25. Januar 2022
Flugzeuge digital reparieren und warten

Prof. Ger­ko Wen­de zum neu­en Di­rek­tor des In­sti­tuts für In­stand­hal­tung und Mo­di­fi­ka­ti­on er­nannt

Prof. Dr.-Ing. Gerko Wende ist der neue Direktor des DLR-Instituts für Instandhaltung und Modifikation
Prof. Dr.-Ing. Ger­ko Wen­de ist der neue Di­rek­tor des DLR-In­sti­tuts für In­stand­hal­tung und Mo­di­fi­ka­ti­on
Bild 1/3, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Prof. Dr.-Ing. Gerko Wende ist der neue Direktor des DLR-Instituts für Instandhaltung und Modifikation

Prof. Wen­de wird zu­künf­tig die Aus­rich­tung und For­schung sei­nes In­sti­tuts so­wie die Ko­ope­ra­tio­nen mit Wis­sen­schaft und In­dus­trie wei­ter aus­bau­en und stär­ken.
Das neue Applikationszentrum MRO des Instituts im Betrieb
Das neue Ap­pli­ka­ti­ons­zen­trum MRO des In­sti­tuts im Be­trieb
Bild 2/3, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Das neue Applikationszentrum MRO des Instituts im Betrieb

MRO steht für Main­te­nance, Re­pair and Over­haul, auf Deutsch: War­tung, Re­pa­ra­tur und Über­ho­lung. Hier wird ge­mein­sam mit Part­nern aus Wis­sen­schaft und In­dus­trie an der di­gi­ta­li­sier­ten In­stand­hal­tung von mor­gen ge­forscht.
Digitalisierung des Lebenszyklus
Di­gi­ta­li­sie­rung des Le­bens­zy­klus
Bild 3/3, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Digitalisierung des Lebenszyklus

Die di­gi­ta­le Ab­bil­dung des Le­bens­zy­klus von Luft­fahr­zeu­gen spielt ei­ne Schlüs­sel­rol­le von der De­si­gnpha­se über den Be­trieb bis zur Au­ßer­dienst­stel­lung. Sie er­mög­licht ef­fi­zi­en­te­re und öko­lo­gisch wirk­sa­me­re War­tungs- und In­stand­hal­tungs­pro­zes­se und be­rück­sich­tigt da­bei die Ent­wick­lung al­ler Ein­zel­kom­po­nen­ten.
  • Prof. Dr.-Ing. Gerko Wende ist neuer Direktor des Instituts für Instandhaltung und Modifikation.
  • Das DLR-Institut für Instandhaltung und Modifikation wurde 2017 in Hamburg gegründet.
  • Das Institut beschäftigt sich mit der Entwicklung von digitalen Methoden zur Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen mit anschließendem Technologietransfer in andere Branchen.
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, Digitalisierung

Der Senat des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat Prof. Dr.-Ing. Gerko Wende zum neuen Direktor des Instituts für Instandhaltung und Modifikation ernannt. Die Position ist mit der Berufung zur Professur für „Digitalisierung effizienter Reparatur- und Wartungsprozesse“ an der TU Hamburg verbunden. Das DLR-Institut für Instandhaltung und Modifikation wurde 2017 am Standort Hamburg-Finkenwerder gegründet und konzentriert seine Forschung darauf, Instandhaltungsprozesse und -technologien über den gesamten Lebenszyklus von Flugzeugen zu digitalisieren. Dabei werden insbesondere die weiterhin kaum zu ersetzenden manuellen Tätigkeiten vieler hochqualifizierter Menschen einbezogen. Ziel ist es, so ein gesellschaftliches, ökologisches und ökonomisches Optimum im technischen Betrieb von Flugzeugen zu erreichen. Beheimatet ist das Institut im Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) in Hamburg. Das DLR hat hier die Möglichkeit, gemeinsam mit einer Vielzahl von Industrie- und Forschungspartnern aus dem Luftfahrtbereich im selben Gebäude gemeinschaftlich zu arbeiten.

Gründung des Instituts für Instandhaltung und Modifikation

Nach vier Jahren wurde die erste Gründungsphase des DLR-Instituts für Instandhaltung und Modifikation in Hamburg am Standort Finkenwerder erfolgreich abgeschlossen und die Position des Institutsdirektors besetzt. "Dies ist ein wichtiger Meilenstein für das Institut und seine weitere Entwicklung", erklärt Prof. Hans Peter Monner, Gründungsdirektor des Instituts. "Ich freue mich, nun den Staffelstab an Prof. Wende zu übergeben und wünsche ihm einen gelungenen Start sowie viel Erfolg für die Zukunft", so Prof. Monner.

In den vergangenen vier Jahren ist das Institut kontinuierlich gewachsen und konnte erste Erfolge verzeichnen. Aktuell tragen mehr als 30 Mitarbeitende und rund 15 Studierende dazu bei. Seit Anfang des Jahres ist das neue Applikationszentrum MRO in Betrieb. MRO steht für Maintenance, Repair and Overhaul, auf Deutsch: Wartung, Reparatur und Überholung. Das Labor ist modular aufgebaut und lässt sich für verschiedene Versuche und Forschungsvorhaben flexibel umgestalten. Hier wird gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie an der Instandhaltung von morgen geforscht. „Ich bin sehr stolz darauf, ein so gut strukturiertes Institut mitsamt seinen engagierten Mitarbeitenden übernehmen zu dürfen“, erklärt der neue Institutsdirektor Prof. Gerko Wende und blickt optimistisch in die Zukunft. „Das bisher noch recht neue Forschungsfeld MRO besetzen zu dürfen, ist eine große Ehre für mich.“

Mensch und Technik zusammenführen

Zukünftig soll der Betrieb von Flugzeugen bereits beim Design und der Produktion mitgedacht werden. Unter Betrachtung des gesamten Lebenszyklus entwickelt das Institut digitalisierte Instandhaltungsprozesse und -technologien, um die spätere passgenaue und kosteneffiziente Wartung zu revolutionieren. Die Region Hamburg bietet hierfür ein einzigartiges industrielles Umfeld, wo sowohl produzierende als auch betreibende Luftfahrtunternehmen wie Airbus oder Lufthansa Technik sowie zahlreiche Zulieferer und Start-ups ansässig sind. Durch eine enge Zusammenarbeit soll die Forschung anwendungsnah ausgerichtet werden.

„Instandhaltungsprozesse laufen nicht in einer Serien- oder Linienführung ab. Vielmehr ist es ein vorwiegend manueller Prozess, bei dem auch weiterhin die Kompetenzen und Fähigkeiten von Servicemitarbeitenden gefragt sind. Viele Menschen sind dabei eingebunden und werden auch zukünftig nicht ersetzbar sein“, betont Gerko Wende. „Die Herausforderung besteht dabei also darin, die Menschen bei der Arbeit optimal zu unterstützen und geeignete Technologien zu finden, die ihre manuellen Tätigkeiten effizient in ein digitales Datenabbild überführen.“

Denkbar wäre dies beispielsweise durch Assistenzsysteme wie VR-Brillen oder tragbare Sensoren, so genannte „Wearables“. Das könnte auch dabei helfen, manuelle Datenerfassung zu vermeiden und die Arbeit insgesamt ergonomischer zu gestalten. Da Flugzeuge im Gegensatz zu anderen Produkten einen relativ langen Lebenszyklus von bis zu 30 Jahren haben, ist deren Instandhaltung ein wesentlicher Teil ihres Betriebs. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse könnten auch auf andere Branchen und Güter, beispielsweise Windenergieanlagen, Eisenbahnen oder Autos angewendet werden. Ein Technologietransfer ist deshalb angestrebt.

Forschung zukünftig in größeren Laboren

Für das Jahr 2024 ist ein Umzug in den Erweiterungsbau des ZAL geplant. Dort werden dem Institut neben zusätzlichen Büroflächen auch weitere Labore mit einer Gesamtfläche von 650 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das DLR dort größere zusammenhängende Flächen nutzen kann, sodass die DLR-Institute für Instandhaltung und Modifikation sowie Systemarchitekturen in der Luftfahrt im ZAL im gleichen Gebäudetrakt angesiedelt sind.

Gerko Wende war zuletzt bei Lufthansa Technik im Geschäftsbereich Aircraft Component Services im Innovations- und Technologiemanagement tätig. Er ist der Luftfahrtforschung seit vielen Jahren als Segelflieger, Kunstflieger und auch als ehrenamtlicher Fluglehrer für Privatpiloten sehr verbunden. Dabei bleibt ihm der enge Austausch mit den Studierenden in der Interessengemeinschaft Deutscher Akademischer Fliegergruppen (idaflieg) weiterhin sehr wichtig.

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