17. Oktober 2018

Pas­sa­gie­re im Si­mu­la­tor: DLR nimmt Pas­sa­gier­ka­bi­ne für den Air Ve­hic­le Si­mu­la­tor (AVES) in Be­trieb

Fensterlose Passagierkabine
Fens­ter­lo­se Pas­sa­gier­ka­bi­ne
Bild 1/5, Credit: ©DLR.

Fensterlose Passagierkabine

In der neu­en DLR-Pas­sa­gier­ka­bi­ne ha­ben 16 Pas­sa­gie­re Platz. Es gibt zwar kei­ne Fens­ter, aber der Blick ins Freie wird auf Mo­ni­to­ren si­mu­liert. Die rea­lis­ti­sche Ka­bi­nen­at­mo­sphä­re und die durch den dy­na­mi­schen Si­mu­la­tor er­zeug­ten Be­we­gun­gen ver­mit­teln den Pas­sa­gie­ren so ein rea­lis­ti­sches Flug­ge­fühl.
Virtuelle Fenster
Vir­tu­el­le Fens­ter
Bild 2/5, Credit: ©DLR.

Virtuelle Fenster

Statt Fens­tern sind an den Wän­den der DLR-Pas­sa­gier­ka­bi­ne Mo­ni­to­re ver­baut. Auf die­se kann ein rea­lis­ti­sches Bild der Au­ßen­sicht pro­ji­ziert wer­den. Oh­ne Fens­ter wird der Flug­zeugrumpf sta­bi­ler und leich­ter, das re­du­ziert den Treib­stoff­ver­brauch. Die fens­ter­lo­se Ka­bi­ne er­öff­net au­ßer­dem neue Mög­lich­kei­ten der In­nen­ge­stal­tung.
Studienteilnehmer bewertet den Flug auf einem Tablet.
Stu­di­en zu Pas­sa­gier­kom­fort und Ak­zep­tanz
Bild 3/5, Credit: ©DLR.

Studien zu Passagierkomfort und Akzeptanz

Wie rea­gie­ren Flug­gäs­te, wenn die Ka­bi­ne an­stel­le von Fens­tern Mo­ni­to­re hat? Und wie kann der Pas­sa­gier­kom­fort wei­ter ver­bes­sert wer­den? Zu For­schungs­the­men wie die­sen kön­nen mit der DLR-Pas­sa­gier­ka­bi­ne ver­schie­de­ne Stu­di­en durch­ge­führt wer­den. Im An­schluss an den Ver­such kön­nen die Pro­ban­den an Bord den Flug auf ei­nem Ta­blet be­wer­ten und ei­nen wis­sen­schaft­li­chen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len.
Vom Operatorstand, der während der Versuche durch einen Vorhang von der Kabine optisch getrennt wird, begleitet ein Wissenschaftler die Durchführung der Studien.
Ope­ra­tor-Stand
Bild 4/5, Credit: ©DLR.

Operator-Stand

Vom Ope­ra­tor­stand, der wäh­rend der Ver­su­che durch ei­nen Vor­hang von der Ka­bi­ne op­tisch ge­trennt wird, be­glei­tet ein Wis­sen­schaft­ler die Durch­füh­rung der Stu­di­en. Ne­ben Ak­zep­tanz­stu­di­en zur fens­ter­lo­sen Ka­bi­ne sind zu­künf­tig auch For­schun­gen zur in­di­vi­dua­li­sier­ten Ka­bi­ne, zum Pas­sa­gier­kom­fort oder zur Min­de­rung der Flug­angst mög­lich.
Simulatorzentrum AVES (Air Vehicle Simulator)
Si­mu­la­tor­zen­trum AVES (Air Ve­hic­le Si­mu­la­tor)
Bild 5/5, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Simulatorzentrum AVES (Air Vehicle Simulator)

Das neue Ka­bi­nen-Mo­dul kann auf dem dy­na­mi­schen Si­mu­la­tor des AVES (Air Ve­hic­le Si­mu­la­tor) be­trie­ben wer­den und durch das elek­tro­pneu­ma­ti­sche Be­we­gungs­sys­tem den Pas­sa­gie­ren ein rea­lis­ti­sches Flug­ge­fühl ver­mit­teln.
  • DLR nimmt Passagierkabine für den Flugsimulator AVES in Betrieb.
  • Zukünftig sind Studien zum Thema Passagierkomfort, Akzeptanz oder auch Flugangst möglich.
  • Schwerpunkt(e): Luftfahrt, Simulation

Wie reagieren Fluggäste, wenn die Kabine zukünftig anstelle von Fenstern Monitore hat? Wie kann der Passagierkomfort weiter verbessert werden? Diese und andere Fragen untersucht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zukünftig mit einer neuen Passagierkabine für den Flugsimulator AVES (Air Vehicle Simulator). Am 17. Oktober 2018 wurde sie mit Gästen aus Politik, Forschung und Wirtschaft eingeweiht.

"Wie unsere Cockpits kann auch die Kabine modular in die Simulatoren eingebaut werden", sagt Dr.-Ing. Holger Duda vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik. "So können wir unter realen Bedingungen testen, wie Passagiere auf die virtuelle Außensicht reagieren, Akzeptanzstudien durchführen und neue Kabinenkonzepte untersuchen." Das Weglassen der Fenster spart Gewicht, der Spritverbrauch wird geringer, das kommt der Umwelt zugute. Auf den Blick in den Wolkenhimmel müssen die Passagiere trotzdem nicht verzichten. Statt Fenstern sind an den Wänden der Kabine Monitore verbaut. Auf diese kann ein realistisches Bild der Außensicht projiziert werden.

Authentisches Fluggefühl

Die Kabine kann bis zu 16 Passagiere aufnehmen und alle Flugbewegungen, wie Start, Landung und Turbulenzen authentisch nachbilden. "Bei der Konzeption haben wir auf eine möglichst realistische Kabinenatmosphäre geachtet. Wir wollen, dass die Passagiere sich wie bei einem richtigen Linienflug fühlen. Sie sollen möglichst vergessen, dass sie sich in einem, Simulator befinden, denn nur dann können wir wissenschaftlich relevante Studien durchführen", erklärt Duda. Das DLR hat zirka eine Millionen Euro in die neue Kabine investiert. Sie hat ein Gewicht von etwa 3,2 Tonnen und kann auf dem dynamischen Simulator im AVES betrieben werden. Das elektropneumatische Bewegungssystem schafft präzise und realitätsnahe Simulationsmöglichkeiten.

Eine der ersten Studien mit der Passagierkabine, die im November 2018 startet, wird sich mit dem Thema Akzeptanz einer fensterlosen Kabine beschäftigen. Zukünftig sind aber auch Forschungen zur individualisierten Kabine, zum Passagierkomfort oder zur Minderung der Flugangst möglich.

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    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pres­se
    Telefon: +49 531 295-2108
    Lilienthalplatz 7
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  • Dr. Holger Duda
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    Fax: +49 531 295-2640
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