14. Juli 2015

Chinesischer Minister für Wissenschaft und Technologie Prof. Wan Gang zu Besuch im DLR Berlin

Am 9. Oktober 2014 besuchte der chinesische Minister für Wissenschaft und Technologie Prof. Wan Gang das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin. Der DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Johann-Dietrich Wörner begrüßte den Minister, der im Rahmen seiner Teilnahme an der deutsch-chinesischen Regierungskonsultation in Berlin war. Vorrangiges Interesse lag hierbei bei Themen rund um Verkehr und Mobilität.

Mit der stetig steigenden Mobilitätsnachfrage in China wächst auch das Interesse an intelligenten Lösungen für das Verkehrsmanagement. Minister Wan stellte bei seinem Besuch die aktuellen Herausforderungen seines Landes in den Bereichen Verkehr und Mobilität heraus. 100 chinesische Städte stehen bereits an der Schwelle zu sogenannten Megacities, Städte mit mehr als zehn Millionen und mehr Einwohnern, zu werden. Zudem gibt es 200 Städte, in denen eine Million Menschen leben. Auf der Agenda des chinesischen Wissenschaftsministers befindet sich auch das Projekt "Future Cities", in dem Lösungen für eine intelligente, nachhaltige und sichere Mobilität für Chinas Städte diskutiert werden. Diesbezüglich sind die DLR-Experten gefragt, die durch ihr Know-how den Weg zu den "Future Cities" unterstützen können.

Langjährige Kooperation mit dem Institut für Verkehrssystemtechnik

Um den aktuellen und zukünftigen Mobilitätsbedarf chinesischer Großstädte gerecht zu werden, arbeitet das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik bereits seit zehn Jahren in zahlreichen Projekten mit chinesischen Partnern zusammen und hat sich in dieser Zeit ein vertrauensvolles Netzwerk aufgebaut. Ziel dieser Projekte ist nicht nur die Qualität des Verkehrs zu erhöhen, sondern dabei auch Umweltaspekte und Fragen der Nachhaltigkeit und Sicherheit zu berücksichtigen.
Mit dem Projektpartner des Research Centers for Software Engineering Technology of Anhui Province (ASEC) konnten bereits Projekte zum Verkehrsmanagement erfolgreich in der Provinz Anhui umgesetzt werden. Zu diesen Projekten gehört beispielsweise Metrasys (Sustainable Mobility for Mega Cities). Im Rahmen von Metrasys wurden Kameras zur Kreuzungsbeobachtung an verkehrsstarken Kreuzungen in der Provinzhauptstadt Hefei installiert, mit deren Daten die Sicherheit im Verkehr verbessert werden kann. Die dort ermittelten Verkehrsdaten fließen in aktuelle Stadt- und Verkehrsplanungen ein und werden gemeinsam mit den Partnern vor Ort studiert und weiterentwickelt.
Auch das in Deutschland bewährte System zur Verkehrserfassung "Floating Car Data" (FCD), mit dem anhand der Positionsdaten von Fahrzeugflotten Rückschlüsse auf den Verkehrsfluss gezogen werden können, wurde erstmals 2002 in Ningbo (Provinz Zehjiang) eingeführt.

Persönliche Ehrung und deutsch-chinesisches Forschungszentrum spiegeln gute Zusammenarbeit wider

Der Erfolg der bisherigen Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern wurde 2014 bestätigt: Eike Bretschneider, Leiter der Abteilung Verkehrsmanagement am Institut für Verkehrssystemtechnik, bekam als Anerkennung für den Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Anhui Provinz den 13. Huangshan Friendship Award - die höchste Auszeichnung für ausländische Experten, die von der Provinz Anhui seit 1995 verliehen wird. Gleichzeitig eröffnet diese Auszeichnung dem DLR weitere Kooperationsmöglichkeiten in der Provinz Anhui.

Bereits im September des Vorjahres wurde das Deutsch-Chinesische Forschungszentrum (International ITS Joint Research Center of Anhui Province at the DLR) im Institut für Verkehrssystemtechnik am DLR-Standort Berlin eröffnet. Diese internationale Anerkennung als Forschungszentrum ermöglichte erstmals die finanzielle Förderung von Projekten durch das chinesische Forschungsministerium der Provinz Anhui.
Mit dem Besuch des chinesischen Ministers für Wissenschaft und Technologie Prof. Wan Gang konnte nun das bestehende Netzwerk erweitert werden. Auch zukünftig wird man gemeinsam an Lösungen zum Management großer Verkehrssysteme arbeiten und gegenseitig vom Know-how der Partner profitieren sowie aus den Erfahrungen bereits erfolgreich abgeschlossener Projekte lernen.