Forschungsprojekt VITAL

Verteilte Infrastrukturen für technologiegestützte Innovationen im Verteilnetz

Die Transformation unseres Energiesystems hin zu mehr sektorenkoppelnden Lösungen birgt einerseits viel Potenzial, stellt jedoch gleichzeitig eine große technologische Herausforderung dar. Innovationen wie die Steuerung von Kunden-Flexibilitäten und der Einsatz von netzbildenden Umrichtern in Verteilnetzen sind essenziell für diese Umgestaltung und erfordern umfangreiche Tests. Hier stehen Netzbetreiber jedoch vor der Problematik, eine passende Testinfrastruktur bereitzustellen, die alle nötigen Teilsysteme inkludiert und gleichzeitig kosteneffizient ist. Das Forschungsprojekt VITAL, gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, nimmt diese Herausforderung an und hat zum Ziel, eine Testplattform aus gekoppelten Laboren zu entwickeln, die einen realitätsnahen Netzbetrieb in einem sicheren Laborumfeld zulässt und die Untersuchung und Auswertung von Steuerungsanwendungen ermöglicht.

Forschungsprojekt VITAL

 

Laufzeit

September 2025 bis November 2026

Förderung durch

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Projektbeteiligte

  • Institut für Vernetzte Energiesysteme
  • OFFIS e. V. – Institut für Informatik
  • EWE Netz GmbH

Das Gesamtprojekt VITAL baut auf der Arbeit des Zukunftslabors Energie (ZLE; eine Forschungseinrichtung des Zentrums für Digitale Innovationen Niedersachsen – ZDIN) auf, das in den vergangenen Jahren Lösungen zur Automatisierung von Flexibilitäten auf der Niederspannungsebene entwickelt hat. Durch die Kopplung der Labore OFFIS Smart Grid Simulation and Automation (SESA) und des DLR_NESTEC (Networked Energy Systems Emulation Centre) am Institut für Vernetzte Energiesysteme soll eine Testplattform entstehen, die sowohl die Anforderungen des realen Netzbetriebs als auch die digitaler Steuerung, Kommunikation und Automatisierung erfüllt. Ziel ist es, die Entwicklung von Anwendungen für den Verteilnetzbetrieb zu unterstützen. Als erster Schwerpunkt der Plattform wird die Untersuchung eines von EWE NETZ entwickelten Netzreglers angestrebt.

Das Institut für Vernetzte Energiesysteme übernimmt in diesem Projekt mehrere Arbeitspakete: Zum einen leisten die DLR-Forschenden Unterstützung bei der Entwicklung von Steuerungen mit Hilfe von Simulationen und Emulationen für den Alltagsbetrieb, aber auch für Extremszenarien. Hierbei liegt der Fokus auf der Analyse des Verhaltens neuartiger Steuer- und Regeleinrichtungen außerhalb der normalen Netzzustände. Im Gegensatz zu typischen Feldtests der Netzbetreiber können mit der geplanten Plattform realistische Betriebsbedingungen und Fehlerzustände simuliert werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Zum anderen analysiert das Institut eine Vielzahl von simulierten Szenarien, um nicht erwartbare Netzzustände und Verhaltensmuster zu erfassen und in die Planung von Netzbetrieb und Anlagenauslegung miteinzubeziehen. Dabei unterstützt die Plattform auch die Reproduzierbarkeit der getesteten Szenarien und der Ergebnisse.

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Flexibilitäten und Systemdienstleistungen

Forschungsgruppe
Institut für Vernetzte Energiesysteme