17. August 2022
Neuer Service stellt täglich Ausmaß und Intensität der Feuer dar

Sa­tel­li­ten ha­ben Brand­flä­chen in Eu­ro­pa im Blick

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Raumfahrt, Sicherheit
Situation in Portugal vom 6. bis 16. August 2022
Si­tua­ti­on in Por­tu­gal vom 6. bis 16. Au­gust 2022
Bild 1/7, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Situation in Portugal vom 6. bis 16. August 2022

Die Über­sicht zeigt die Ent­wick­lung ei­nes Wald­bran­des in Por­tu­gal nörd­lich von Co­vil­ha vom 6. bis 16. Au­gust 2022. Die oran­ge­far­be­nen und ro­ten Be­rei­che si­gna­li­sie­ren, dass der Brand hier ge­ra­de be­son­ders in­ten­siv ist.
Situation in Falkenberg (Elbe-Elster, Brandenburg) vom 27. Juli bis 1. August 2022
Si­tua­ti­on in Fal­ken­berg (El­be-Els­ter, Bran­den­burg) vom 27. Ju­li bis 1. Au­gust 2022
Bild 2/7, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Situation in Falkenberg (Elbe-Elster, Brandenburg) vom 27. Juli bis 1. August 2022

Ei­ner der schwers­ten Brän­de in Deutsch­land er­eig­ne­te sich in Bran­den­burg bei Fal­ken­berg (Land­kreis El­be-Els­ter), wo ei­ne Flä­che von 780 Hekt­ar brann­te.
Brände in Deutschland vom 27. Juli bis 5. August 2022
Brän­de in Deutsch­land vom 27. Ju­li bis 5. Au­gust 2022
Bild 3/7, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Brände in Deutschland vom 27. Juli bis 5. August 2022

Die Über­sicht zeigt, wo sich Brän­de in Deutsch­land im Zeit­raum vom 27. Ju­li bis zum 5. Au­gust ent­wi­ckelt ha­ben. Das ZKI Fi­re Mo­ni­to­ring Sys­tem steht ab so­fort zur Ver­fü­gung und ist kos­ten­frei nutz­bar.
Situation in Frankreich südlich von Bordeaux vom 31. Juli bis 14. August 2022
Si­tua­ti­on in Frank­reich süd­lich von Bor­deaux vom 31. Ju­li bis 14. Au­gust 2022
Bild 4/7, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Situation in Frankreich südlich von Bordeaux vom 31. Juli bis 14. August 2022

Süd­lich der fran­zö­si­schen Stadt Bor­deaux ha­ben die Sa­tel­li­ten ei­ne ver­brann­te Flä­che von fast 8100 Hekt­ar er­kannt. Bei dem schwe­ren Brand wur­de viel Wald zer­stört. Das zeigt ein spe­zi­el­ler In­dex, der die ver­brann­te Bio­mas­se an­gibt.
Brandflächen in Europa zwischen 2016 und 2021 – alle Brände
Brand­flä­chen in Eu­ro­pa zwi­schen 2016 und 2021 – al­le Brän­de
Bild 5/7, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Brandflächen in Europa zwischen 2016 und 2021 – alle Brände

Das dar­ge­stell­te Ge­biet bein­hal­tet al­le er­fass­ten Brän­de von April 2016 bis De­zem­ber 2021. Ent­hal­ten sind ne­ben den Brän­den auf Wald-, Moor- und Hei­de­flä­chen auch sol­che auf land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Area­len. Die­se Brän­de wer­den tra­di­tio­nell zu Be­wirt­schaf­tungs­zwe­cken ge­legt und ma­chen den Groß­teil der Feu­er­ak­ti­vi­tät in Ost­eu­ro­pa aus. Ins­ge­samt brann­ten laut die­sem Kar­ten­aus­schnitt rund 24 Mil­lio­nen Hekt­ar Flä­che, da­von wur­den 5 Mil­lio­nen Hekt­ar als Wald­brän­de iden­ti­fi­ziert (sie­he fol­gen­de Ab­bil­dung). 
Brandflächen in Europa zwischen 2016 und 2021 – Waldbrände
Brand­flä­chen in Eu­ro­pa zwi­schen 2016 und 2021 – Wald­brän­de
Bild 6/7, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Brandflächen in Europa zwischen 2016 und 2021 – Waldbrände

Das dar­ge­stell­te Ge­biet bein­hal­tet al­le er­fass­ten Brän­de aus der vor­he­ri­gen Ab­bil­dung zwi­schen April 2016 und De­zem­ber 2021, je­doch oh­ne Brän­de der land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Area­le. Die Wald­brän­de in Por­tu­gal wa­ren vor­nehm­lich in den Jah­ren 2016 und 2017 ver­hee­rend.
Folgen eines Brands in Portugal im Jahr 2016
Fol­gen ei­nes Brands in Por­tu­gal im Jahr 2016
Bild 7/7, Credit: DLR/Torsten Riedlinger

Folgen eines Brands in Portugal im Jahr 2016

Por­tu­gal war in den Jah­ren 2016 und 2017 be­son­ders stark von Wald­brän­den be­trof­fen. Das Bild zeigt ein ver­brann­tes Are­al in Por­tu­gal im Jahr 2016 und ei­ne in un­mit­tel­ba­rer Nä­he lie­gen­de Sied­lung. 2016 brann­te in dem west­eu­ro­päi­schen Land ei­ne Flä­che von ins­ge­samt 145.079 Hekt­ar. Im Jahr 2017 wa­ren es 339.525 Hekt­ar.
  • In Deutschland ereignete sich der bislang schwerste Brand bei Falkenberg (Brandenburg).
  • Bei Bordeaux im Südwesten von Frankreich standen durch einen einzigen Waldbrand mehr als 8.000 Hektar in Flammen.
  • Daten der europäischen Copernicus-Satelliten und amerikanischen NASA Satelliten werden im DLR automatisch ausgewertet.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erdbeobachtung, Klimawandel, Katastrophenhilfe, Sicherheit

Satellitendaten zeigen das ganze Ausmaß der Waldbrände, die aktuell in Europa lodern. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bietet einen neuen Service an, mit dem die Entwicklungen tagesaktuell und im zeitlichen Verlauf beobachtet werden können. Die Satellitendaten werden automatisch ausgewertet und in eine Karte übertragen. Das ZKI Fire Monitoring System steht ab sofort zur Verfügung und ist kostenfrei nutzbar.

„Wir können nicht nur sagen, wo es gebrannt hat. Sondern auch, wie sehr die Vegetation betroffen ist. Dies ist unter anderem für die Abschätzung der entstandenen Emissionen wichtig“, sagt Gruppenleiter Dr. Torsten Riedlinger vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) in Oberpfaffenhofen. Für einen großen Brand südlich der französischen Stadt Bordeaux, die in der vergangenen Woche besonders betroffen war, haben die Satelliten zum Beispiel eine verbrannte Fläche von fast 8100 Hektar erkannt. „Es handelte sich um einen besonders schweren Brand, bei dem dichter Wald zerstört wurde. Wir können das über einen speziellen Index feststellen, der die verbrannte Biomasse anzeigt“, erklärt Torsten Riedlinger.

45 größere Brände in Deutschland seit Anfang Juli

Auch in Deutschland kämpfen die Feuerwehren gegen Waldbrände, die durch die extreme Trockenheit begünstigt werden. Seit Anfang Juli gab es laut ZKI Fire Monitoring System in Deutschland 45 größere Brände. Dabei sind mehrere tausend Hektar Wald, Busch- und Weideland zerstört worden. Die schwersten Brände ereigneten sich in Brandenburg bei Falkenberg, wo eine Fläche von 780 Hektar brannte, und in der Sächsischen Schweiz in der Grenzregion zu Tschechien. Dort brannte in Tschechien und Deutschland eine Fläche von insgesamt 1160 Hektar.

Die Daten stammen von den beiden Sentinel-3 Satelliten, die mit unterschiedlichen Instrumenten zur Beobachtung der Land- und Ozeanoberflächen ausgestattet sind. Das Satelliten-Duo gehört zum europäischen Copernicus-Programm. Über ihre optischen Systeme erfassen die Sentinel-3 Satelliten die Erdoberfläche mit einer Bodenauflösung von etwa 300 Metern. Die Sentinel-3 Satelliten überqueren auf ihren polaren Umlaufbahnen in etwa 800 Kilometern Höhe Europa jeden Tag. Auch mit den amerikanischen Satelliten Aqua und Terra (Flughöhe rund 700 Kilometer) können Waldbrände mehrmals am Tag beobachtet werden. Sie senden täglich ihre Daten, sobald sie die DLR-Empfangsstationen in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) oder Oberpfaffenhofen (Bayern) überfliegen. Die Ergebnisse sind schon etwa 20 Minuten nach dem Satellitenüberflug verfügbar.

Um die Qualität der Aussagen zu verbessern, werden die Daten über mehrere Tage hinweg kontinuierlich verfeinert. Das heißt, die Daten werden nachträglich noch einmal abgeglichen, neu berechnet und überprüft. Das läuft ebenfalls automatisch. Die Nachprozessierung ist wichtig, weil Satelliten mit optischen Instrumenten – anders als etwa Radarsatelliten – nicht durch eine Wolkendecke schauen können.

Unterscheidung zwischen Waldbränden und Bränden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen

Die DLR-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben alle Brände in Europa seit 2016 analysiert. Die Karten zeigen, dass viele Brände – vor allem in Süd- und Osteuropa – nicht im Wald, sondern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen vorkommen. Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel Brände mit einer Größenordnung von 3,7 Millionen Hektar erkannt. Davon handelte es sich bei rund 1 Million Hektar um Waldbrände. 2017 war das Jahr mit den stärksten Bränden im Beobachtungszeitraum: 5,2 Millionen Hektar standen in Flammen, davon entfielen 1,3 Millionen Hektar auf Wälder. „Besonders betroffen war in dem Jahr Portugal, wo sich Waldbrände auf 3,8 Prozent der gesamten Landesfläche ausdehnten“, sagt Dr. Michael Nolde von der DFD-Abteilung Georisiken und zivile Sicherheit, der die Auswertung der Daten leitet.

Georisiken und zivile Sicherheit

In der Abteilung Georisiken und zivile Sicherheit im Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des DLR entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Informationsprodukte aus Erdbeobachtungsdaten. Die Forschenden integrieren die Informationsprodukte in Systemlösungen und betreiben entsprechende Services. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Maßnahmen bei Umwelt- und Naturgefahren, bei humanitären Krisensituationen sowie zu Fragen der zivilen Sicherheit.

Die thematischen Services stellen aktuelle krisenrelevante Informationen bereit, die für die unmittelbare Krisenreaktion und Notfallkartierung benötigt werden. Außerdem werden sie für die Katastrophenvorsorge und Abschätzung von Georisiken, für die Frühwarnung bei Naturgefahren und technischen Unfällen sowie für Wiederaufbaumaßnahmen verwendet. Die Arbeiten sind in nationale, europäische und internationale Kooperationen eingebunden. Das Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) ist eine Einrichtung im DFD.

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