Referenzstrecke

Forschung zur Vehicle-2-X-Kommunikation

Neue Funktionen von Fahrassistenzsystemen sollten nicht nur in virtueller Verkehrssimulation, sondern auch unter Echtzeitbedingungen im realen Straßenverkehr getestet werden. Mit dem Ziel einer Verbesserung der Verkehrssicherheit betreiben wir seit 2014 eine Referenzstrecke durch Braunschweig.

Kommunikationstechnik am Ampelmast


Welchen Zweck erfüllt die Referenzstrecke Braunschweig?

Die Referenzstrecke entlang des Braunschweiger Innenstadtrings dient dem Test sowie der Bewertung kooperativer Fahrerassistenzsysteme und unterstützt die Entwicklung bzw. den Test neuer Übertragungsprotokolle zwischen Fahrzeugen und Straßeninfrastruktur (z. B. Ampeln). Um diese Vernetzung zu ermöglichen, sind rund 56 Ampelkreuzungen mit Kommunikationstechnik des DLR ausgestattet – die sogenannten Road Side Units (RSU). Die Kommunikation zum Fahrzeug und umgekehrt erfolgt mittels V2X-Kommunikation.

Vorteile des urbanen Testfeldes auf der Referenzstrecke Braunschweig

  • Tests unter Echtzeitbedingungen
  • Mit den Ergebnissen aus dem Textfeld können Fahrerassistenzsysteme ihr Verhalten anpassen und vorausschauender sowie energieeffizienter fahren
  • Ausgangswerte zur Entwicklung und Erprobung eines modernen und effizienten Verkehrsmanagements
  • Zusätzlich zur Referenzstrecke stehen zur Beobachtung des Fahrerverhaltens ausgerüstete Fahrzeuge und verschiedene Verkehrssimulatoren des DLR für Tests zur Verfügung
  • Daten unterschiedlicher Quellen und Anlagen können miteinander kombiniert werden (bspw. verschiedene Testfahrzeuge und Teststrecken)
  • Testung mit allen Testfahrzeugen möglich
  • Urbanes Testfeld ermöglicht Testung sämtlicher Teilkomponenten (Fahrmanöver, Sensorik)
  • Aufbereitete nicht-personenbezogene Daten aus Tests des DLR können Unternehmen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden

Anwendung

Folgende Maßnahmen verfolgen wir auf der Referenzstrecke Braunschweig:

  • Praktische Erprobung der V2X-Kommunikation im urbanen Testfeld
    • Versenden von Fahrzeugdaten an die Infrastruktur zur lokalen Wertschöpfung, z.B. zur Priorisierung von Einsatzfahrzeugen
    • Informationsübermittlung ans Fahrzeug zum Zustand der Straße (z. B. Glatteis, Aquaplaning)
  • Entwicklung und Test kooperativer Assistenz wie z.B. Grünlichtassistenz
  • Verbundprojekte aus Forschung und Industrie
  • Erprobung von Fahrerassistenzsystemen, modernem Verkehrsmanagement und soziologische Verkehrsanalysen

Allgemeine und Technische Daten

Allgemeine Daten

  • Standort: Innenstadtring Braunschweig
  • Eröffnung: 2014
  • Betrieb: ganzjährig

Technische Daten

  • 56 Kreuzungen als Road Side Units (RSU) mit Vehicle-2-X-Technologie ausgestattet
  • Versenden und Empfangen von Daten über ETSI ITS-G5 V2X oder vereinzelt Cellular-V2X
  • Entwicklungsframework für lokale Services wie z.B. Mikrorouting
  • Monitoring- und Verwaltungssystem
  • Anbindung an DLR-Backend-Services
  • Zusätzliche Sensorik an ausgewählten Kreuzungen

Referenzprojekte

Entlang der Referenzstrecke in Braunschweig sind derzeit rund 56 Kreuzungen als sogenannte Road Side Units (RSU) mit folgender Kommunikationstechnik ausgestattet:

  • V2X-Kommunikations-Technologie (IST-G5 und C-V2X)
  • Schnittstelle zum Ampelsteuergerät
  • zusätzliche Sensorik an ausgewählten Kreuzungen

Unsere Kooperationen

Der Betrieb unserer Referenzstrecke erfolgt in Partnerschaft mit der Stadt Braunschweig, dem Land Niedersachsen und verschiedenen Instanzen aus dem öffentlichen Sektor, der Industrie sowie der Wissenschaft.

FAQ – Häufige Fragen zur Referenzstrecke Braunschweig

Welche Fahrzeuge werden im urbanen Testfeld eingesetzt?

Alle Forschungsfahrzeuge aus der Fahrzeugflotte des DLR lassen sich mit der V2X-Kommunikationstechnik und spezieller Sensorik ausstatten und sind somit für den Einsatz auf unserer Referenzstrecke geeignet.

Können die Anlagen der Referenzstrecke für eigene Tests verwendet werden?

Alle Anlagen des DLR – und somit auch unsere Referenzstrecke – sind für Tests durch externe Partner und Kunden nutzbar. Kontaktieren Sie uns gerne für nähere Informationen.

Wann können Testungen auf der Referenzstrecke vorgenommen werden (Tageszeit, Witterungen)?

Unsere Forschungsfahrzeuge sowie die Technik der Road Side Units (RSU) entlang der Referenzstrecke sind ganzjährig und zu jeder Wetterbedingung einsetzbar.

Kontakt

Marc Hohloch

Abteilungsleiter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Verkehrssystemtechnik
Forschungsinfrastrukturmanagement
Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin