Der Stand­ort Göt­tin­gen des DLR - die Wie­ge der Ae­ro­dy­na­mik

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Göt­tin­gen
Luftbild des DLR-Standortes Göttingen
DLR-Stand­ort Göt­tin­gen
Bild 1/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

DLR-Standort Göttingen

Luft­bild des DLR-Stand­ortes Göt­tin­gen
Ludwig Prandtl
Lud­wig Prandtl - Va­ter der mo­der­nen Ae­ro­dy­na­mik
Bild 2/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Ludwig Prandtl - Vater der modernen Aerodynamik

Lud­wig Prandtl gilt heu­te als ei­ner der maß­geb­li­chen Grün­der­vä­ter der in­sti­tu­tio­na­li­sier­ten Luft­fahrt­for­schung. Mit der Grün­dung der Mo­dell­ver­suchs­an­stalt für Ae­ro­dy­na­mik der Mo­tor­luft­schiff-Stu­dien­ge­sell­schaft, der spä­te­ren Ae­ro­dy­na­mi­schen Ver­suchs­an­stalt, AVA, ei­ner Vor­gän­ger­ge­sell­schaft des heu­ti­gen Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR), hat er 1907 in Göt­tin­gen den Grund­stein für die mo­der­ne Strö­mungs­for­schung in der Luft- und Raum­fahrt ge­legt.
Lilienthal Gleiter beim Strömungstest im Windkanal
Li­li­en­thal Glei­ter beim Strö­mungs­test im Wind­ka­nal
Bild 3/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Lilienthal Gleiter beim Strömungstest im Windkanal

Der Nach­bau des ers­ten Se­ri­en­flug­zeu­ges der Welt von Ot­to Li­li­en­thal hat sei­nen Test im Wind­ka­nal be­stan­den. Wis­sen­schaft­ler des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) wie­sen die ae­ro­dy­na­mi­sche Qua­li­tät der Kon­struk­ti­on des Flug­pio­niers nach. Bei Strö­mungs­tests in­ner­halb des DNW-Wind­ka­nals im nie­der­län­di­schen Mar­knes­se muss­te sich Li­li­ent­hals Kon­struk­ti­on be­wei­sen. In wei­te­ren Un­ter­su­chun­gen in Göt­tin­gen wur­de ge­klärt, wel­che Rol­le die Ma­nö­vrier­fä­hig­keit des Glei­ters beim töd­li­chen Ab­sturz Li­li­ent­hals ge­spielt hat.
Standschwingungsversuch an der Donier Seastar
Stand­schwin­gungs­ver­such an der Do­ni­er Sea­star
Bild 4/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Standschwingungsversuch an der Donier Seastar

Ein Team von For­schern des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) Göt­tin­gen hat das Flug­boot Dor­nier Sea­star mit ei­nem so­ge­nann­ten Stand­schwin­gungs­ver­such ge­prüft. Der Test ist Teil des Zu­las­sungs­ver­fah­rens, das al­le Flug­zeu­ge durch­lau­fen müs­sen.
Rotortestanlage Göttingen (RTG)
Ro­tor­test­an­la­ge Göt­tin­gen (RTG)
Bild 5/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Rotortestanlage Göttingen (RTG)

Im DLR-In­sti­tut für Ae­ro­dy­na­mik und Strö­mungs­tech­nik kön­nen Wis­sen­schaft­ler kom­ple­xe Strö­mungsphä­no­me­ne wie sie zum Bei­spiel an Hub­schrau­ber­ro­to­ren auf­tre­ten, mes­sen und die Da­ten au­to­ma­ti­siert aus­wer­ten. Die An­la­ge der Ab­tei­lung Hub­schrau­ber (AS-HEL) be­steht aus ei­ner Mess­stre­cke, wo Luft­strö­me oh­ne Tur­bu­len­zen zu­ge­führt wer­den so­wie dem ei­gent­li­chen Ro­tor­ver­such­stand.
Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len che­mi­sche Klein­trieb­wer­ke (STG-CT)
Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len che­mi­sche Klein­trieb­wer­ke (STG-CT)
Bild 6/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len che­mi­sche Klein­trieb­wer­ke (STG-CT)

Die Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len che­mi­sche Klein­trieb­wer­ke (STG-CT) des DLR-In­sti­tuts für Ae­ro­dy­na­mik und Strö­mungs­tech­nik in Göt­tin­gen ist ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Kryo-Va­ku­u­m­an­la­ge, in de­ren Ver­suchs­raum Sa­tel­li­ten-La­ge­re­ge­lungs­trieb­wer­ke un­ter welt­raum­ähn­li­chen Va­ku­um­be­din­gun­gen (< 10-5 mbar) be­trie­ben und un­ter­sucht wer­den kön­nen. Das Bild zeigt ei­nen Ein­blick in den Ver­suchs­raum. Vor­der­grund: Rück­an­sicht des Trieb­werks. Elek­tro­nik und Treib­stoff­lei­tun­gen müs­sen be­heizt wer­den. Die Iso­la­ti­ons­fo­lie schützt die Kalt­wän­de vor Wär­me­strah­lung.
Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len Göt­tin­gen – elek­tri­sche Trieb­wer­ke (STG-ET)
Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len Göt­tin­gen – elek­tri­sche Trieb­wer­ke (STG-ET)
Bild 7/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len Göt­tin­gen – elek­tri­sche Trieb­wer­ke (STG-ET)

Elek­tri­sche Raum­fahrt­an­trie­be, wel­che Io­nen oder Plas­men auf sehr ho­he Aus­ström­ge­schwin­dig­kei­ten be­schleu­ni­gen, sind auf dem Vor­marsch. Da­zu wer­den im DLR-In­sti­tut für Ae­ro­dy­na­mik und Strö­mungs­tech­nik in Göt­tin­gen Trieb­wer­ke in der Groß­an­la­ge Si­mu­la­ti­ons­an­la­ge für Treibstrah­len elek­tri­scher Trieb­wer­ke (STG-ET) auf ih­re Schub­kräf­te und ho­he Treib­stof­fef­fi­zi­enz ge­tes­tet. Kern­stück die­ser An­la­ge ist ei­ne Va­ku­um­kam­mer mit ei­ner Län­ge von mehr als zwölf Me­tern und ei­nem Durch­mes­ser von fünf Me­tern. Da­mit ist die An­la­ge ei­ne der größ­ten in Eu­ro­pa.
Tun­nel­si­mu­la­ti­ons­an­la­ge Göt­tin­gen
Tun­nel­si­mu­la­ti­ons­an­la­ge Göt­tin­gen
Bild 8/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Tun­nel­si­mu­la­ti­ons­an­la­ge Göt­tin­gen

Die Ver­suchs­an­la­ge des DLR-In­sti­tuts für Ae­ro­dy­na­mik und Strö­mungs­tech­nik in Göt­tin­gen be­steht aus zwei Tei­len; der ei­gent­li­chen Tun­nel­si­mu­la­ti­ons­an­la­ge (TSG) und der Sei­ten­wind­ver­suchs­an­la­ge (SWG). Zu­sam­men bil­den sie ei­ne welt­weit ein­zig­ar­ti­ge Ver­suchs­an­la­ge zur Stu­die der sta­tio­nären und in­sta­tio­nären Ae­ro­dy­na­mik von bo­den­ge­bun­de­nen Fahr­zeu­gen, bei­spiels­wei­sen von Zü­gen, wenn sie in Tun­nel ein­fah­ren. Zu­se­hen ist ein Zug­mo­dell bei der Durch­fahrt durch ei­nen Tun­nel: da­bei ent­ste­hen­de Druck­wel­len sol­len ab­ge­schwächt wer­den.
Next Generation Turbine Test Facility (NG-Turb)
Next Ge­ne­ra­ti­on Tur­bi­ne Test Fa­ci­li­ty (NG-Turb)
Bild 9/9, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Next Generation Turbine Test Facility (NG-Turb)

Die Ver­suchs­an­la­ge Next Ge­ne­ra­ti­on Tur­bi­ne Test Fa­ci­li­ty (NG-Turb) des DLR-In­sti­tuts für An­triebs­tech­nik in Göt­tin­gen er­mög­licht die Simulation der wich­tigs­ten Strö­mungs­pa­ra­me­ter von zu­künf­ti­gen Hoch­leis­tungs­tur­bi­nen (Er­fül­lung der An­for­de­run­gen von Luft­fahrt- und Kraft­werk­s­in­dus­trie). Die An­la­ge dient ae­ro­dy­na­mi­schen Un­ter­su­chun­gen an Hoch-, Mit­tel- oder Nie­der­druck­tur­bi­nen von Flug­trieb­wer­ken, Gas- und Dampf­tur­bi­nen zur Stromer­zeu­gung. Die For­schungs­an­la­ge des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) bie­tet den Test an Tur­bi­nen rea­lis­ti­scher Grö­ßen­ord­nung für de­tail­lier­te Mes­sun­gen im Strö­mungs­feld an.

Göttingen gilt als die Wiege der modernen Aerodynamik. Hier wurde 1907 die weltweit erste staatliche Luftfahrtforschungseinrichtung gegründet. Heute arbeiten im DLR Göttingen über 480 Fachleute an den Flugzeugen, Raumschiffen und Hochgeschwindigkeitszügen der Zukunft.

In Göttingen wurden wichtige Grundlagen der modernen Luftfahrt erforscht. Hier entwickelte Ludwig Prandtl die Grenzschichttheorie, testete Hans Joachim Pabst von Ohain den Vorläufer des ersten Strahltriebwerks und erfanden die Forscher den Pfeilflügel als Voraussetzung für den schnellen Reiseflug.

Einmalige Windkanäle und Weltspitze in der Messtechnik

Für experimentelle Untersuchungen stehen mehr als 20 Windkanäle und Großforschungsanlagen zur Verfügung. Dazu zählen weltweit einmalige Anlagen wie ein Katapult für die Erforschung von Hochgeschwindigkeitszügen. Das DLR Göttingen betreibt zusammen mit der französischen Luft- und Raumfahrtforschungseinrichtung ONERA die größte mobile Standschwingungsanlage Europas. Auf dem Gebiet der optischen Messtechniken für Strömungen zählt das DLR Göttingen zur Weltspitze.

Schwerpunkte der Forschung

  • Verbesserung des dynamischen Flugverhaltens und der Betriebssicherheit von Flugzeugen und Hubschraubern
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Verlässlichkeit des Luft-, Straßen- und Schienenverkehrs
  • Intelligente Assistenzsysteme für den menschlichen Operateur im Luft- und Landverkehr
  • Entwicklung von Entwurfsverfahren für widerstandsarme und leise Fluggeräte
  • Entwicklung und Realisierung anpassungsfähiger, schadenstoleranter und kosteneffizienter Hochleistungsstrukturen für die Luft- und Raumfahrt sowie den bodengebundenen Verkehr

Institute und Einrichtungen des Standortes

Ausbildung und Nachwuchsförderung

Das DLR ist ein anerkannter Ausbildungsbetrieb. Es bietet in Göttingen und Braunschweig Schul- und Berufspraktika, gewerblich-technische und kaufmännische Ausbildung, betreut Diplomarbeiten und qualifiziert Wissenschaftler zusätzlich durch Promotionen. Das DLR_School_Lab Göttingen ist ein außerschulischer Lernort, in dem Jugendliche selbstständig experimentieren und Einblicke in den Forschungsalltag gewinnen können.

Neben der klassischen Berufsausbildung bietet das DLR in Göttingen auch den dualen Studiengang Informationstechnik mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) an.

Netzwerke und Kooperationen

Kontakt
  • Mark Schmidt
    Lei­tung der Stand­orte Braun­schweig, Cochs­tedt, Göt­tin­gen, Han­no­ver, Sta­de und Trau­en
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Telefon: +49 531 295-2100
    Lilienthalplatz 7
    38108 Braunschweig
    Kontaktieren
  • Jens Wucherpfennig
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Göt­tin­gen und Han­no­ver
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 551 709-2108
    Fax: +49 551 709-12108
    Bunsenstr. 10
    37073 Göttingen
    Kontaktieren

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