16. Juli 2019
16. Juli 1969: Start zum Jahrtausendprojekt Mondlandung

50 Jah­re Apol­lo 11: "Wir ka­men in Frie­den für die gan­ze Mensch­heit"

Das Bild zeigt die beiden ersten Menschen auf dem Mond: Aldrin, wie er vor Armstrong steht, und Armstrong, wie er sich im Moment der Aufnahme im Visier von Aldrin spiegelt.
21. Ju­li 1969 – Men­schen auf dem Mond
Bild 1/14, Credit: NASA

21. Juli 1969 – Menschen auf dem Mond

In Eu­ro­pa war es mit­ten in der Nacht von Sonn­tag, dem 20. Ju­li 1969, auf Mon­tag, dem 21. Ju­li, als um 3.56 Uhr und 20 Se­kun­den Neil Arm­strong, der Kom­man­dant der Missi­on Apol­lo 11, den Mond be­trat. Bis zu ei­ner Mil­li­ar­de Men­schen auf der gan­zen Welt ha­ben den Aus­stieg aus der Mond­fäh­re Ea­gle im Fern­se­hen ver­folgt – in den USA zur bes­ten Sen­de­zeit am Sonn­tag­abend des 20. Ju­li. Zwan­zig Mi­nu­ten spä­ter be­trat auch der Astro­naut Ed­win „Buzz“ Aldrin den Mond. Das Bild zeigt die bei­den ers­ten Men­schen auf dem Mond: Aldrin, wie er vor Arm­strong steht, und Arm­strong, wie er sich im Mo­ment der Auf­nah­me im Vi­sier von Aldrin spie­gelt.
Die Rakete erhebt sich über die Startrampe.
16. Ju­li 1969 – Start der Missi­on Apol­lo 11
Bild 2/14, Credit: NASA

16. Juli 1969 – Start der Mission Apollo 11

Am 16. Ju­li 1969 um 9.32 Uhr Orts­zeit hob die Sa­turn-V-Ra­ke­te mit der Missi­on Apol­lo 11 vom Start­kom­plex 39-A im Ken­ne­dy-Welt­raum­zen­trum an der Ost­küs­te von Flo­ri­da ab. Fünf Trieb­wer­ke (da­her die Be­zeich­nung Sa­turn V) er­zeug­ten durch das Ver­bren­nen von 13 Ton­nen Treib­stoff pro Se­kun­de ei­nen Schub von 7500 Ki­lo­new­ton oder 160 Mil­lio­nen PS. Erst nach zwölf Se­kun­den hat­te sich die Ra­ke­te über die Star­tram­pe er­ho­ben. Die ers­ten bei­den Stu­fen brach­ten die drei Mon­da­stro­nau­ten von Apol­lo 11 in ei­ne Erd­um­lauf­bahn, die drit­te Stu­fe be­schleu­nig­te die Missi­on auf ei­ne Trans­fer­bahn zum Mond, den sie nach drei Ta­gen er­reich­te.
Astronauten Neil Armstrong (links), Michael Collins (Mitte) und Edwin „Buzz“ Aldrin im Januar 1969 für die Mission Apollo 11
Drei Astro­nau­ten schrei­ben Ge­schich­te
Bild 3/14, Credit: NASA

Drei Astronauten schreiben Geschichte

Als die drei – al­le im Jahr 1930 ge­bo­re­nen – Astro­nau­ten Neil Arm­strong (links), Mi­cha­el Col­lins (Mit­te) und Ed­win „Buzz“ Aldrin im Ja­nu­ar 1969 für die Missi­on Apol­lo 11 aus­ge­wählt wur­den, war noch nicht klar, dass die für Ju­li des Jah­res vor­ge­se­he­ne Missi­on auch schon auf dem Mond lan­den wür­de. In der ers­ten Jah­res­hälf­te wur­de mit Apol­lo 9 der Um­gang mit der ge­ra­de erst fer­tig­ge­stellt Mond­fäh­re in der Erd­um­lauf­bahn ge­tes­tet, ehe Apol­lo 10 im Mai ei­ne Ge­ne­ral­pro­be ge­lang – al­ler­dings nicht oh­ne ei­ne heik­le Si­tua­ti­on nach dem Ab­stieg der Mond­fäh­re bis auf 15 Ki­lo­me­ter über der Mond­ober­flä­che, als das Lan­de­mo­dul beim Wie­der­auf­stieg hef­tig ins Tru­deln ge­riet und sich mehr­fach über­schlug. Nach der si­che­ren Rück­kehr von Apol­lo 10 war der Weg frei für die ers­te Mond­lan­dung im Ju­li 1969. Neil Arm­strong ist am 25. Au­gust 2012 ge­stor­ben.
Apollo-11-Missionsemblem: Adler als Friedenstaube
Apol­lo-11-Missi­ons­em­blem: Ad­ler als Frie­den­stau­be
Bild 4/14, Credit: NASA

Apollo-11-Missionsemblem: Adler als Friedenstaube

Mi­cha­el Col­lins, Pi­lot des Kom­man­do- und Ser­vice­mo­duls, ent­warf das Missi­ons­em­blem für Apol­lo 11. Es ist das ein­zi­ge Missi­ons­em­blem, auf dem nicht die Na­men der Astro­nau­ten am Rand ge­schrie­ben ste­hen, wie es bei den Mer­cu­ry- und Ge­mi­ni-Flü­gen und den ers­ten drei Apol­lo-Flü­gen und auch wie­der bei den nach­fol­gen­den Missio­nen üb­lich war. Col­lins woll­te zum Aus­druck brin­gen, dass die Crew stell­ver­tre­tend für al­le vier­hun­dert­tau­send Men­schen zum Mond fliegt, die beim Bau der Ra­ke­te, Kap­sel und Mond­fäh­re, den Vor­be­rei­tun­gen und Pla­nun­gen be­tei­ligt wa­ren. Der Weiß­kopf­see­ad­ler, das Wap­pen­tier der USA, hält ei­nen Öl­zweig in sei­nen Fän­gen, was den fried­vol­len Cha­rak­ter der Missi­on zum Aus­druck brin­gen soll. Be­ob­ach­ter ha­ben fest­ge­stellt, dass die Er­de über dem Mond­ho­ri­zont beim Flug von Apol­lo 11 ent­lang des Äqua­tors von der Son­ne von der fal­schen Sei­te an­ge­strahlt wird: Die He­mi­sphä­re im Schat­ten müss­te un­ten und nicht links sein.
Buzz Aldrins Foto seines Fußabdrucks im Mondstaub.
Ers­te Spu­ren von Men­schen auf dem Mond
Bild 5/14, Credit: NASA

Erste Spuren von Menschen auf dem Mond

Buzz Aldrins Fo­to sei­nes Fuß­ab­drucks im Mond­staub ist ei­ne Iko­ne des 20. Jahr­hun­derts. Da­bei ent­stand es nicht, um die ers­ten Ab­drücke der „Moon Boots“ zu do­ku­men­tie­ren, son­dern weil Aldrin be­ob­ach­te­te, dass die Fuß­ab­drücke schar­fe Kan­ten hat­ten und der Staub nicht nach­rutsch­te. Mond­staub – Geo­lo­gen spre­chen von Re­go­lith – be­steht nicht aus ge­run­de­ten Körn­chen, wie auf der Er­de zu­meist der Fall, son­dern aus mi­kro­sko­pisch klei­nen, ge­zack­ten und sich leicht ver­zah­nen­den Par­ti­keln, die ei­nen großen Zu­sam­men­halt ha­ben. Die Struk­tur des Mond­staubs re­sul­tiert aus Mi­kro­me­teo­ri­ten, die den Re­go­lith beim Ein­schlag an­schmel­zen und gleich wie­der er­star­ren las­sen.
Als Neil Armstrong die Leiter der Mondfähre Eagle hinabstieg, enthüllte er an dem Landebein, an dem die Leiter angebracht war, eine Plakette.
"Wir ka­men in Frie­den für die ge­sam­te Mensch­heit"
Bild 6/14, Credit: NASA

"Wir kamen in Frieden für die gesamte Menschheit"

Als Neil Arm­strong die Lei­ter der Mond­fäh­re Ea­gle hin­ab­stieg, ent­hüll­te er an dem Lan­de­bein, an dem die Lei­ter an­ge­bracht war, ei­ne Pla­ket­te mit der In­schrift: "Hier be­tra­ten Men­schen vom Pla­ne­ten Er­de zum ers­ten Mal den Mond – Ju­li 1969 im Jah­re des Herrn. Wir ka­men in Frie­den für die ge­sam­te Mensch­heit." Die ein­gra­vier­ten Un­ter­schrif­ten sind die der drei Astro­nau­ten von Apol­lo 11 (Neil A. Arm­strong, Mi­cha­el Col­lins, Ed­win E.Aldrin,) so­wie des 1969 Prä­si­den­ten der USA, Ri­chard Ni­xon. Der Pas­sus ‚in Frie­den für die ge­sam­te Mensch­heit‘ ist ei­ner Er­klä­rung des US-Kon­gres­ses zur Grün­dung der NA­SA im Jah­re 1958 ent­lehnt: "Es ist die Po­li­tik der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, dass al­le Ak­ti­vi­tä­ten im Welt­raum fried­li­chen Zwe­cken und dem Wohl der ge­sam­ten Mensch­heit die­nen sol­len."
"Go for landing!" – Hochspannung im Kontrollzentrum
"Go for lan­ding!" – Hoch­span­nung im Kon­troll­zen­trum
Bild 7/14, Credit: NASA

"Go for landing!" – Hochspannung im Kontrollzentrum

20. Ju­li 1969: Charles Du­ke (l.) hat ge­ra­de den Be­fehl zu Lan­dung, das ‚go for lan­ding‘, ge­ge­ben. Elf Mi­nu­ten spä­ter, um 14.17 Uhr (Orts­zeit Hou­ston) setz­te die Lan­de­fäh­re ‚Ea­gle‘ mit Neil Arm­strong und Buzz Aldrin auf dem Mond auf. "Die An­span­nung im Kon­troll­raum war so un­glaub­lich, dass bald das Dach weg­ge­flo­gen wä­re!", er­zähl­te Du­ke. In Raum­fahrt­krei­sen wird sei­ne Re­ak­ti­on auf die von Neil Arm­strong ver­mel­de­te Lan­dung von Apol­lo 11 ("The Ea­gle has lan­ded") häu­fig er­zählt: "Ro­ger, Twank … Tran­qui­li­ty. We co­py you on the ground. You got a bunch of guys about to turn blue. We're brea­thing again. Thanks a lot." ("Ver­stan­den, Twank… Tran­qui­li­ty. Ist über­tra­gen zur Bo­den­sta­ti­on. Ihr habt hier ei­nen Hau­fen Leu­te die schon droh­ten blau zu wer­den. Jetzt at­men wir wie­der. Vie­len Dank!"). Links von Du­ke sit­zen die Astro­nau­ten Jim Lovell, im April 1970 Kom­man­dant der bei­na­he ge­schei­ter­ten Missi­on Apol­lo 13, und Fred Hai­se, Mond­fäh­ren­pi­lot von Apol­lo 13.
Edwin ‚Buzz‘ Aldrin salutiert vor dem Sternenbanner
Ed­win ‚Buzz‘ Aldrin sa­lu­tiert vor dem Ster­nen­ban­ner
Bild 8/14, Credit: NASA

Edwin ‚Buzz‘ Aldrin salutiert vor dem Sternenbanner

Das Pro­jekt Apol­lo mit dem Ziel ei­ner Lan­dung von Men­schen auf dem Mond war stark po­li­tisch und ge­sell­schaft­lich mo­ti­viert. Nur acht Jah­re vor der ers­ten Mond­lan­dung wa­ren die USA in der Raum­fahrt ge­gen­über der So­wjet­uni­on stark ins Hin­ter­tref­fen ge­ra­ten. Mit dem von Prä­si­dent John F. Ken­ne­dy 1961 for­mu­lier­ten Ziel "noch vor En­de des Jahr­zehnts Men­schen zum Mond und si­cher wie­der zu­rück zu Er­de zu brin­gen" woll­ten sie die UdSSR nicht nur über­ho­len, son­dern auch die Über­le­gen­heit der frei­heit­li­chen, west­li­chen Welt ge­gen­über der ver­schlos­se­nen, dik­ta­to­ri­schen UdSSR de­mons­trie­ren. Da­für wur­den enor­me Mit­tel zur Ver­fü­gung ge­stellt und je­de er­denk­li­che An­stren­gung un­ter­nom­men. Für die NA­SA und ih­re Apol­lo-Astro­nau­ten, die sich bis auf ei­ne Aus­nah­me aus Air-For­ce- oder Na­vy-Pi­lo­ten re­kru­tier­ten, war das Auf­stel­len der ame­ri­ka­ni­schen Flag­ge ne­ben der Mond­fäh­re da­her weit mehr als ein sym­bo­li­scher Akt.
Panorama der Apollo-11-Landestelle vom Little West Crater
Pan­ora­ma der Apol­lo-11-Lan­des­tel­le vom Litt­le West Cra­ter
Bild 9/14, Credit: NASA

Panorama der Apollo-11-Landestelle vom Little West Crater

Et­wa zwei Stun­den dau­er­te am 21. Ju­li 1969 (MEZ) der Aus­stieg der bei­den ers­ten Men­schen auf dem Mond. Die Lan­des­tel­le im Wes­ten des Ma­re Tran­quil­li­ta­tis, ei­ner vul­ka­ni­schen Ebe­ne oh­ne vie­le Hin­der­nis­se, wur­de aus Grün­den der Si­cher­heit und der Be­leuch­tungs­ver­hält­nis­se ge­wählt. Für die Wis­sen­schaft­ler brach­ten die Apol­lo-11-Astro­nau­ten 22,5 Ki­lo­gramm Ge­steins­pro­ben und Mond­staub zur Er­de zu­rück. De­ren Un­ter­su­chung bil­de­te den Auf­takt zu um­fang­rei­chen, vie­le Jah­re an­dau­ern­den und von be­deu­ten­den Er­geb­nis­sen ge­krön­ten wis­sen­schaft­li­chen Ar­bei­ten, an de­ren En­de ein völ­lig neu­es Ver­ständ­nis zu den Vor­gän­gen im frü­hen Son­nen­sys­tem wäh­rend und nach der Bil­dung der erd­ähn­li­chen Kör­per stand. Der Kra­ter im Vor­der­grund ist der Litt­le West Cra­ter. Neil Arm­strong mach­te hier, et­wa 60 Me­ter von der Mond­fäh­re ent­fernt, ei­ni­ge Auf­nah­men, die zu ei­nem Mo­sa­ik zu­sam­men­ge­setzt wur­den. Der Kra­ter ist nicht zu ver­wech­seln mit dem West Cra­ter (550 Me­ter wei­ter öst­lich ge­le­gen), über des­sen Rand Neil Arm­strong mit Hand­steue­rung hin­weg­flog, um ei­ner Lan­dung in ei­nem Feld aus den Kra­ter um­ge­ben­den Fels­blö­cken zu ver­mei­den.
Die Apollo-11-Landestelle aus der Mondumlaufbahn
Die Apol­lo-11-Lan­des­tel­le aus der Mond­um­lauf­bahn
Bild 10/14, Credit: NASA/GSFC/Arizona State University

Die Apollo-11-Landestelle aus der Mondumlaufbahn

Wäh­rend sich Neil Arm­strong und Buzz Aldrin auf dem Mond be­fan­den, um­kreis­te Mi­cha­el Col­lins den Erdtra­ban­ten 18 Mal in ei­ner äqua­to­ria­len Um­lauf­bahn. Er muss­te nicht vie­le Auf­ga­ben be­wäl­ti­gen und hat­te auch nie ein per­sön­li­ches Pro­blem da­mit, als „drit­ter Mann“ nicht den Mond be­tre­ten zu ha­ben („schreibt auf mei­nen Grab­stein: glück­lich!“). Bei je­dem Über­flug über das west­li­che Ma­re Tran­quil­li­ta­tis ver­such­te er, die Ea­gle auf der Mond­ober­flä­che aus sei­nem et­wa 100 Ki­lo­me­ter ho­hen Or­bit zu er­spä­hen, aber er sah sie nicht. Viel spä­ter ge­lang es der ex­trem hoch­auf­lö­sen­den Ka­me­ra des seit 2009 in ei­ner Mond­um­lauf­bahn be­find­li­chen Lu­nar Re­con­naissance Or­bi­ter al­le sechs Apol­lo-Lan­des­tel­len und auch die Lan­des­tel­len der ro­bo­ti­schen so­wje­ti­schen Mond­mis­sio­nen zu er­fas­sen. Rechts der Bild­mit­te be­fin­det sich die Lan­des­tu­fe der Mond­fäh­re, Neil Arm­strongs Fuß­spu­ren zum mar­kan­ten Litt­le West Cra­ter und süd­lich der Mond­fäh­re so­gar das zu­rück­ge­las­se­ne Seis­mo­me­ter­ex­pe­ri­ment.
Die ersten wissenschaftlichen Experimente
Die ers­ten wis­sen­schaft­li­chen Ex­pe­ri­men­te
Bild 11/14, Credit: NASA

Die ersten wissenschaftlichen Experimente

Für die Pla­ne­ten­for­schung war das Apol­lo-Pro­gramm ein enorm er­gie­bi­ges Pro­jekt. Schon zur Vor­be­rei­tung von si­che­ren Lan­dun­gen wur­den ro­bo­ti­sche Son­den der Se­ri­en Ran­ger, Lu­nar Or­bi­ter und Sur­veyor zum Mond ge­schickt, die Tau­sen­de von Auf­nah­men zur Er­de über­tru­gen. Was bis­her nur mit Te­le­sko­pen in ma­xi­mal ein bis zwei Ki­lo­me­ter großen De­tails be­ob­ach­tet wer­den konn­te, war nun auf Fo­tos mit ei­ner zum Teil mehr als zehn­fach hö­he­ren Auf­lö­sung zu er­ken­nen. Auf dem Mond hat­ten al­le sechs Apol­lo-Missio­nen um­fang­rei­che Ex­pe­ri­ment­pa­ke­te da­bei, die kaum Wün­sche der be­tei­lig­ten Geo­wis­sen­schaft­ler, Astro­no­men und Phy­si­ker of­fen­lie­ßen. Bei der ers­ten Mond­lan­dung wur­de un­ter an­de­rem ein Seis­mo­me­ter in­stal­liert, das auch nach der Missi­on pas­siv Er­schüt­te­run­gen der Mond­ober­flä­che auf­zeich­ne­te – so auch den Ein­schlag der im Mondor­bit ab­ge­trenn­ten Mond­fäh­re.
Die Mondfähre Eagle kehrt zur Columbia zurück
Die Mond­fäh­re Ea­gle kehrt zur Co­lum­bia zu­rück
Bild 12/14, Credit: NASA

Die Mondfähre Eagle kehrt zur Columbia zurück

Die Rück­kehr der Ea­gle zur Co­lum­bia be­deu­te­te noch nicht das En­de der Missi­on. Noch stan­den wei­te­re missi­ons­kri­ti­sche Weg­mar­ken be­vor: das An­do­cken an das Kom­man­do- und Ser­vice­mo­dul, das Zün­den des Trieb­werks, um aus dem Mondor­bit auf ei­ne Bahn zu­rück zur Er­de zu kom­men und nach wei­te­ren drei Ta­gen das Ein­drin­gen in die Erdat­mo­sphä­re im rich­ti­gen Win­kel, um die gan­ze durch die Ra­ke­ten dem Sys­tem über­tra­ge­ne Be­we­gungs­ener­gie bei ei­nem feu­ri­gen Ritt durch die Luft­hül­le der Er­de ab­zu­bau­en und am En­de si­cher an Fall­schir­men im Meer zu lan­den. Kei­ne der Apol­lo-Missio­nen, die mit ei­ner Sa­turn-V-Ra­ke­te ins All ge­star­tet wa­ren, führ­te zu ei­nem Un­fall mit Scha­den für die be­tei­lig­ten Astro­nau­ten. Das Bild zeigt die Ea­gle vor dem Mond­ho­ri­zont mit dem dunk­len Um­riss des Ma­re Smy­thii und der "Hal­b­er­de" im Hin­ter­grund.
In den frühen Morgenstunden Ortszeit – wasserte die Kommandokapsel von Apollo 11.
Das En­de ei­ner epo­cha­len Ex­pe­di­ti­on
Bild 13/14, Credit: NASA

Das Ende einer epochalen Expedition

Am 24. Ju­li 1969 um 16.50 Welt­zeit – in den frü­hen Mor­gen­stun­den Orts­zeit – was­ser­te die Kom­man­do­kap­sel von Apol­lo 11 mit den drei Astro­nau­ten an Bord im Wes­ten des Pa­zi­fi­schen Oze­ans. Vom US-Flug­zeug­trä­ger USS Hor­net wa­ren meh­re­re He­li­ko­pter ge­star­tet, die schon vor der Was­se­rung die Kom­man­do­kap­sel an den drei großen Fall­schir­men ent­deck­ten und die letz­ten Me­ter ih­res Flugs ver­folg­ten. Ma­ri­ne­tau­cher spran­gen so­fort von den He­li­ko­ptern in den Oze­an und "en­ter­ten" die im Was­ser trei­ben­de Kap­sel, öff­ne­ten die Lu­ke und bar­gen die drei et­was er­schöpf­ten, aber glück­li­chen Astro­nau­ten in Schlauch­bo­ten, von de­nen sie in die He­li­ko­pter ge­hievt und zur 24 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Hor­net ge­bracht wur­den. Das Aben­teu­er Mond­lan­dung und Rück­kehr zur Er­de dau­er­te acht Ta­ge.
Plausch der Astronauten mit dem US-Präsidenten – hinter Glas
Plausch mit dem US-Prä­si­den­ten – hin­ter Glas
Bild 14/14, Credit: NASA

Plausch mit dem US-Präsidenten – hinter Glas

Prä­si­dent Ri­chard Ni­xon ließ sich vor der zeit­lich ziem­lich ex­akt an­be­raum­ten Rück­kehr der drei Mon­da­stro­nau­ten auf den Flug­zeug­trä­ger USS Hor­net brin­gen, um die frisch­ge­ba­cke­nen Hel­den der Na­ti­on will­kom­men zu hei­ßen. Al­ler­dings muss­te der Ge­dan­ken­aus­tausch über ei­ne Sprech­an­la­ge ge­sche­hen, denn Neil Arm­strong, Mi­cha­el Col­lins und Buzz Aldrin (v.l.) wur­den für zwei Wo­chen un­ter Qua­ran­tä­ne ge­stellt. Es war vor der Apol­lo-11-Missi­on nicht klar, ob der Mond, auf des­sen Ober­flä­che sich die Wis­sen­schaft­ler beim bes­ten Wil­len kein Le­ben vor­stel­len konn­ten, viel­leicht nicht doch Mi­kro­or­ga­nis­men oder Vi­ren be­her­bergt, die auf der Er­de fort­be­ste­hen oder sich gar aus­brei­ten und großen Scha­den an­rich­ten könn­ten. Für die Astro­nau­ten noch schmerz­haf­ter als der nur mit­tel­ba­re Kon­takt zu ih­rem Prä­si­den­ten: Auch ih­re An­ge­hö­ri­gen durf­ten sie nur aus dem Qua­ran­täne­con­tai­ner se­hen und erst im Au­gust 1969 in die Ar­me neh­men.
  • Ein historischer Rückblick auf den Start der Mondlandungs-Mission Apollo 11 am 16. Juli 1969.
  • Mit der Mission gelang den USA das scheinbar Unmögliche: Nur acht Jahre nach John F. Kennedys Ankündigung landen Menschen auf dem Mond und kehren sicher zur Erde zurück.
  • Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin "Buzz" Aldrin und Michael Collins brachten die Mission in größtmöglicher Professionalität ans Ziel und schrieben Geschichte.
  • Schwerpunkte: astronautische Raumfahrt, Planetenforschung

Die Saturn-V-Rakete hob in fast beängstigender Langsamkeit um 9.32 Uhr Ortszeit von der Startrampe 39-A im Kennedy Weltraumzentrum an der Ostküste Floridas ab. In jeder Sekunde wurden 13 Tonnen Treibstoff in die fünf Triebwerke gepumpt und gezündet. Jedes von ihnen erzeugte 7.500 Kilonewton Schub - das entspricht 160 Millionen PS. Erst nach zwölf Sekunden hatte sich die 111 Meter hohe und beim Start fast 3.000 Tonnen schwere Saturn V, die stärkste Rakete, die je gebaut wurde, über den Startkomplex erhoben. Sie wurde begleitet von einem gewaltigen Donnern, wie es bis dahin noch keine menschengemachte Maschine erzeugt hatte. Etwa eine Million Menschen verfolgten den Start vor Ort. An der Spitze der dreistufigen Rakete befand sich die Apollo-11-Kommandokapsel Columbia mit den drei Astronauten Neil Alden Armstrong, Edwin Eugene Aldrin und Michael Collins. Drei Tage später sollten sie den Mond erreichen und in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen die Mondoberfläche. Ein tausende Jahre alter Traum wurde wahr!

Tausende Tonnen Treibstoff

Zweieinhalb Minuten brannte die erste Stufe und beförderte die Rakete auf eine Höhe von 61 Kilometer. Von dort aus strebte sie mit einer Geschwindigkeit von 8.000 Kilometern pro Stunde dem Weltall entgegen. 2.000 Tonnen Treibstoff waren nun verbrannt, die Stufe wurde abgetrennt und fiel mit den fünf gewaltigen F1-Triebwerken, die der Saturn-V-Rakete ihren Namenszusatz gaben, 560 Kilometer östlich vom Startplatz in den Atlantischen Ozean. Die zweite Stufe brannte weitere sechs Minuten, ehe sie abgetrennt wurde und, nun schon 4.000 Kilometer von Florida entfernt, in den Ozean fiel. Zuvor hatte sie die dritte Stufe mit Kommandokapsel, Servicemodul und Mondfähre in eine Erdumlaufbahn in etwa 185 Kilometer Höhe gehievt. Dort umrundete diese den Planeten für drei Stunden mit einer Geschwindigkeit von 7 Kilometer pro Sekunde (25.000 Kilometern pro Stunde). Die Kontrolle über das Raumschiff für den weiteren Verlauf der Mission war inzwischen vom Kennedy Space Center an die Bodenkontrolle in Houston im US-Bundesstaat Texas übergeben worden.

In drei Tagen von der Erde zum Mond

Um 16.22 Uhr Weltzeit (17.22 Uhr mitteleuropäischer Zeit, MEZ) erfolgte nach anderthalb Erdumrundungen von dort die Freigabe für die Reise zum Mond. Die Oberstufe mit dem Saturn-IVB-Triebwerk beschleunigte das Gespann in sechs Minuten auf die nötige Fluchtgeschwindigkeit von 11,2 Kilometern pro Sekunde. Eine halbe Stunde nach dem Einschuss in die Transferbahn zum Mond erfolgte das schwierigste Manöver auf dem Weg zum Erdtrabanten: das Abkoppeln von Kommando- und Servicemodul (CSM) von der dritten Stufe, gefolgt von einer Drehung um 180 Grad und mit der Spitze der Kommandokapsel das anschließende Andocken an die Mondfähre, um sie dort herauszuziehen. Danach wurden die nun miteinander verbundenen Komponenten wieder um 180 Grad in Flugrichtung gedreht. Dem Verantwortlichen Michael Collins gelang das Manöver reibungslos und vor den drei Astronauten lagen nun knapp 400.000 Kilometer Wegstrecke.

Die ausgebrannte Oberstufe flog auf einer eigenen - für die Apollo-11-Mission ungefährlichen - Trajektorie um den Mond. Sie befindet sich infolge eines "lunaren Schwerkraft-Schleudereffekts" noch heute in einer Sonnenumlaufbahn; Teleskope auf der Erde hatten anhand der Reflexionskurven das Titandioxid der weißen Lackierung identifizieren können und sie dadurch bereits mehrfach wieder aufgespürt.

Die Zeit drängte und die NASA erhöhte Tempo und Risiko

Wie wurde die Crew von Apollo 11 ausgewählt? Wer legte fest, welche Astronauten als erstes zum Mond fliegen würden? Und wer bestimmte, wer der erste Mensch sein sollte, der den Erdtrabanten betreten würde? Es war ein glücklicher Zufall, der dafür sorgte, dass Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins die Mission Apollo 11 bestreiten sollten. Denn Armstrong und Aldrin waren die Reservecrew der Mission Apollo 8, die an Weihnachten 1968 die allererste Reise mit menschlicher Besatzung zum Mond absolvierte und das berühmte Bild der Erde über dem Mondhorizont fotografierte.

Dritter Ersatzastronaut war damals Fred Haise, doch Armstrong warb bei Deke Slayton, dem Direktor des NASA-Astronautenbüros, erfolgreich darum, dass Michael Collins den Platz von Fred Haise einnehmen sollte. Collins hatte sich bereits bei Gemini 10 bewährt. Am 10. Januar 1969 wurden Armstrong, Aldrin und Collins der Öffentlichkeit als Crew von Apollo 11 vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war die Mondfähre allerdings noch nicht einmal getestet worden, es war also keineswegs gewiss, dass schon mit Apollo 11 Menschen auf dem Mond landen würden.

Doch die Zeit drängte. Zum einen hatte die NASA die Befürchtung, dass die Sowjetunion bald einen ersten Kosmonauten zum Mond schicken könnte. Die "Nachrichtenlage" war nach dem überraschenden Tod des russischen Raketeningenieurs Sergei Koroljow am 14. Januar 1966 nicht klar. Zum anderen lautete die Vorgabe von Präsident John F. Kennedy vom 25. Mai 1961: "Noch vor dem Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und ihn auch sicher wieder zurück zur Erde zu bringen!" Dementsprechend drängte die NASA zur Eile – und ging dabei hohe Risiken ein. Apollo 6 und 7 waren 1968 noch unbemannte Testflüge in der Erdumlaufbahn, bei Apollo 8 wurde im Dezember 1968 zum ersten Mal die Saturn-V-Rakete mit Astronauten an Bord eingesetzt und flog direkt mit Menschen zum Mond. Anfang 1969 testete die NASA bei Apollo 9 die nun fertiggestellte Mondfähre im Erdorbit und im Mai 1969 erfolgte mit Apollo 10 die Generalprobe am Mond mit einem Abstieg der Mondfähre bis auf 15 Kilometer Oberflächendistanz. Nachdem bis dahin alles erfolgreich verlief, wollte es die NASA nun mit Apollo 11 wagen, auf dem Mond zu landen.

Armstrong, Aldrin, Collins – drei außergewöhnliche Charaktere

Neil Armstrong wurde als Kommandant bestimmt. Schon bei Gemini 8 im März 1966 hatte er diese Position inne. Dabei wurden zum ersten Mal zwei Raumschiffe im All aneinandergekoppelt, was beinahe in einer Katastrophe endete, da die Gemini-Kapsel ins Taumeln geriet. Armstrong brachte die Situation unter Kontrolle. Er galt als bescheiden, fast etwas introvertiert, allerdings auch als extrem professionell, außerordentlich kompetent, entscheidungsschnell und kollegial. Eigenschaften, die ihn aus der Sicht der NASA zum Kommandanten von Apollo 11 prädestinierten. Dadurch war auch klar, dass er, der Kommandant und zugleich Zivilist, als erstes den Mond betreten sollte. Edwin "Buzz" Aldrin, der Pilot der Mondfähre, war eher als Heißsporn bekannt: ehrgeizig, ein begeisterter Astronaut und nicht minder fähig als Armstrong. Im Kreise der Astronauten trug er den Spitznamen "Dr. Rendezvous". Er verfasste am Massachusetts Institute of Technology in Boston eine Doktorarbeit für die dann Mitte der 1960er-Jahre erstmals durchgeführten Ankoppelmanöver zweier Raumschiffe im All. Michael Collins schließlich, in Rom geboren, hatte bei Gemini 10 einen Weltraumausstieg absolviert, war als sehr ausgeglichene Persönlichkeit bekannt und besaß eine künstlerische Ader: Es war Collins, der das Missionsabzeichen von Apollo 11 entwarf, mit einem Adler, der zur Landung auf dem Mond ansetzt und einen Olivenzweig als Zeichen der friedlichen Absichten in seinen Krallen hält. Alle drei waren gleich alt - 1930 geboren - und erfahrene Piloten im Kriegseinsatz sowie ehemalige Testpiloten von Kampfjets in der US-Luftwaffe oder US-Navy.

Die Mission Apollo flog drei Tage lang ohne außergewöhnliche Ereignisse in Richtung Mond, dessen Schwerefeld die Kapsel wie berechnet einfing. Sie befand sich auf einer "freien Rückkehrbahn". Auf dieser konnten das Kommando- und Servicemodul beim Erreichen des Mondes auch ohne Zünden eines möglicherweise defekten Triebwerks von der Schwerkraft des Trabanten umgelenkt zur Erde zurückkehren. Doch alles klappte wie geplant: Am 19. Juli (17.21 Uhr Weltzeit) befand sich die Mission in einer Mondumlaufbahn. Knapp 20 Stunden später, es war nun der 20. Juli, krochen Armstrong und Aldrin aus der "Columbia" in die Mondfähre "Eagle" und dockten um 17.44 Uhr von der Kommandokapsel ab. Nach weiteren Systemtests und der visuellen Kontrolle durch Michael Collins, der die vor den Fenstern der "Columbia" rotierenden "Eagle" beobachtete, leitete Neil Armstrong den Landevorgang mit den Worten "Der Adler hat Flügel!" ein.

Computerfehler, Felsbrocken und Handsteuerung

Die folgende Viertelstunde ist Raumfahrtgeschichte: Armstrong und Aldrin, beide stehend und den Blick aus kleinen dreieckigen Fenstern auf den Mond gerichtet, merkten schnell, dass sie bei ihrem Anflug auf die Oberfläche von Ost nach West in Richtung der Vulkanebene Mare Tranquillitatis die von Apollo 10 ausgekundschafteten Landmarken um einige Sekunden zu früh passierten. Sie würden etliche Kilometer zu weit westlich aufkommen. Fünf Minuten nach dem Zünden der Triebwerke und noch 1.800 Meter über dem Mond meldete der wenig leistungsstarke, aber robuste Bordcomputer die berühmten "Fehler 1201" und "1202", die Armstrong nicht sonderlich beeindruckten. Schnell kam auch von der Missionskontrolle die Empfehlung, diese zu ignorieren, denn der Computer konnte die zahlreichen Informationen nicht mehr schnell genug abarbeiten.

Neil Armstrong übernahm die Kontrolle über die Mondfähre und wechselte auf Handsteuerung. Er sah an der vermeintlichen Landestelle einen trichterförmigen Krater mit steilen Innenwänden und metergroßen Blöcken um den Rand. Sofort erkannte er, dass diese Stelle viel zu gefährlich für eine Landung sein würde und steuerte die Mondfähre darüber hinweg. Gleichzeitig erhielt er von dem "Capsule Communicator" (CapCom) und Astronauten Charles Duke aus Houston die Ansage: "60 Sekunden!" Es befand sich nur noch Treibstoff für eine Minute im Tank der Mondfähren-Landestufe. Eine halbe Minute später: "30 Sekunden!" Die Mission stand kurz vor dem Abbruch. Die Mondfähre befand sich nur drei Meter über der Oberfläche, und es war nicht sicher, ob ein Abbruch ohne Sturz auf die Mondoberfläche überhaupt möglich gewesen wäre. Neil Armstrong ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und landete mit Treibstoff für nur noch etwa 20 Sekunden. Buzz Aldrin meldete "Kontaktlicht!" nach Houston, drei Sekunden später schalteten die beiden Astronauten das Triebwerk ab, das lauter Staub aufgewirbelt hatte.

Der Adler ist gelandet und Houston holt tief Luft

Zwanzig endlose Sekunden später traf im Kontrollzentrum die befreiende Nachricht von Neil Armstrong ein: "Houston, Tranquility Base here – the Eagle has landed". CapCom Duke kommentierte: "Roger, Twank … Tranquility. We copy you on the ground. You got a bunch of guys about to turn blue. We're breathing again. Thanks a lot." ("Verstanden, Twank … Tranquility. Ist übertragen zur Bodenstation. Ihr habt hier einen Haufen Leute, die schon blau zu werden drohten. Jetzt atmen wir wieder. Vielen Dank!"). Es war Sonntag, der 20. Juli 1969 um 20.17 Uhr Weltzeit (21.17 Uhr MEZ und Nachmittag in den USA). Der Mensch war auf dem Mond gelandet.

Kurz nach Mitternacht deutscher Zeit – dort war bereits der 21. Juli angebrochen, während sich die Mondlandung in den USA am Abend des 20. Juli, zur besten Sendezeit, ereignete – begannen in der Eagle die Vorbereitungen für den Ausstieg auf den Mond. Um 3.39 Uhr MEZ wurde die Luke geöffnet, Neil Armstrong bestieg um 3.51 Uhr die Leiter, kletterte sie hinab und betrat am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr und 20 Sekunden MEZ den Mond mit den berühmten Worten: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit." Zwanzig Minuten später folgte ihm Buzz Aldrin. Für etwas mehr als zwei Stunden erkundeten die beiden ersten Menschen auf dem Mond die "großartige Einöde" (Aldrin), sammelten 21,5 Kilogramm Mondsteine und Mondstaubproben ein, führten die mitgebrachten Experimente aus, stellten ein Sternenbanner, die amerikanische Flagge auf. US-Präsident Richard Nixon gratulierte per Schaltung aus dem Weißen Haus in Washington via Houston zum Mond.

Währenddessen umrundete Michael Collins 18 Mal den Mond und wartete auf die Rückkehr seiner Kameraden. Am 21. Juli um 18.54 Uhr MEZ startete der obere Teil der Mondfähre zurück zur Kommandokapsel in der Mondumlaufbahn, wurde angedockt und dann nach dem Umstieg von Armstrong und Aldrin wieder abgestoßen, um auf dem Mond zu zerschellen. Drei Tage später wasserten die drei Astronauten wohlbehalten im Pazifischen Ozean und wurden vom US-Flugzeugträger USS Hornet mit Helikoptern geborgen. Da man sicher gehen wollte, dass die Astronauten keine lunaren Mikroben mit auf die Erde brächten, mussten sie zunächst in eine zweiwöchige Quarantäne.
Auf dem Mond blieben die Experimente sowie die Unterstufe der Mondfähre zurück. An deren Landebein war unter der Ausstiegsleiter von den beiden Astronauten eine Plakette enthüllt worden, auf der steht: "Hier betraten Menschen vom Planet Erde zum ersten Mal den Mond, Juli 1969 im Jahre des Herrn. Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit."

Weitere Informationen zum Jubiläum der Mondlandung finden Sie auf der DLR-Sonderseite.

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