10. Juli 2018
Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee am DLR-Institut für Datenwissenschaften

Digitaltour mit Probemessungen für den Einsatz für Radarsatelliten

Messungen für die Wissenschaft
Credit: OTZ, Angelika Schimmel.

Messungen für die Wissenschaft

Bei einem Besuch im DLR-Institut für Datenwissenschaften nutzte der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, (2.v.l.) gemeinsam mit DLR-Wissenschaftlerin Dr. Friederike Klan (2.v.r.) und Dr. Robert Axmann, Direktor des DLR-Instituts für Datenwissenschaften, (r.) eine neuentwickelte App, mit der Schülerinnen und Schüler in Zukunft Pflanzenparameter erfassen sollen. Diese Daten sollen dann den Forschern helfen, die Auswertung von Radarsatelliten-Daten zu verbessern. Das Projekt wird von der Arbeitsgruppe Bürgerwissenschaften am DLR-Institut in Jena durchgeführt.

  • Thüringens Wirtschaftsminister Tiefensee besuchte das DLR in Jena.
  • Schwerpunkt(e): Digitalisierung, Bürgerwissenschaften, Raumfahrt

Am 10. Juli 2018 besuchte Wolfgang Tiefensee, Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, das DLR-Institut für Datenwissenschaften in Jena. Es war Station am letzten Tag der Sommertour des Ministers ins "digitale Thüringen". Neben den theoretischen Informationen zu den Forschungsthemen des Instituts konnte Minister Tiefensee auch gleich praktisch umsetzen, woran die Jenaer Wissenschaftler arbeiten: Die Arbeitsgruppe Bürgerwissenschaften des DLR erfasste mit ihm und einigen Schülern gemeinsam über eine App den genauen Standort sowie verschiedene Pflanzenparameter. Mit der App sollen in Zukunft Bürger Daten erfassen, mit denen die Messungen von Radarsatelliten besser ausgewertet werden können.

Zuvor hatte Dr. Robert Axmann, der kommissarische Direktor des Instituts, den Minister begrüßt und ihm die Entwicklungen der Forschungsbereiche des im August 2017 gegründeten DLR-Instituts präsentiert. Minister Wolfgang Tiefensee begleitete und unterstützte die Gründung des Instituts mit großem Interesse.

Mit seiner Forschung will das DLR-Institut unter anderem bislang eher selten einbezogene Partner involvieren: die Bürgerinnen und Bürger. Im Rahmen eines ersten Forschungsprojekts, das gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena durchgeführt wird, soll der Einfluss von Bodenfeuchte und Unterwuchs auf die Messungen von Radarsatelliten erfasst werden. "Man vermutet, dass die Bodenfeuchte Einfluss darauf hat, wie der Radarstrahl zum Satelliten reflektiert wird", so Dr. Friederike Klan, die die Arbeitsgruppe Bürgerwissenschaften leitet. "Aber wie genau sich der Einfluss bemerkbar macht, dazu gibt es einen großen Bedarf an weitergehenden Untersuchungen und Messdaten". Hier kommt nun der Bürger ins Spiel: Schülerinnen und Schüler sollen im Testgebiet bei Trockenborn-Wolfersdorf, rund 20 Kilometer südlich von Jena, an festgelegten Messpunkten das Farnvorkommen erfassen.

Bürgerinnen und Bürger als Partner der Forscher

Bürgerwissenschaftliche oder Citizen-Science-Initiativen, vor allem solche mit lokalem Bezug, motivieren durch ihre Nähe zum Alltagsgeschehen und zu den Interessen der Bürger zur Teilnahme. Sie tragen in besonderem Maße zur Stärkung bürgerlicher Bildung und Kompetenzen bei und haben das Potential, lokale Gemeinschaften nachhaltig zu stärken, Regionen positiv zu gestalten und notwendige Veränderungen herbeizuführen.

Das Projekt mit der Friedrich-Schiller-Universität steht noch am Anfang. Bürger und Wissenschaftler sollen zu einem effektiv arbeitenden Team werden. "Wir forschen unter anderem daran, wie die von Bürgern erfassten Daten Bedeutung erhalten", so Dr. Klan. Dafür müssen Computer lernen, diese Daten zu verstehen und automatisch auszuwerten. Auch die Methode, wie die Bürger Daten erfassen und teilweise auch auswerten können, ist ein Forschungsgebiet am DLR-Institut für Datenwissenschaften. Das DLR leistet so einen maßgeblichen Beitrag zur besseren Vernetzung zwischen Wissenschaft und dem Potenzial, das im Bürgerwissen und Bürgerengagement steckt.

Das Institut

Das Jenaer Institut wird mit jährlich 7,8 Mio. Euro durch den Bund und das Land Thüringen finanziert, der Bund trägt dabei 90 Prozent. Das Land Thüringen stellt darüber hinaus in der Aufbauphase des Instituts die Mittel für die Unterbringung des Instituts in Jena bereit. Im Fokus der Forschung und Entwicklung stehen Konzepte zur Verwaltung, Integration und fachübergreifenden Verarbeitung, Analyse und Aufbereitung großer Datenmengen. Zu Anwendung kommen die Ergebnisse dabei in den unterschiedlichen DLR-Fachbereichen Luft- und Raumfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit. Für eine Erschließung digitaler Innovationen soll eine enge Vernetzung mit Netzwerken, innovativen Unternehmen und Startups etabliert werden.

Kontakt
  • Claudia Thüsing
    Büro Berlin
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Länderpolitik
    Telefon: +49 2203 601-4057
    Linder Höhe
    51147 Köln
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  • Manuela Braun
    Strategische Kommunikation Raumfahrt
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Programmstrategie Raumfahrtforschung und -technologie
    Telefon: +49 2203 601-3882
    Hansestraße 115
    51149  Köln
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  • Dr. Robert Axmann
    Gründungsdirektor
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Institut für Datenwissenschaften
    Telefon: +49 2203 601-4118
    Mälzer Straße  3
    07745  Jena
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  • Dr. Friederike Klan

    Institut für Datenwissenschaften, Arbeitsgruppe Bürgerwissenschaften
    Telefon: +49 3641 30960-110
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    Bild: OTZ, Angelika Schimmel.  |  Download
    Bei einem Besuch im DLR-Institut für Datenwissenschaften nutzte der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, (2.v.l.) gemeinsam mit DLR-Wissenschaftlerin Dr. Friederike Klan (2.v.r.) und Dr. Robert Axmann, Direktor des DLR-Instituts für Datenwissenschaften, (r.) eine neuentwickelte App, mit der Schülerinnen und Schüler in Zukunft Pflanzenparameter erfassen sollen. Diese Daten sollen dann den Forschern helfen, die Auswertung von Radarsatelliten-Daten zu verbessern. Das Projekt wird von der Arbeitsgruppe Bürgerwissenschaften am DLR-Institut in Jena durchgeführt.
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