26. April 2018

25 Jah­re D-2: Vor­rei­ter-Missi­on für die deut­sche und eu­ro­päi­sche For­schung auf der ISS

DLR-Vorstand trifft Mitglieder der D-2-Mission auf der ILA
DLR-Vor­stand trifft Mit­glie­der der D-2-Missi­on auf der ILA
Bild 1/8, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

DLR-Vorstand trifft Mitglieder der D-2-Mission auf der ILA

25 Jah­re nach der D-2-Missi­on wer­den Mit­glie­der der da­ma­li­gen Crew von Vor­stän­den des DLR auf der ILA be­grüßt (von links nach rechts): Prof. Hans­jörg Dit­tus, DLR-Vor­stand für Raum­fahrt­for­schung und –tech­no­lo­gie, Pay­load Com­man­der Jer­ry Ross, Nutz­last­spe­zia­list Hans Schle­gel, Nutz­last­spe­zia­list Ul­rich Wal­ter, Pi­lot Tom Hen­d­ricks, Missi­onss­pe­zia­list Ber­nard A. Har­ris und Dr. Walt­her Pel­zer, Vor­stand für das DLR Raum­fahrt­ma­na­ge­ment
D2-Crew
Bild 2/8, Credit: NASA.

D2-Crew

Die Crew der deut­schen D2-Missi­on: Hans Schle­gel, Ul­rich Wal­ter, Ste­ven Na­gel, Te­rence Her­nicks, Jer­ry Ross, Charles Pre­court und Bern­hard Har­ris.
Start des Space Shutt­le Co­lum­bia zur D2-Missi­on
Bild 3/8, Credit: NASA.

Start des Space Shuttle Columbia zur D2-Mission

Am 26. April 1993 star­te­te das Space Shutt­le Co­lum­bia zur zehn­tä­gi­gen D2-Missi­on. Wäh­rend der Missi­on wur­den 88 Ex­pe­ri­men­te im Space­lab durch­ge­führt.
Hans Schle­gel wäh­rend der D2-Missi­on
Bild 4/8, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Hans Schlegel während der D2-Mission

Astro­naut Hans Schle­gel im Space­lab: An sei­ner Stirn trägt er ein Ul­tra­schall­mess­ge­rät. Mit dem Ex­pe­ri­ment AR-TIS­SU wur­den Ge­we­be­di­cke und Ge­we­be­sta­bi­li­tät ent­lang der Kör­pe­r­ach­se un­ter Mi­kro­gra­vi­ta­ti­ons­be­din­gun­gen er­forscht. Die Auf­nah­me ent­stand wäh­rend der D2-Missi­on 1993.
Wis­sen­schaft auf dem Fahr­rad-Er­go­me­ter
Bild 5/8, Credit: NASA.

Wissenschaft auf dem Fahrrad-Ergometer

Astro­naut Ul­rich Wal­ter ana­ly­sier­te sei­ne Atem­luft, wäh­rend er auf dem Fahr­rad-Er­go­me­ter fuhr. Das Ex­pe­ri­ment ist ei­nes von 88, die auf der D2-Missi­on 1993 durch­ge­führt wur­den.
Ul­rich Wal­ter im Space­lab
Bild 6/8, Credit: NASA.

Ulrich Walter im Spacelab

Astro­naut Ul­rich Wal­ter ge­hör­te zum dem Team, das am 26. April 1993 mit der D2-Missi­on ins Welt­all star­te­te.
Schicht­dienst für die D2-Missi­on
Bild 7/8, Credit: DLR.

Schichtdienst für die D2-Mission

Im Raum­fahrt­kon­troll­zen­trum des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) wa­ren die Kon­so­len wäh­rend der D2-Missi­on rund um die Uhr be­setzt. Von dort aus über­wach­ten und steu­er­ten die In­ge­nieu­re die ge­sam­ten Ex­pe­ri­men­te.
Blick auf die Er­de
Bild 8/8, Credit: NASA.

Blick auf die Erde

An Bord der D2-Missi­on be­fan­den sich zwei Ka­me­ras. Ei­ne war auf die Milch­stra­ße aus­ge­rich­tet, die zwei­te nahm Fo­tos von der Er­de auf.

  • Heute vor 25 Jahren starteten der Physiker Hans Schlegel und der Raumfahrtingenieur Ulrich Walter an Bord der US-Raumfähre Columbia zur zweiten deutschen Spacelab-Mission - D-2.
  • Neben den Deutschen Schlegel und Walter gehörten die NASA-Astronauten Steven Nagel (Kommandant), Terence "Tom" Henricks (Pilot) sowie die Missionsspezialisten Jerry Ross, Charles Precourt und Bernard A. Harris zur Crew.
  • Die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) war als Vorgängereinrichtung des heutigen DLR Raumfahrtmanagements in Bonn für die deutsche Experiment- und Missionsplanung verantwortlich.
  • Schwerpunkt: Raumfahrt

Der 26. April 1993 ist Hans Schlegel, Ulrich Walter und ihren amerikanischen Crew-Kollegen der zweiten deutsch-amerikanischen Spacelab-Mission noch heute in lebhafter Erinnerung: "Für mich persönlich zählt die Vorbereitung und Durchführung der D-2-Mission zu den erlebnisreichsten und intensivsten Abschnitten meiner heute 66 Lebensjahre", berichtet Hans Schlegel, der als deutscher Nutzlastspezialist zur D-2-Crew gehörte. Sein Mitflieger und Astronauten-Kollege Ulrich Walter bringt die Mission mit dem amerikanischen Forschungslabor Spacelab so auf den Punkt: "Wenn ich heute eine möglichst effektive Wissenschafts-Mission organisieren müsste mit einer optimalen Crew dazu, dann würde ich sie genauso wieder machen."

Heute vor 25 Jahren starteten der Physiker Hans Schlegel und der Raumfahrtingenieur Ulrich Walter an Bord der US-Raumfähre Columbia zur zweiten deutschen Spacelab-Mission - D-2: "Der Bindestrich wurde hinzugefügt, um eine Verwechslung mit einem damaligen deutschen Telefonanbieter zu vermeiden", erklärt Schlegel. Nach mehreren Verschiebungen aufgrund technischer Probleme hob die Columbia schließlich am 26. April 1993 um 18.51 Uhr Mitteleuropäischer Zeit vom Kennedy Space Center in Florida ab. Aus der ursprünglich für neun Tage geplanten Mission wurden dann sogar zehn Tage, bis die Crew am 6. Mai 1993 auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien landete und wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Neben den Deutschen Schlegel und Walter gehörten die NASA-Astronauten Steven Nagel (Kommandant), Terence "Tom" Henricks (Pilot) sowie die Missionsspezialisten Jerry Ross, Charles Precourt und Bernard A. Harris zur Crew. So bekam Jerry Ross ausgerechnet am 1. April 1991 den entscheidenden Anruf, und es war kein Scherz: "Ich befand mich gerade in Quarantäne im Johnson-Space-Center der NASA in Houston, vier Tage vor meiner dritten Space Shuttle-Mission STS-37, als ich gefragt wurde, ob ich als Payload Commander meinen vierten Raumflug mit D-2 starten könne - ich zögerte keinen Moment und sagte sofort zu. Im Mai 1991 kam ich dann nach Deutschland und in den darauffolgenden eineinhalb Jahren bis zum Start von D-2 verbrachte ich zusammen mit Bernard Harris etwa die Hälfte der Zeit in Deutschland. Es waren fast 90 Experimente aus elf Ländern vorzubereiten - wir hatten also kurzgesagt wirklich viel zu tun. Aber würde ich heute, 25 Jahre später, noch einmal gefragt: ich würde es sofort wieder tun!"

Die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) war als Vorgängereinrichtung des heutigen DLR Raumfahrtmanagements in Bonn für die deutsche Experiment- und Missionsplanung verantwortlich. In Köln steht das Europäische Astronauten Zentrum EAC, dessen Bau während der Vorbereitung der D-2-Mission stattfand. Direkt daneben befindet sich auf dem DLR-Gelände eines der europäischen Nutzer-Unterstützungszentren, das MUSC (Microgravity User Support Center), das aus dem Bodenbegleitprogramm der D-2-Mission entwickelt wurde. Und im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen wurde die Mission rund um die Uhr betreut. Die erste Mission im heutigen Gebäude war die D-2 Mission.

"Die D-2-Crew hat in zehn Tagen unglaubliche 88 Experimente erfolgreich im Spacelab absolviert. 61 Experimente stammten dabei aus Deutschland. Nach Sigmund Jähn, dessen 40-jähriges Erstflug-Jubiläum wir im August 2018 feiern, den Spacelab-Flügen von Ulf Merbold und der D1-Mission war die D-2-Mission im April 1993 ein essenzieller Meilenstein für die deutsche astronautische Raumfahrt", erklärt Dr. Walther Pelzer, Vorstand für das DLR Raumfahrtmanagement. Bei der D-2-Mission hatte Deutschland die Verantwortung für die gesamte Nutzlast - für Programmatik, Management und die operationelle Durchführung. Walther Pelzer: "Damals wie heute werden gemeinsam mit den Forschern Experimente so entwickelt, dass diese in Schwerelosigkeit durchführbar sind und in Forschung und Anwendung neue Erkenntnisse auch für unser Leben auf der Erde bringen".

Prof. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie, ergänzt: "Die D-2-Mission ist nicht nur eine "historische" Mission, auf die wir nach 25 Jahren nostalgisch zurückblicken - die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten haben vielmehr bis in unsere heutige Forschung eine Wirkung." So wurde beispielsweise mit dem DLR-Roboterarm ROTEX zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt ein Roboter im All von der Erde aus ferngesteuert. "Damit nahm eine Reihe von erfolgreichen Experimenten ihren Anfang, bei der Mensch und Roboter zu einem Team wurden", so Dittus weiter. Heute können Astronauten von der ISS aus Aufgaben an den Roboter "Rollin‘ Justin" des DLR erteilen, die dieser mit künstlicher Intelligenz plant und ausführt. Das DLR in Oberpfaffenhofen ist auch in der kommenden Woche eine Station der D-2-Crew: Am 4. Mai 2018 trifft der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Astronauten und Missionsmitarbeiter im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum.

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DLR Pressekonferenz 25. Jahrestag D-2-Mission
Video der DLR Pressekonferenz 25. Jahrestag D-2-Mission
Credit: DLR

Rückblick: In Deutschland begann die Astronauten-Ausbildung von fünf deutschen Wissenschaftlern für die D-2-Mission 1988. Dabei waren die zwei ersten deutschen Astronautinnen, Renate Brümmer und Heike Walpot, sowie Ulrich Walter, Gerhard Thiele und Hans Schlegel. Nach zweieinhalb Jahren schlossen alle erfolgreich die Basisausbildung ab und es folgte die D-2-Missionsausbildung in Deutschland, Europa und den USA.

Anfang 1992 wurde die Flugmannschaft benannt. Renate Brümmer und Gerhard Thiele wurden als Ersatz trainiert und Heike Walpot als "Crew Interface Coordinator" , die die Anweisungen des Kontrollzentrums für die Experimente - also vom GSOC in Oberpfaffenhofen aus - zum Shuttle weitergab. Hans Schlegel: "Die Experimentfülle der D-2-Mission erforderte eine akribische, mehrjährige Vorbereitung, bei der alle beteiligten Teams mit ihrer jeweiligen Expertise unsere Mission planten." Beteiligt waren außer den Astronauten Wissenschaftlergruppen aus aller Welt und verschiedene Kontrollteams von jeweils mehreren Hundert Spezialisten. Das deutsche Kontrollzentrum (GSOC) betreute die Durchführung der Experimente in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Payload Kontrollzentrum in Huntsville. Das Missionskontrollzentrum (MCC) in Houston war zuständig für den Betrieb des Space Shuttle Columbia und das Launch-Kontrollzentrum am Kennedy Space Center für die Vorbereitung des Shuttle bis hin zu den ersten Sekunden des Fluges.

  • Die Experimente der D-2-Mission

    Die 88 Experimente der D-2-Mission kamen aus 11 unterschiedlichen Forschungsdisziplinen: Kommunikation, Automation und Robotik, Astronomie, Erdbeobachtung, Biophysik, Oberflächenstabilität, Mechanik, Physik, Kristalle, Biologie und Humanphysiologie. 61 Experimente stammten aus Deutschland, sieben aus Frankreich, vier aus Dänemark, vier aus Japan, drei aus Italien, zwei aus Belgien, zwei aus den Niederlanden, zwei aus den USA und jeweils ein Experiment kam aus Spanien, Schweden und der Schweiz.

Kontakt
  • Elisabeth Mittelbach
    Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Raum­fahrt­ma­na­ge­ment, Stra­te­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 228 447-385
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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