4. Mai 2016

Lob und deutliche Worte bei der Einweihung der neuen Tri-Band-Antenne in Neustrelitz

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schlägt ein neues Kapitel der Erdbeobachtung auf. Der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering, die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund, der Ministerialdirigent Holger Schlienkamp (BMWi) und der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Eckhard Rehberg MdB, haben am 4. Mai 2016 die neue Tri-Band-Bodenstation am DLR-Standort Neustrelitz eingeweiht.

"Für das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum des DLR ist die Bodenstation Neustrelitz ein unverzichtbarer Knoten im weltweiten Netzwerk von Empfangsstationen und bildet einen wesentlichen Bestandteil der Forschungslandschaft", erläutert Prof. Ehrenfreund die Notwendigkeit der neuen Station. "Diese Infrastruktur ermöglicht uns, den Datenstrom vieler Satelliten, sowohl für unsere eigenen Forschungsarbeiten zu erschließen, als auch der internationalen Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. Darüber hinaus fördert sie neue Forschungsaktivitäten, die einen wichtigen Beitrag zur regionalen Innovationsstrategie des Landes Mecklenburg-Vorpommerns und zur Entwicklung des Wissenschaftsstandorts Neustrelitz liefern", so Ehrenfreund weiter.

Die neue Tri-Band-Antenne sichert durch ihre Flexibilität den schnellen und lückenlosen Zugang, insbesondere zu den Daten des europäischen Copernicus-Programms und erlaubt Forschungsarbeiten im Bereich zukunftsrelevanter Übertragungstechnologien. Neben der Global-Change-Forschung des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums (DFD) und der Hochschulen profitiert auch die 2014 in Neustrelitz eingerichtete Forschungsstelle Maritime Sicherheit in besonderem Maße von der neuen Infrastruktur. Gerade in diesem Bereich spielt die zeitnahe Erfassung und Verarbeitung von Satellitendaten eine entscheidende Rolle. Sowohl für das sichere Erkennen von Ölverschmutzungen, die Analyse von Wellen- und Windfeldern, das Verfolgen von Eisbergen, die Klassifikation von Eisschichten oder die Detektion von havarierten oder gekaperten Schiffen müssen die Informationen in naher Echtzeit den Reedereien oder Behörden zur Verfügung gestellt werden, um Gefahren und Schäden abzuwenden. Hierbei ermöglicht die interdisziplinäre Zusammenarbeit Wissenschaftlern die Entwicklung passender Algorithmen für Empfangssysteme, sodass wesentliche Umwelt- und Lageinformationen über den maritimen Raum in Nahe-Echtzeit bereitgestellt werden können. Ministerpräsident Erwin Sellering betonte die Bedeutung der Antenne für die Region Neustrelitz als Hightech-Standort. Sie sei ein Zeichen dafür, was erreicht werden könne, wenn der Bund, die Länder und die Forschung eng zusammen arbeiten würden, so Holger Schlienkamp, vom BMWi.

Eckhardt Rehberg MdB verwies auf die Geschichte des Forschungsprojekts "Maritime Sicherheit", an dessen Initiierung er selbst beteiligt war. Angesichts der zukünftigen Herausforderungen in der Schifffahrt, beispielsweise durch die neuen Offshore-Windparks, bräuchten wir neue Technologien. Er sprach aber auch offen an, dass das Forschungsvorhaben "Maritime Sicherheit" auf der Kippe stünde, weil es im BMWI Überlegungen gäbe, die Finanzierung des Projekts einzustellen, was zu dessen Beendung führen würde. Hier forderte er Verlässlichkeit ein, das Projekt sei auf mindestens 10 Jahre bis 2021 ausgelegt. Die beteiligten Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen und Bayern würden ihren Beitrag hierzu leisten und auch das BMWi müsse sich an sein Wort halten. Er forderte eine Fortsetzung des Projekts, bei dem das DLR auch weithin eine zentrale Rolle spielen solle.

Der Bau der Tri-Band-Bodenstation wurde durch den persönlichen Einsatz des Wahlkreisabgeordneten und haushaltspolitischen Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg MdB, und die Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht. Die Gesamtkosten der Tri-Band-Bodenstation betrugen 3,2 Millionen Euro. Hiervon wurden 2 Millionen Euro durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und 0,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossenen Gesamtvorhabens "F&E für die Maritime Sicherheit und entsprechende Echtzeitdienste" gefördert. Darüber hinaus beteiligte sich das DLR-Earth Observation Center mit eigenen Investitionsmitteln am Bau der Antenne.

Kontakt

Daniel Strijbos

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Politik- und Wirtschaftskontakte Bund
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Dr. Dennis Göge

Programmkoordinator Sicherheitsforschung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Programmkoordination Sicherheitsforschung
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Dr. Nina-Louisa Remuß

Stellvertretende Leitung Büro Berlin
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Bundespolitik
Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin