29. September 2017
SolarPACES 2017 in Santiago de Chile

Po­si­ti­ve Aus­bli­cke bei der welt­weit wich­tigs­ten Kon­fe­renz zu kon­zen­trie­ren­den So­lar­tech­no­lo­gi­en

Ata­ca­ma-Wüs­te in Chi­le in der Nä­he des Cer­ro Pa­r­anal
Bild 1/2, Credit: Cerro Paranal (CC-BY 4.0).

Atacama-Wüste in Chile in der Nähe des Cerro Paranal

Durch die ho­he Son­nen­ein­strah­lung hat Chi­le ein großen Po­ten­ti­al für den Aus­bau der So­la­r­ener­gie.
So­lar­PACES 2017: Chi­le­ni­scher Ener­gie­mi­nis­ter An­drès Re­bol­le­do be­grüßt
Bild 2/2, Credit: SolarPACES.

SolarPACES 2017: Chilenischer Energieminister Andrès Rebolledo begrüßt

So­lar­ther­mi­sche Kraft­wer­ke sol­len ei­ne der tra­gen­den Säu­len in Chi­les zu­künf­ti­ger Ener­gie­ver­sor­gung sein. Auf dem Po­di­um (vlnr): Ro­d­ri­go Pal­ma, Di­rec­tor So­lar Ener­gy Re­se­arch Cen­ter Chi­le (SERC); Ma­nu­el J. Blan­co, Vor­sit­zen­der des So­lar­PACES Len­kungs­au­schus­ses und Luís Cre­spo, Pre­si­dent der Eu­ro­pean So­lar Ther­mal Elec­tri­ci­ty As­so­cia­ti­on ES­TE­LA.

  • Drei DLR-Institute präsentierten sich auf der SolarPACES Konferenz, dem wichtigsten internationalen Austauschforum für konzentrierende Solartechnologien 2017 in Chile.
  • Chiles Regierung will die solaren Potentiale des Landes nutzen und gestaltet derzeit seine Energieversorgung um.
  • Solarkraftwerke können in sonnenreichen Regionen Strom günstiger als Gaskraftwerke ins Netz einspeisen
  • Schwerpunkt(e): Solarkraftwerke, Energieforschung

An der diesjährigen So­lar­PACES Konferenz, die vom 26. bis 29. September Santiago de Chile stattfand, nahmen fast 500 internationale Teilnehmer aus Wissenschaft, Industrie und Politik teil. Chile gilt im wahrsten Sinne des Wortes als Hotspot für die solare Stromerzeugung. Die chilenische Atacama-Wüste zählt zu den heißesten und trockensten Gebieten der Erde; hier werden weltweit die höchsten solaren Einstrahlungswerte gemessen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) war mit drei Instituten auf der Konferenz vertreten, die ihre Forschungsthemen für konzentrierende Solartechnologien, Wärmespeicher und zur Energiemeteorologie präsentierten.

Enormes Potential an Sonnenenergie in Chile

Das enorme solare Potential ihres Landes will die chilenische Regierung für die Stromerzeugung nutzen und gestaltet die Energieversorgung seit 2014 konsequent um. Die Konferenz findet daher hohe Beachtung in der chilenischen Politik. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet überbrachte per Video ihre Grußworte zur Konferenz. An der Eröffnungssession nahmen Chiles Energieminister Andrés Rebolledo und der Umweltminister Marcelo Mena mit Präsentationen teil. Die zentrale Botschaft der chilenischen Regeriung an die Teilnehmer der Solarpaces Konferenz lautete: Solarthermische Kraftwerke sollen eine der tragenden Säulen in Chiles zukünftiger Energieversorgung sein. Die Weiterentwicklung der dafür erforderlichen Technologien durch Forschung und Industrie haben große Bedeutung.

Minister Rebolledo nennt es eine "Energie-Revolution": Bis 2050 will das Land mindestens 70 Prozent seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien beziehen, bereits 2025 sollen 25 Prozent erreicht werden. Den größten Anteil hieran soll Sonnenenergie haben. Um den Umbau des Energiesystems möglich zu machen, schuf die chilenische Regierung 2014 die geeigneten Rahmenbedingungen. Unter anderem wurden die Regeln in Bieterverfahren für neue Kraftwerke geändert. Diese ermöglichen es, Strom aussolarthermischen Kraftwerken zu wesentlich niedrigeren Kosten als zuvor anzubieten. Solarthermische Kraftwerke wandeln konzentrierte Solarstrahlung in Hochtemperaturwärme um, die zur Erzeugung von Strom und Brennstoffen und als Prozesswärme in der Industrie genutzt werden kann. Aktuell ist ein erstes solarthermisches Kraftwerk in der Atacama-Wüste ist im Bau, zahlreiche weitere Projekte sind in der Entwicklung.

Solarstrom günstiger als Strom aus Gaskraftwerken

Luís Crespo, Präsident der European Solar Thermal Electricity Association ESTELA gab in seiner Ansprache einen positiven Ausblick auf die weltweite Entwicklung der Branche. "Die Zeit optimistisch zu sein ist vorüber, wir haben Grund nun einfach nur realistisch zu sein", sagte Crespo. Denn: In einer Bieterauktion für ein neues Kraftwerksprojekt in Dubai erhielt ein solarthermisches Kraftwerk den Zuschlag, das Strom erstmalig zu einem Preis von unter sieben Euro-Cent/Kilowattstunde anbietet. Das Kraftwerk soll ab 2020 in Betrieb gehen. Crespo hält ähnliche Preisniveaus auch in Südeuropa für realistisch, in Regionen mit höheren Einstrahlungswerten sogar Preise darunter.

Eine Kombination von konzentrierenden Solarsystemen mit Photovoltaik-Systemen ermöglicht darüber hinaus eine Stromversorgung rund um die Uhr, zu noch niedrigeren Preisen. Tagsüber speist die Photovoltaik-Anlage Strom zu unter drei Euro-Cent pro Kilowattstunde ins Stromnetz ein. Das solarthermische Kraftwerk wandelt währenddessen die konzentrierte Solarstrahlung in Hochtemperaturwärme um, die kostengünstig zwischengespeichert und zur Stromerzeugung verwendet wird, wenn die Sonne nicht scheint. "Durch die Kombination der beiden solaren Technologien werden mittlere Strompreise von unter fünf Euro-Cent pro Kilowattstunde erreicht. Bei diesem Preis ist der Solarstrom günstiger als Strom aus Gaskraftwerken - und dies noch ohne die Berücksichtigung des Risikos der fossilen Brennstoffpreisentwicklung und von möglichen CO2-Strafzahlungen", sagte Robert Pitz-Paal, Direktor des DLR-Instituts für Solarforschung.

SolarPACES (Solar Power and Chemical Energy Systems) ist das international führende Forschungsnetzwerk für die solarthermische Stromerzeugung und solarchemische Technologien. Unter dem Dach des Technology Cooperation Programme (TCP) der Internationalen Energieagentur (IEA) koordiniert das Netzwerk die internationale Forschung für konzentrierende Solartechnologien und fördert den Austausch mit Industrie-Experten. 19 Länder aller Kontinente sind im Netzwerk SolarPACES durch ihre führenden Forschungseinrichtungen für konzentrierende Solartechnologien vertreten. Das DLR ist eines der Gründungsmitglieder des SolarPACES Netzwerks und in zahlreichen koordinierenden Funktionen aktiv.

Kontakt
  • Dorothee Bürkle
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Me­dia Re­la­ti­ons
    Telefon: +49 2203 601-3492
    Fax: +49 2203 601-3249

    Kontaktieren
  • Elke Reuschenbach
    Öf­fent­lich­keits­ar­beit
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für So­lar­for­schung
    Telefon: +49 2203 601-4153

    Kontaktieren
  • Dr. Antje Seitz

    In­sti­tut für Tech­ni­sche Ther­mo­dy­na­mik, Ab­tei­lung Ther­mi­sche Pro­zess­tech­nik
    Telefon: +49 711 6862-484
    Kontaktieren
  • Univ.-Prof. Dr.-Ing. Robert Pitz-Paal
    In­sti­tuts­di­rek­tor
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für So­lar­for­schung
    Linder Höhe
    51147 Köln
    Kontaktieren
Neueste Nachrichten

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

Hauptmenü