sen­in­for­ma­ti­on und Ge­o­ri­si­ken
    Telefon: +49 8153 28-3674
    Fax: +49 8153 28-1445
    Kontaktieren
  • Miriam Poetter
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Ober­pfaf­fen­ho­fen, Augs­burg, Weil­heim
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 8153 28-2297
    Fax: +49 8153 28-1243
    Münchener Straße 20
    82234 Weßling
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