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Mit Laserstrahlen Kommunikation ermöglichen

Laser Terminals von DLR und DLR-Ausgründung Mynaric werden in die "Space Technology Hall of Fame" aufgenommen

Die Optische Bodenstation Oberpfaffenhofen

Freitag, 16. Februar 2018

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  • Die Optische Bodenstation Oberpfaffenhofen
    Die Optische Bodenstation Oberpfaffenhofen

    Die Optische Bodenstation Oberpfaffenhofen dient mit ihrem 40 Zentimeter Teleskop als Empfangsstation. Sie wurde insbesondere im Hinblick auf die Durchführung von Messungen entworfen.

  • Das "Freespace Experimental Laser Terminal II"
    Das "Freespace Experimental Laser Terminal II"

    Unten am Flugzeug angebracht: Das "Freespace Experimental Laser Terminal II" zur Datenkommunikation zwischen Flugzeug und Boden. Mit dem System wurden zahlreiche Messungen durchgeführt. Dabei wurden die relevanten Eigenschaften der Atmosphäre bestimmt, um die Datenübertragungssysteme optimieren zu können.

  • Laser Terminals der DLR-Ausgründung Mynaric bieten schnelles Internet über den Wolken.
  • Digitale Technologien aus der Raumfahrt finden Anwendung in der Gesellschaft.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Kommunikation, Digitalisierung, Gesellschaftlicher Nutzen, Ausgründungen

Die Laser Terminals von Mynaric, einer Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), werden in die Space Technology Hall of Fame aufgenommen. "Die Auszeichnung der US Space Foundation ist für uns eine große Ehre. Technologien des DLR, die von Mynaric eingesetzt und weiterentwickelt wurden, erfahren damit eine hohe internationale Anerkennung. Diese Technologien und deren Transfer sind ein gutes Beispiel für Beiträge der Luft- und Raumfahrt zur Digitalisierung", sagte Professor Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR.

Breitbandanschluss als Herausforderung

In Zeiten von High-Speed-Internet, Vernetzung und Digitalisierung steigt der Bedarf nach allgegenwärtiger Netzwerkanbindung rasant an. Die Infrastrukturen für die Übertragung von Daten außerhalb von Ballungszentren stoßen dabei längst an ihre Grenzen. Konzerne wie Amazon, Google oder Facebook streben als Reaktion darauf den Aufbau eines superschnellen Internets über den Wolken an, um auch die Randgebiete ans Netz zu bringen. Die von Mynaric entwickelten Produkte ermöglichen den Aufbau der hierfür benötigten Datenautobahnen zwischen Flugzeugen, Plattformen in der Stratosphäre oder auch Satelliten. Das Laserlicht kann große Datenmengen über enorme Entfernungen verlustfrei und sicher übertragen.

Das DLR-Institut für Kommunikation und Navigation ist seit vielen Jahren in der Erforschung von Laserkommunikationssystemen aktiv und nimmt eine international führende Rolle bei der Entwicklung und Erprobung solcher Systeme ein. "Unser Institut konnte Vieles erstmals demonstrieren. Dazu gehört die erste Verbindung mit einem Fesselballon, mit einem Stratosphärenballon, mit einer Propellermaschine und zusammen mit Mynaric mit einem Düsenjet. Darüber hinaus halten wir am Institut verschiedene Weltrekorde, zu denen die Übertragung mit einer Datenrate von 1.73 Terabit pro Sekunde über eine Freiraumstrecke von mehr als zehn Kilometer zählt. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten immer wieder die Grundlagen für neue technologische Entwicklungen legen," berichtet Professor Christoph Günther, Direktor des DLR Instituts für Kommunikation und Navigation. Mit Laserkommunikation lässt sich die Übertragungsrate deutlich erhöhen, da mehr als 1000-mal so viel Spektrum zur Verfügung steht. Aus der hohen Bündelung des Lichtes folgt, dass ein großer Teil dieses Lichts den Empfänger trifft. Das vergrößert die Effizienz gegenüber Radiowellen erheblich.

"Wir erleben aktuell einen Umbruch in der Telekommunikationsinfrastruktur und Laserkommunikation wird als Äquivalent zur Glasfaser für die Datenübertragung in der Luft als Schlüsseltechnologie gehandelt. Wir sehen uns mit unseren Produkten bestens positioniert, um uns als einer der Marktführer für das Internet über den Wolken zu etablieren," so Mynaric-Vorstand Dr. Wolfram Peschko.

Aufnahme in die Hall of Fame

Unter der Überschrift "Laser Terminals for the skies and beyond" werden die Laserkommunikationsprodukte von Mynaric in die "Space Technology Hall of Fame" aufgenommen. Einige Schlüsseltechnologien hierfür wurden vom DLR lizensiert. Mit der Aufnahmen in die Hall of Fame werden jährlich Technologien gewürdigt, die ursprünglich für die Luft- und Raumfahrttechnik entwickelt wurden und als marktreife Produkte eine praktische Anwendung finden - insbesondere wenn sie die Lebensqualität der Menschen steigert. Hierfür werden neben Einzelpersonen auch Organisationen gewürdigt. Der Preis wurde 1988 durch die Space Foundation, einer gemeinnützigen Organisation zur Unterstützung der Erforschung und Nutzung des Weltraums mit Sitz in Colorado, in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA geschaffen. "Wir freuen uns, dass die Space Foundation diese gemeinschaftliche Leistung aus konsequenter Forschung, Transfer und mutigem Unternehmergeist in die Space Technology Hall of Fame aufnimmt," so Dr. Rolf-Dieter Fischer, Leiter des DLR Technologiemarketings. Die offizielle Preisübergabe findet am 19. April 2018 auf dem Space Symposium in Colorado Springs statt.

  • Hintergrundbox zu Mynaric

    Um die Technologie aus der Forschung in den Markt zu bringen, haben drei Mitarbeiter des Instituts für Kommunikation und Navigation - Dr. Markus Knapek, Joachim Horwath und Dr. Dirk Giggenbach - im Jahr 2009 die Firma Vialight - heute Mynaric - gegründet. "Die Grundlagen dieser Entwicklung sind am DLR entstanden. Basis war die vom DLR entwickelte Technologie für aeronautische Anwendungen, welche erstmals im von der Firma Airbus geförderten Projekt an Bord eines Tornados demonstriert wurde. Zusammen mit ViaLight, dem heutigen Mynaric, entwickelten wir im Auftrag von Airbus ein Terminal für den Tornado, das 2012 mit Mach 0.7 geflogen wurde," erklärte Professor Günther. Seitdem hat sich Mynaric stetig weiterentwickelt und ging im Jahr 2017 an die Börse, um das Firmenwachstum weiter voran zu treiben. "Unsere Forschung im Bereich der Kommunikationstechnologien hat die Laserkommunikation vorangebracht, unser Technologiemarketing hat den Transfer in die Anwendung unterstützt und unsere beteiligten Wissenschaftler haben den Unternehmergeist gehabt, die Technologie mit der Gründung des Unternehmens Mynaric in den Markt zu bringen," so Dr. Fischer zum Zusammenspiel der Beteiligten. "Für eine global bessere Vernetzung mit immer mehr Bandbreite sind die Einsatzmöglichkeiten von Laserkommunikation nahezu unbegrenzt." Die Ausgründung wurde vom DLR Technologiemarketing betreut, mittels Helmholtz Enterprise gefördert und hat das Inkubationsprogramm beim ESA BIC Bavaria durchlaufen. Mynaric verfügt seit 2011 über eine Lizenz zur Kommerzialisierung der am DLR erforschten und im Rahmen von Innovationsprojekten weiterentwickelten Technologie für ein "Internet über den Wolken".

Zuletzt geändert am:
16.02.2018 15:11:37 Uhr

Kontakte

 

Miriam Poetter
Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation Oberpfaffenhofen

Tel.: +49 8153 28-2297

Fax: +49 8153 28-1243
Dr. Rolf-Dieter Fischer
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR-Technologiemarketing

Tel.: +49 2203 601-3660

Fax: +49 2203 695-689
Christian Fuchs
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Kommunikation und Navigation

Tel.: +49 8153 28-1547