Blinklicht schützt Radfahrer vor abbiegenden Fahrzeugen - DLR forscht mit "Amber Light" im Braunschweiger Stadtverkehr

Donnerstag, 8. März 2018

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  • Amber Light
    Amber Light

    Das Amber Light löst nur in kritischen Situationen aus und macht so auf Radfahrer aufmerksam.

  • Grafik Kreuzung
    Grafik Kreuzung

    Die Grafik der Forschungskreuzung zeigt die Position der aufgestellten Kameras zur Verkehrserfassung und ihre sensorische Abdeckung. So kann das Forschungsprojekt XCYCLE die Daten erheben, um kritische Situationen vorherzusagen. Das gelbe Dreieck zeigt die Position des Amber Lights Ecke Hans-Sommer-Straße und Brucknerstraße. Die Wege von Fahrradfahrern und rechts abbiegenden Autofahrern, die sich kreuzen, sind mit zwei Pfeilen eingezeichnet.

  • Amber Light warnt Autofahrer, bevor sich ihr Weg mit Radfahrern kreuzt und löst nur in kritischen Situationen aus
  • Bildkameratechnik erfasst anonymisiert die Verkehrssituation
  • Braunschweiger können sich an Umfrage zu Amber Light beteiligen
  • Schwerpunkt(e): Verkehr

Radfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Umso wichtiger ist es, sie zu schützen und kritischen Situationen vorzubeugen. Das hat sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Ziel gesetzt und installiert nun das sogenannte "Amber Light" an der Braunschweiger Forschungskreuzung.

Das Amber Light ist ein adaptiv geschalteter Schutzblinker mit Radfahrersymbol, der prototypisch auf Basis einer Baustellenampel mit einem Signalgeber aufgebaut worden ist. Falls das Risiko einer Kollision besteht,  warnt es Fahrzeuge, die von der Hans-Sommer-Straße nach rechts in die Brucknerstraße abbiegen, vor geradeaus fahrenden Fahrradfahrern. "Das Ziel des Blinklichts ist es, die Aufmerksamkeit des Autofahrers zu wecken und auf den Radfahrer zu lenken, um kritische Situationen zu vermeiden", erklärt DLR-Wissenschaftler Kay Gimm vom Institut für Verkehrssystemtechnik, der das Projekt XCYCLE leitet.  In den nächsten Tagen werden die Einstellungen des Blinkers vom Projektteam noch getestet und optimiert, ab dem 12. März wird er dann rund um die Uhr für vier Wochen im Einsatz sein.

Amber Light löst erst in kritischen Situationen aus

Durch die an der Forschungskreuzung installierte Kameratechnik wird der Verkehr anonymisiert erfasst. Algorithmen können automatisch berechnen, wie schnell sich Fahrradfahrer und Autofahrer nähern und wann sich ihre Wege kreuzen. Bei Gefahr beginnt das Amber Light zu leuchten oder sogar hoch frequent gelb zu blinken - je nach ermitteltem Risiko für die Verkehrsteilnehmer. "Das Amber Light wird also erst bei kritischen Situationen aktiv und löst nicht bei jedem Fahrradfahrer automatisch aus", erläutert Gimm.

Das Amber Light führt Protokoll über sein Auslösen, so dass anhand der Kamerabilder von der Kreuzung die Situationen gesammelt und ausgewertet werden können. Bei der Auswertung soll dieser Zeitraum mit einer vergangenen Zeitperiode ohne Blinker verglichen werden. So können die Wissenschaftler untersuchen, ob das Amber Light zu einer Reduzierung von kritischen Situationen im Verkehrsgeschehen beiträgt.

Braunschweiger können Erfahrungen in Umfrage weitergeben

Zu der Auswertung gehört auch eine Umfrage, an der Verkehrsteilnehmer ab dem 16. März teilnehmen können, um ihre Erfahrungen mit dem Blinker weiterzugeben und die Wissenschaftler bei ihrer Forschung zu unterstützen. Auf der Internetseite http://verkehrsforschung.dlr.de finden Bürgerinnen und Bürger unter Aktuelles den Link zur Umfrage, die etwa zehn Minuten in Anspruch nimmt.

Seit 2015 forscht das DLR gemeinsam mit acht internationalen Projektpartnern an der drahtlosen, intelligenten Vernetzung von Fahrzeugen, Radfahrern und intelligenter Infrastruktur im EU-Projekt XCYCLE.  Im Fokus steht die Untersuchung und Abwendung von möglichen Gefahrensituationen in Bereichen, in denen ungeschützte Verkehrsteilnehmer, besonders Radfahrer, mit motorisiertem Verkehr, besonders Schwerlastverkehr, zusammentreffen. Nicht nur die Warnung von Fahrradfahrern durch das Amber Light testet das Projekt in den nächsten Wochen an der Forschungskreuzung, sondern mit Hilfe von Projektpartnern auch andere Warnsysteme wie Leuchtelemente auf dem Armaturenbrett in LKWs oder an Lenkern von Fahrrädern.

Zuletzt geändert am:
08.03.2018 14:05:53 Uhr

Kontakte

 

Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Braunschweig

Tel.: +49 531 295-2108

Fax: +49 531 295-2102
Eva-Maria Dobriloff
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institutsmarketing DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik

Tel.: +49 53 12953-484
Kay Gimm
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Verkehrssystemtechnik

Tel.: +49 531 295-3453

Fax: +49 531 295-3501