30. September 2019
Luftfahrt der Zukunft: Drei Fragen an... Dr. Alexander Kuenz

Drohnen in der Stadt – Ein urbanes Luftverkehrssystem für unbemannte Flugsysteme

Dr. Alexander Kuenz
Dr. Alexander Kuenz
Bild 1/2, Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Dr. Alexander Kuenz

Dr. Alexander Kuenz arbeitet am DLR-Institut für Flugführung an unbemannten Luftfahrtsystemen

City-ATM Kameradrohne mit Köhlbrandbrücke
Kameradrohne mit Köhlbrandbrücke
Bild 2/2, Quelle: DLR CC BY 3.0

Kameradrohne mit Köhlbrandbrücke

Flugversuche im Rahmen des Forschungsprojekts City-ATM in Hamburg zeigten, wie die Kooperation von Drohnen bei der beispielhaften Befliegung einer Brücke (Köhlbrandbrücke) bei laufendem Schiffs- und Straßenverkehr schon heute funktioniert.

  • Drei Fragen an Dr. Alexander Kuenz zu seiner Arbeit an unbemannten Luftfahrtsystemen
  • Schwerpunkt(e): Luftfahrt, Unbemanntes Fliegen

In Zukunft müssen sich unbemannte und bemannte Luftverkehrssysteme den Luftraum teilen. Um einen sicheren und effizienten Betrieb der neuen „Verkehrsteilnehmer“ zu gewährleisten, müssen viele Randbedingungen beachtet werden. Genau damit beschäftigen sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Projekt City-ATM, in dem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit externen Partnern ein Managementkonzept für den Luftraum entwickelt.

Dr. Alexander Kuenz vom Braunschweiger DLR-Institut für Flugführung beantwortet drei Fragen zu seiner Arbeit an unbemannten Luftverkehrssystemen und dem Projekt City-ATM.

1. Wie weit ist die Forschung an unbemannten Luftfahrtsystemen heute und was denken Sie, wo geht es in Zukunft hin?

Drohnen bieten heute Möglichkeiten, von denen wir vor wenigen Jahrzenten nur träumen durften. Hochgenaue Navigation, präzise Berechnung von geplanten Flugwegen, computergestützte Vermeidung von Flugverbotszonen und der kostengünstige Einsatz prädestinieren Drohnen schon heute für Kontroll-, Transport- und Überwachungsaufgaben. Diese Attraktivität führt zu vermehrtem Einsatz unbemannter Systeme insbesondere zur kommerziellen Nutzung. Zukünftige Drohnen werden „intelligenter“ werden. Bessere Sensoren, eingebaute Konfliktvermeidungsstrategien und Algorithmen zur Missionsplanung und -überwachung werden der Drohne zu mehr Autonomie verhelfen, um die erteilte Aufgabe stets sicher und effizient durchführen zu können.

2. Was ist die größte Herausforderung der Mobilität von morgen in Bezug auf Drohnen?

Eine Vielzahl unterschiedlicher Drohnen, vom Oktokopter bis zum Flächenflieger, von wenigen Gramm bis mehreren hundert Kilogramm soll sich einen Luftraum teilen. Die Vielfalt der Einsatzzwecke reicht von Rettungseinsätzen über Medizintransporte bis zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Kontrolle des Blütenstands. Diese große Heterogenität an Flugprofilen und -leistungsdaten sicher und effizient in einen Luftraum gemeinsam mit der bemannten Luftfahrt zu integrieren, ist sicher eine der größten Herausforderungen der Zukunft.

3. Weshalb würden Sie Ihr Forschungsthema auf keinen Fall wechseln wollen?

Meine täglichen Aufgaben reichen vom Projektmanagement über die Entwicklung neuer Ideen bis zu deren Umsetzung in Form von Quellcode. Insbesondere diese selbstbestimmte Form der Arbeit an interessanten Themen, wie der sicheren und effizienten Integration von Drohnen in einen gemeinsamen Luftraum, gefällt mir sehr. Wichtig ist mir auch der interdisziplinäre Ansatz des Projekts City-ATM. Mathematiker, Maschinenbauer, Psychologen, Physiker und Informatiker, wie ich, arbeiten gemeinsam an der Lösung einer spannenden Aufgabe, unterschiedliche Sichtweisen werden sinnvoll vereint und führen am Ende zu einem tollen Ergebnis.

Kontakt
  • Jasmin Begli
    Kommunikation Braunschweig, Cochstedt, Stade, Trauen
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Politikbeziehungen und Kommunikation
    Telefon: +49 531 295-2108
    Lilienthalplatz 7
    38108  Braunschweig
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