12. Dezember 2017
Neuzugänge des Navigationssystems sorgen ab Mitte 2018 für nahezu vollständige globale Abdeckung

Ga­li­leo-Sa­tel­li­ten "Ni­co­le", "Zo­fia", "Alex­and­re" und "Iri­na" um­krei­sen die Er­de

Start der Aria­ne-5-Trä­ger­ra­ke­te mit vier Ga­li­leo-Sa­tel­li­ten an Bord
Bild 1/4, Credit: ESA.

Start der Ariane-5-Trägerrakete mit vier Galileo-Satelliten an Bord

Am 12. De­zem­ber 2017 ist um 19.36 Uhr Mit­tel­eu­ro­päi­scher Zeit ei­ne Aria­ne-5-Trä­ger­ra­ke­te mit vier neu­en Sa­tel­li­ten des eu­ro­päi­schen Sa­tel­li­ten­na­vi­ga­ti­ons­sys­tems Ga­li­leo vom eu­ro­päi­schen Welt­raum­bahn­hof in Kou­rou (Fran­zö­sisch-Gu­ya­na) ge­star­tet.
Ga­li­leo-Sa­tel­lit im Va­ku­um­test
Bild 2/4, Credit: ESA/G. Porter.

Galileo-Satellit im Vakuumtest

Vier­zehn Ta­ge lang wer­den die Ga­li­leo-Sa­tel­li­ten in der Va­ku­um­kam­mer des ESA Test­zen­trums in Noord­wi­jk (Nie­der­lan­de) ge­prüft, be­vor sie auf die Rei­se zum eu­ro­päi­schen Welt­raum­zen­trum in Kou­rou (Fran­zö­sisch-Gu­ya­na) ge­hen.
Ga­li­leo-Sa­tel­li­ten auf Aria­ne 5
Bild 3/4, Credit: ESA/Pierre Carril, 2017.

Galileo-Satelliten auf Ariane 5

An Bord ei­ner spe­zi­ell an­ge­pass­ten Aria­ne-5ES-Ver­si­on kön­nen vier Ga­li­leo-Sa­tel­li­ten gleich­zei­tig auf ei­ne Um­lauf­bahn in 23.222 Ki­lo­me­ter Hö­he trans­por­tiert wer­den.
Die Galileo-Flotte im All
Die Ga­li­leo-Flot­te im All
Bild 4/4, Credit: OHB.

Die Galileo-Flotte im All

Im Jahr 2020 soll Ga­li­leo sämt­li­che Or­tungs-, Na­vi­ga­ti­ons- und Zeit­diens­te be­reit­stel­len und wird dann aus 30 Sa­tel­li­ten (24 ak­ti­ven und sechs Er­satz-Sa­tel­li­ten) be­ste­hen.

  • Vier neue Satelliten des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo wurden mit einer Ariane-5-Trägerrakete erfolgreich gestartet.
  • Ab Mitte 2018 werden "Nicole", "Zofia", "Alexandre" und "Irina" eine nahezu vollständige globale Abdeckung mit Galileo-Signalen ermöglichen.
  • Der nächste Start mit vier weiteren Satelliten ist für Juli 2018 vorgesehen.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Navigation

Am 12. Dezember 2017 sind um 19.36 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (15.36 Uhr Ortszeit) die Satelliten "Nicole", "Zofia", "Alexandre" und "Irina" des europäischen Satellitennavigationssystems DLR Raum­fahrt­ma­na­ge­ment - Ga­li­leo vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guyana) mit einer Ariane-5-Trägerrakete ins All gestartet. Damit ist dies bereits der zweite erfolgreiche Start der speziell angepassten Ariane-5ES-Version, bei dem vier jeweils rund 715 Kilogramm schwere Galileo-Satelliten gleichzeitig auf eine Umlaufbahn in 23.222 Kilometer Höhe transportiert wurden. "Die Satelliten werden jetzt noch eine sechsmonatige Inbetriebnahme im All durchlaufen, bevor sie in das Navigationssystem integriert werden", erklärt René Kleeßen, Galileo-Programm-Manager beim Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Ab Mitte 2018 werden sie dann eine nahezu vollständige globale Abdeckung mit Galileo-Signalen ermöglichen."

Die Testphase der Satelliten im All dauert rund sechs Monate

Drei Stunden und 55 Minuten dauerte der Flug der Ariane-Trägerrakete, bevor alle vier Satelliten auf ihrer Umlaufbahn im mittleren Erdorbit ausgesetzt wurden. Während der ersten sieben bis elf Tage im All werden sie vom Kontrollzentrum der französischen Raumfahrtagentur CNES in Toulouse aus gesteuert, bevor das Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen ihre Steuerung und Überwachung übernimmt. "Daraufhin beginnt für uns die spannende Zeit der Plattformtests, der finalen Positionierung sowie der Tests und Inbetriebnahme der Nutzlast", so Marko Schmidt, Galileo-Projektleiter der DLR GfR mbH. "Nach Ablauf dieser wichtigen Phase können die Satelliten sicher in unsere Flotte integriert werden und einen weiteren, wichtigen Beitrag zu einem weltweit verfügbaren europäischen Satellitennavigationssystem leisten."

Die nächsten vier Satelliten starten im Juli 2018

Zusammen mit den Neuzugängen ist die Galileo-Flotte nun auf 22 Satelliten angewachsen - und wird schon bald erweitert werden, denn der nächste Start mit vier weiteren Satelliten ist für Juli 2018 vorgesehen. Durch diese neue Möglichkeit der Vierfachstarts mit der hierfür optimierten Ariane 5ES schreitet der Ausbau des Systems nun zügig voran. Bereits am 15. Dezember 2016 hatte die Europäische Kommission die ersten Galileo-Dienste freigegeben, zu denen der offene Dienst, der Such- und Rettungsdienst, der verschlüsselte Dienst PRS und ein hochgenauer Zeitdienst, der im Nanosekunden-Bereich arbeitet, gehören. Momentan befinden sich die Dienste noch in der Initialphase, das heißt sie arbeiten hochgenau, sind aber noch nicht durchgängig erreichbar. Alle Galileo-Dienste sollen nach der vollständigen Inbetriebnahme im Jahr 2020 zur Verfügung stehen. Galileo wird aus 30 Satelliten (24 aktiven und sechs Ersatz-Satelliten) bestehen, die jeweils rund zwölf Jahre lang ihren Dienst im All leisten sollen.

Galileo - ein zentrales Programm für die europäische Raumfahrt

Ziel des zivilen Galileo-Systems ist es, Europa unabhängig von den militärisch kontrollierten Diensten der USA (GPS) und Russlands (GLONASS) zu machen und Navigationssignale in bisher nicht erreichter Präzision bereitzustellen. Diese Genauigkeit wird durch das Herzstück der Satelliten ermöglicht: hochpräzise Atomuhren, die eine Stabilität von einer Nanosekunde pro Tag erzielen. Daneben verfügen die Satelliten über eine Signalerzeugungs-Einheit sowie eine Einheit zum Übermitteln der Signale an die Bodenempfänger. Bereits heute sind viele Wirtschaftsbereiche wie etwa Transport, Logistik, Telekommunikation und Energie auf solch präzise Ortungs-, Navigations- und Zeitdienste angewiesen. Durch die stetig steigende Zahl von Anwendungsfeldern werden sie in Zukunft einen noch größeren Stellenwert einnehmen. Besonders im Bereich des Verkehrswesens besitzt Galileo ein großes Marktpotential.

Die Aufbauphase von Galileo wird von der EU - Ga­li­leo beauftragt, finanziert und durchgeführt. In ihrem Auftrag verhandelt die Europäische Weltraumorganisation ESA Ga­li­leo (dt.) die Industrieverträge für Entwicklung und Bau des Systems. 34 Satelliten der ersten drei Satellitenverträge aus der Aufbauphase werden von der OHB System AG in Bremen gebaut. Die beiden Galileo-Kontrollzentren befinden sich am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen sowie in Fucino (Italien).

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  • René Kleeßen
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Ab­tei­lungs­lei­ter Na­vi­ga­ti­on
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    Fax: +49 228 447-703
    53225 Bonn-Oberkassel
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  • Marko Schmidt
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Ga­li­leo-Pro­jekt­lei­ter
    Telefon: +49 8153 28-3780
    Münchener Straße 20
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