Eu:CROPIS: Gewächshäuser im All – Nahrungstechnologie für die Zukunft

Satellit Eu:CROPIS
Satellit Eu:CROPIS
Bild 1/1, Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Satellit Eu:CROPIS

Der Satellit Eu:CROPIS des Deutschen Zentrums für Luft- undRaumfahrt (DLR) wird 2017 starten. Durch Rotation um die eigene Achse wird er für zwei Gewächshäuser in seinem Inneren die Gravitationsbedingungen von Mond und Mars erzeugen.

Mit dem Start des DLR-Satelliten Eu:CROPIS am 3. Dezember 2018 hat auch die gleichnamige Mission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) begonnen, bei der ein Satellit zwei Gewächshäuser mit einer Lebensgemeinschaft aus Bakterien in einem Biofilter, Tomatensamen, einzelligen Algen und synthetischem Urin in die Erdumlaufbahn bringt. Ziel der Mission ist es, herauszufinden, ob biologische Abfallstoffe im All recycelt und zum Anbau frischer Lebensmittel genutzt werden können. Von frischem Gemüse würden Astronauten bei Langzeitmissionen profitieren, aber auch Menschen in extremen terrestrischen Lebensräumen. Die beiden Gewächshäuser werden insgesamt für 62 Wochen betrieben, eines unter Mars- und das andere unter Mondgravitationsbedingungen, die der Satellit durch entsprechende Rotation simuliert.

Die Mission Eu:CROPIS in Zahlen – Technische Daten und Missionsverlauf

Daten zur Mission:
Start:3. Dezember 2018 um 19:34 Uhr MEZ
Startort:Vandenberg Air Force Base, Kalifornien, USA
Rakete:Falcon 9-Trägerrakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX
Missionsdauer:62 Wochen
Kontrollzentrum:Deutsches Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) des DLR
Zeitplan:
Wochen 1 bis 2 nach Start:Inbetriebnahme des Satelliten
Wochen 3 bis 4:Inbetriebnahme des Gewächshauses "Mond", Aktivierung der Euglena
Wochen 5 bis 6:aktive Phase der Euglena
Wochen 7 bis 30:Experiment startet im ersten Gewächshaus, durch Rotation wird eine Schwerkraft wie auf dem Mond erzeugt (0,16 g). Das "Mond"-Gewächshaus wird bewässert, der Biofilter damit aktiviert.
Wochen 31 bis 35:Zwischenphase: Die Rotation des Satelliten wird heruntergefahren und die Augentierchen für das zweite Gewächshaus werden aktiviert.
Wochen 36 bis 62:Zweite Experimentphase: Durch Rotation entstehen Gravitationsbedingungen wie auf dem Mars (0,38 g). Das "Mars"-Gewächshaus wird bewässert, der Biofilter damit aktiviert.
Experimente:
Biofilter C.R.O.P.®

Tests der Langzeitstabilität eines biologischen Lebenserhaltungssystems - Umwandlung von Urin in Nährstoffe für Pflanzen auch unter Mond- und Mars-Schwerkraftbedingungen.
PI: Dr. Jens Hauslage, DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin

Euglena gracilisDie einzelligen Algen unterstützen den Biofilter bei seiner Arbeit. Im Falle einer zu hohen Ammoniak-Konzentration können sie diesen abbauen und das System "entgiften". Gleichzeitig versorgen sie die Tomatenpflanzen anfänglich mit Sauerstoff.
PI: PD Dr. Michael Lebert, Lehrstuhl für Zellbiologie, Friedrich-Alexander Universität Nürnberg-Erlangen
RAMIS (Radiation Measurement in Space)

Die beiden Strahlungsmessgeräte RAMIS (Radiation Measurement in Space) messen während der Mission im Inneren sowie an der Außenseite die Strahlungsbelastung.
PI: Dr. Thomas Berger, DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin

Power Cell in Space

Experiment zur Produktion von nützlichen biologischen Stoffen im Weltall durch Bakterien. Es ist unabhängig vom Hauptexperiment und befindet sich außen auf dem Meteroid Debris Protection Shield.
PI: Dr. Lynn Rothschild, NASA AMES

OnBoardComputer SCORE

Technologiedemonstration - Der OnBoard-Computer übernimmt die Bildverarbeitung für die Außenbordkameras, die unter den Solarpaneelen sitzen. Damit wird kontrolliert, ob die Paneele wie vorgesehen ausklappen.
DLR-Institut für Raumfahrtsysteme

Satellit:

Klasse:

Kompaktsatellit

Gewicht:

230 Kilogramm

Maße:

1,10 Meter hoch, 1 Meter im Durchmesser

Energieversorgung:

4 Solarpanele von je 1 Quadratmeter

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