Weltraumausstellung "Outer Space" in Bonn eröffnet

Weltraumausstellung Outer Space in Bonn eröffnet

Donnerstag, 2. Oktober 2014

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  • Kometenlander
    Der Kometenlander Philae

    Der Kometenlander Philae - hier ein DLR-Modell - ist ebenfalls in der "Outer Space"-Ausstellung in Bonn zu sehen: An Bord der ESA-Raumsonde Rosetta soll Philae am 12. November 2014 nach zehnjähriger Reise und mehr als 6,4 Milliarden Kilometern auf Churyumov-Gerasimenko landen und mit insgesamt 21 Instrumenten den Kometen untersuchen - ein Einblick in die Ursprünge unseres Sonnensystems.

  • Mirka%2dKapsel
    Die Mirka-Kapsel

    MIRKA (MIkro RückkehrKApsel) ist die erste vollständig in Deutschland entwickelte Wiedereintrittskapsel. Sie ist im Besitz des DLR und wird im Originalzustand gezeigt, in dem sie nach ihrer 14-tägigen Erdumrundung 1997 und nach dem Wiedereintritt in die Atmosphäre gelandet ist. Eine neuartige Hitzeschutztechnik konnte hier erstmals in der Praxis demonstriert werden. Die Ergebnisse der Mission lieferten deutschen Ingenieuren und Wissenschaftlern wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung von wiederverwendbaren Raumfahrzeugen.

  • Raumanzüge
    Raumanzüge aus aller Welt

    Im Weltall ist ein Schutzanzug für Raumfahrer überlebenswichtig. Er stellt Atemluft bereit und übt auf den Körper der Astronauten, Kosmonauten und Taikonauten einen bestimmten Druck aus, damit der Sauerstoff aus den Lungen in alle Körperregionen verteilt werden kann. Die Raumanzüge sehen unterschiedlich aus, haben aber alle ähnliche Funktionen.

  • Himmelsscheibe
    Die Himmelsscheibe von Nebra

    Die 1999 bei einer Raubgrabung bei Nebra (Sachsen-Anhalt) entdeckte Himmelsscheibe stammt aus der Bronzezeit und ist die älteste bekannte Abbildung des Sternenhimmels. Sie gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie hat einen Durchmesser von 32 Zentimetern und trägt Goldapplikationen, die ein Schiff, die Sonne, den Mond, 32 Sterne sowie zwei bogenförmige Elemente darstellen, die sogenannten Horizontbögen.

Was haben die Rocky Horror Picture Show, Alexander Gerst, der Kometenlander Philae und das Schwarze Loch gemeinsam? Sie alle sind Teil der interdisziplinären Weltraum-Ausstellung "Outer Space" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist Kooperationspartner.

"Wir freuen uns sehr, als wissenschaftlicher Partner die Ausstellung Outer Space von der Idee bis zur Umsetzung mit unserer Expertise begleitet und mit konkreten Themen  und Exponaten unterstützt zu haben", erklärt Sabine Hoffmann, Leiterin der DLR-Kommunikation, anlässlich der Eröffnung. "Wissenschaft und Kunst eint der Mut, neue Wege zu beschreiten, auch gegen Widerstände. Beide besitzen kommunikativen Charakter, beide erweitern in kreativen Prozessen unseren Horizont. Ich danke insbesondere den Kuratoren Stephan Andreae und Claudia Dichter, die sich für unser Thema so sehr ins Zeug gelegt haben."

Outer Space zeigt über 300 Exponate  aus Deutschland, Europa und den USA - denn seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort und Projektionsfläche. Philosophen und Naturwissenschaftler, Literaten, Filmemacher, bildende Künstler und Visionäre haben sich damit beschäftigt. Erstmals außerhalb der USA ist zum Beispiel die Liberty-Bell-Raumkapsel: 1961 landete dieses Raumschiff nach einem kurzen Raumflug im Atlantik und wurde 38 Jahre später aus 6000 Metern Tiefe geborgen. Das höchste Exponat ist das zwölf Meter hohe Modell einer Ariane-Rakete. Das kleinste Ausstellungsstück ist wohl eine Prise Mondstaub vom DLR. Zu den teuersten Exponaten zählt Peter Paul Rubens‘ "Erschaffung der Milchstraße" aus dem Prado in Madrid.

Ab Dezember 2014 kommt dann noch die Bundes-Biene dazu - eine in Harz eingefasste Biene, die der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst mit auf seine BlueDot-Mission zur ISS genommen hat. Der 38-Jährige Geophysiker, der noch bis zum 10. November auf der Internationalen Raumstation lebt und arbeitet, meldet sich auch mit einer Videobotschaft "zu Wort".

Die umfassende Weltraum-Ausstellung verteilt sich auf zwölf ganz unterschiedlich gestalteteThemenräume: Lift-Off, Rakete, Failure Is Not An Option, Vom Runden, Licht und Schatten, Alltag, Schweben und Stürzen, Richtkräfte, Triebwerk und Tierkreis, Mediencockpit, Mauskino und Outer Space.Gezeigt werden Artefakte aus der Raumfahrt, wissenschaftliche Exponate, Science Fiction, Positionen der Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart.

Das DLR hat unter anderem folgende Ausstellungsstücke beigesteuert:

  • ein Modell des Kometenlanders Philae, der den Kometen Churyumov-Gerasimenko untersuchen  soll; Philae soll an Bord des Kometenjägers Rosetta am 12. November 2014 nach zehnjähriger Reise und mehr als 6,4 Milliarden Kilometern den Kometen erreichen, dort landen und mit insgesamt zehn Instrumenten den Kometen untersuchen - ein Einblick in die Ursprünge unseres Sonnensystems.
  • ein Modell des Sojus-Raumschiffs, mit dem der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst am 28. Mai 2014 zur Internationalen Raumstation geflogen ist.
  • die EXPRESS-Kapsel, das Original einer Wiedereintrittskapsel, die 35 Sekunden nach ihrem Start verloren ging, weil es bei der Trägerrakete einen Defekt gab. Die Kapsel galt zunächst als verschollen, konnte dann aber von zwei DLR-Mitarbeitern in einem Dorf in Ghana geborgen werden. Die Daten des Bordcomputers konnten noch ausgewertet werden und lieferten  wertvolle Erkenntnisse über Telekommandosysteme und faserkeramische Rückkehrtechnologien von Raumfahrtzeugen.
  • eine Prise echten Mondstaub aus der sowjetischen Luna-24-Mission, die heute im Bestand des DLR ist. Die Zusammensetzung ähnelt irdischem Basalt.
  • ein Modell des vom DLR entwickelten Spaceliners: eines einer Rakete ähnlichen Hyperschallflugzeugs, das 50 Passagiere oder auch Güter zum Beispiel in 90 Minuten von London nach Sydney transportieren soll.

Die Ausstellung "Outer Space" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und ist vom 3. Oktober 2014 bis zum 22. Februar 2015 zu sehen.

Zuletzt geändert am:
13.10.2014 10:33:32 Uhr

Kontakte

 

Michael Müller
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Event

Tel.: +49 2203 601-3717

Fax: +49 2203 601-3249