22. September 2017
Gewächshäuser für den Mond und Maulwürfe auf dem Mars

DLR prä­sen­tiert sich auf dem In­ter­na­tio­nal Astro­nau­ti­cal Con­gress 2017

DLR Stand auf der In­ter­na­tio­nal Astro­nau­ti­cal Con­gress 2017
Bild 1/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

DLR Stand auf der International Astronautical Congress 2017

Auf dem dies­jäh­ri­gen In­ter­na­tio­nal Astro­nau­ti­cal Con­gress (IAC) im aus­tra­li­schen Ade­lai­de zeigt das DLR zehn Ex­po­na­te aus dem Be­reich der Raum­fahrt. Da­zu ge­hö­ren ein Ge­wächs­haus für Lang­zeit­mis­sio­nen so­wie der "Maul­wurf HP3", der sich 2018 in die Ober­flä­che des Mars häm­mern wird.
Ex­po­na­te aus den Be­rei­chen An­trie­be, Ro­bo­tik und Erd­be­ob­ach­tung
Bild 2/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Exponate aus den Bereichen Antriebe, Robotik und Erdbeobachtung

Das DLR prä­sen­tiert sich vom 25. bis 29. Sep­tem­ber 2017 auf dem IAC in Aus­tra­li­en.
He­at Flow and Phy­si­cal Pro­per­ty Packa­ge
Bild 3/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Heat Flow and Physical Property Package

Die vom DLR ent­wi­ckel­te HP3-Ein­heit (He­at Flow and Phy­si­cal Pro­per­ty Packa­ge, im Bild rechts vorn) an Bord der NA­SA-Mars­mis­si­on
In­tel­li­gent Buil­ding Blocks for On-Or­bit Sa­tel­li­te Ser­vicing and As­sem­b­ly
Bild 4/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Intelligent Building Blocks for On-Orbit Satellite Servicing and Assembly

Im Pro­jekt iBOSS (in­tel­li­gent Buil­ding Blocks for On-Or­bit Sa­tel­li­te Ser­vicing and As­sem­b­ly) ar­bei­ten meh­re­re deut­sche For­schungs­ein­rich­tun­gen un­ter För­de­rung des DLR Raum­fahrt­ma­na­ge­ments an der Rea­li­sie­rung ei­nes mo­du­la­ren Sa­tel­li­ten­kon­zep­tes.
Eugle­na and Com­bi­ned Re­ge­ne­ra­ti­ve Or­ga­nic-Food Pro­duc­ti­on in Space
Bild 5/5, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Euglena and Combined Regenerative Organic-Food Production in Space

2018 star­tet die Missi­on Eu:CRO­PIS (Eugle­na and Com­bi­ned Re­ge­ne­ra­ti­ve Or­ga­nic-Food Pro­duc­ti­on in Space) - ein vom DLR ent­wi­ckel­tes Le­bens­er­hal­tungs­sys­tem, das bei zu­künf­ti­gen astro­nau­ti­schen Lang­zeit­mis­sio­nen zum Ein­satz kom­men soll.
  • Das DLR ist auf dem IAC im australischen Adelaide ab Montag 25. September am Stand Nr. 42 vertreten.
  • Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund nimmt an einer Podiumsdiskussion zu Deep Space Explorationen teil.
  • Am DLR-Stand gezeigt werden unter anderem Exponate aus den Bereichen Antriebe, Robotik und Erdbeobachtung.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Erdbeobachtung, Exploration, Forschung unter Weltraumbedingungen

Mit einem rotierenden Satelliten, der in seinem Inneren Marsgravitation erzeugen kann, einem Baukastensystem für die Satelliten der Zukunft und einem "Maulwurf", der das Marsinnere untersuchen wird, präsentiert sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf dem diesjährigen International Astronautical Congress (IAC). Vom 25. bis 29. September 2017 zeigt das DLR im australischen Adelaide zehn Exponate aus dem Bereich der Raumfahrt.

Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund diskutiert auf dem IAC unter anderem mit Vertretern der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumorganisation ESA und der russischen Weltraumagentur ROSCOSMOS über neue Erkenntnisse und aktuelle Pläne der Mond- und Marsforschung. Ebenso nimmt sie -neben Vertretern der kanadischen, europäischen und US- Weltraumagenturen - an einer Podiumsdiskussion zu möglichen Szenarien für "Deep Space"-Explorationen nach 2024 teil. Mit Konzepten und Plänen für die Zeit nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS beschäftigt sich die von DLR-Raumfahrtvorstand Prof. Hansjörg Dittus geleitete Podiumsdiskussion mit Forschern und Industrievertretern aus aller Welt. DLR-Raumfahrtmanagementvorstand Dr. Gerd Gruppe leitet zudem eine Diskussion zu den aktuellen und zukünftigen Beiträgen Deutschlands zur Raumfahrt.

Zu den in Adelaide ausgestellten Exponaten gehören:

DLR-In­sti­tut für Raum­fahrt­sys­te­me: Pro­jekt – EDEN ISS- Obst und Gemüse in der Antarktis
Das Gewächshaus EDEN-ISS des DLR wird ab Winter 2017 in direkter Nachbarschaft zur Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) ein Jahr lang für frisches Obst und Gemüse sorgen. Mit dem Projekt wollen die beteiligten Wissenschaftler so dicht wie möglich an eine Langzeitmission ins Weltall herankommen: ein isolierter Standort, eine kleine Crew, die in der Abgeschiedenheit zusammenlebt, und eine Versorgungslage, in der frische Nahrungsmittel auf dem Speiseplan sehr willkommen sind. Das Jahr in der Antarktis soll die erste Generalprobe sein, ob die getesteten Systeme auch unter realen, harschen Bedingungen funktionieren.

- der deutsche Hyperspektral-Satellit zur Erdbeobachtung
Mit dem Hyperspektral-Satelliten EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Programme) wird ab 2020 die erste deutsche optische Erdbeobachtungsmission beginnen. Abbildende Spektrometer messen dabei mit einer hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis hin zum kurzwelligen Infrarot und ermöglichen so präzise Aussagen über Zustand und Veränderungen der Erdoberfläche. EnMAP wird vom DLR Raumfahrtmanagement in Bonn mit Mitteln des BMWi umgesetzt.

HP3- Mit dem "Maulwurf" unter die Marsoberfläche
Bisher fand die Erforschung des Mars durch Beobachtungen aus einer Umlaufbahn und durch Messungen unmittelbar auf der Oberfläche statt - die Untersuchung seines Inneren hingegen wurde bisher noch nicht durchgeführt. Dies wird sich ändern, wenn das am DLR entwickelte Experiment HP3 (Heat Flow and Physical Property Package) auf der NASA-Mission InSight im Mai 2018 zum Roten Planeten fliegt. HP3, der "Maulwurf" des DLR, soll dafür mehrere Meter tief in den Marsboden eindringen, um dort Wärmefluss-Messungen vorzunehmen und die thermo-mechanischen Eigenschaften des Marsbodens zu erforschen.

FireBIRD - Feuerdetektion per Satellit
Die Mission FireBIRD ist eine Erdbeobachtungsmission und hat als Hauptaufgabe die Feuerfernerkundung aus dem Weltraum. Dazu zählen das Entdecken und Vermessen von sogenannten Hochtemperaturereignissen und die Bereitstellung der Fernerkundungsdaten für die wissenschaftliche Forschung im DLR und für externe Partner. Neben wissenschaftlichen Zielen dient die Mission auch der Technologie-Erprobung, zum Beispiel im Hinblick auf den Antrieb (Kaltgas) und die Kommunikation (optisch). Alle Segmente dieser Erdbeobachtungsmission werden vom DLR kontrolliert.

Orbital Hub - die Forschungsplattform im All
Die Internationale Raumstation ISS nahm 1998 ihren Anfang mit dem russischen Frachtmodul Sarja - bereits zwei Jahre später zogen die ersten astronautischen Bewohner ein. Seitdem ist die Plattform in 400 Kilometern Höhe ein fliegendes Labor in der Schwerelosigkeit. Technisch wäre der Betrieb - so schätzt die US-Weltraumbehörde NASA - allerdings nur noch bis 2028 möglich. Das DLR hat daher ein Konzept entworfen, wie eine zukünftige Forschungsplattform im niedrigen Erdorbit für die Zeit ab 2028 aussehen könnte: Der "Orbital Hub" besteht aus einem unbemannten Free Flyer sowie einem Wohn- und einem Servicemodul.

Eu:CROPIS: Tomatenzucht im Weltall
Eine Überlebensgemeinschaft aus Bakterien, Tomaten und einzelligen Algen und ein Satellit, der mit seiner Rotation um seine Achse die Schwerkraft von Mond und Mars simulieren kann - das sind die Bestandteile der Mission Eu:CROPIS (Euglena and Combined Regenerative Organic-Food Production in Space) des DLR. Im Frühjahr 2018 sollen zwei Gewächshäuser ins Weltall starten, in denen ein kombiniertes Lebenserhaltungssystem das Abfallprodukt Urin zu Dünger verwertet und so das Wachstum von Tomaten für Mond- und Marshabitate sowie Langzeitmissionen ermöglicht.

HEMP - Mit Plasmaantrieb durchs Weltall
Damit Satelliten mit einer Trägerrakete ihre Umlaufbahn erreichen, müssen sie Schwerkraft und Luftwiderstand überwinden. Für die notwendige Beschleunigung werden chemische Triebwerke mit hoher Schubkraft eingesetzt. Einmal im All angekommen, können dann allerdings elektrische, wesentlich effektivere Triebwerke die Arbeit übernehmen und für die Ausrichtung der Satelliten, ihre Steuerung im Orbit und die Reise durchs Weltall sorgen. Diese Antriebe sind besonders wirkungsvoll, da sie einen höheren spezifischen Impuls erreichen als chemische Antriebe. Das vom DLR Raumfahrtmanagement geförderte elektrische "High Efficiency Multi Stage Plasma"-Triebwerk HEMP soll seinen ersten Einsatz auf dem Heinrich-Hertz-Satelliten absolvieren, der 2021 starten wird.

iBOSS - Satelliten aus dem Baukasten
Wer heute Satelliten für eine Mission entwickelt und baut, schafft etwas Einmaliges, Einzigartiges - gedacht für einen einzigen Einsatz im All. Mit dem vom DLR Raumfahrtmanagement geförderten Projekt iBOSS (intelligent Building Blocks for On-Orbit Satellite Servicing and Assembly) hingegen sollen in Zukunft Satelliten modular - nach dem Baukastenprinzip - entstehen: Aus einem Bausteinkatalog können dabei die einzelnen standardisierten Bestandteile wie zum Beispiel 40 Kubikzentimeter große Würfel und Schnittstellen ausgewählt und zusammengefügt werden.

Die deutsch-französische Klimamission MERLIN
Um effektiven Klimaschutz betreiben zu können, ist es dringend notwendig, den Zyklus des Treibhausgases Methan besser zu verstehen. Allerdings sind gerade Schlüsselregionen wie tropische Feuchtgebiete, Regenwälder und Permafrost-Regionen ohne Satelliten nur schwierig zu kartieren. Der deutsch-französische Kleinsatellit MERLIN (Methane Remote Sensing LIDAR Mission) soll mit Hilfe eines LIDAR-Instruments (Light Detecting and Ranging) ab 2021 aus einer Höhe von rund 500 Kilometern Methan aufspüren und überwachen. Ziel der dreijährigen Mission ist unter anderem die Erstellung einer globalen Weltkarte der Methankonzentrationen. MERLIN wird vom DLR Raumfahrtmanagement mit Mitteln des BMWi umgesetzt.

OSI­RIS - Optische Kommunikation für kleine Satelliten
OSIRIS, das Optical Space Infrared Downlink System, ist ein System des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation zuroptischen Datenübertragung von Satelliten zur Erde. OSIRIS wurde insbesondere für kleine Satelliten optimiert und ermöglicht Datenraten von weit über einem Gigabit pro Sekunde - und liegt somit um Größenordnungen über typischen für kleine Satelliten erreichbaren Datenraten. Optische Kommunikationssysteme sind zudem kleiner, leichter und benötigen weniger elektrische Leistung als vergleichbare Funksysteme.

Kontakt
  • Manuela Braun
    Stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on Raum­fahrt
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
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