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DLR erprobt neuartige Krisenmanagementlösungen in Den Haag

DLR erprobt neuartige Krisenmanagementlösungen in Den Haag

Dienstag, 28. Mai 2019

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  • ZKI 3D%2dVisualisierung
    ZKI 3D-Visualisierung

    Stadtverwaltung Den Haag arbeitet mit ZKI 3D Visualisierungen / Karten

  • ZKI Interactive 3D
    ZKI Interactive 3D

    Die 3D-Karte gibt einen virtuellen Eindruck von der überfluteten Infrastruktur Den Haags. Die Informationen können einzeln ein- und ausgeblendet werden und ermöglichen so eine individuelle Betrachtung.

  • Lagebesprechung des Regional Operational Teams (ROT)
    Lagebesprechung des Regional Operational Teams (ROT)

    Lagebesprechung des gesamten Krisenstabs zur Besprechung der Hochwassersituation mittels der DLR Entwicklungen

  • Polizei arbeitet mit ZKI%2d3D%2dVisualisierungen
    Polizei arbeitet mit ZKI-3D-Visualisierungen

  • Teilnehmer der DRIVER+ Krisenübung „Niederlande“
    Teilnehmer der DRIVER+ Krisenübung „Niederlande“

  • DLR organisiert gemeinsam mit Nutzern eine europäische Krisenübung im EU-Projekt DRIVER+
  • Hauptbeiträge des DLR sind innovative 2D- und 3D-Lagekarten sowie ein Verkehrsroutingsystem

Vom 22. bis 23. Mai 2019 wurde in Den Haag im Projekt DRIVER+ ein umfassendes Hochwasserszenario simuliert. Dabei bewerteten die Wissenschaftler fünf innovative Lösungen. Unter Beteiligung von Krisenmanagern aus mehreren Ländern war dies eine Gelegenheit, innovative Lösungen für das Krisenmanagement in Europa zu untersuchen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) organisierte gemeinsam mit dem Krisenstab in Den Haag (Safety Region the Hague) die Krisenübung und erprobte gleichzeitig neue Entwicklungen des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) und das Verkehrsmanagementsystem "KeepOperational" des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik.

Tabletop Trial

"In der Krisenübung wurde ein simuliertes Überflutungsszenario untersucht, bei dem durch extreme Wetterbedingungen eine Schleuse in Den Haag brach", erklärt Dr. Konstanze Lechner, Leiterin der Krisenübung vom DLR, das Szenario. "Ein großer Teil des Den Haager Stadtzentrums wurde dadurch überflutet und die Infrastruktur geschädigt, wodurch ein Großteil der Stadtbevölkerung bedroht war", so Lechner weiter.

Endnutzer und Entscheidungsträger aus allen Ebenen des Krisenmanagements nahmen in verschiedenen Lagezentren an einer sogenannten "Tabletop"-Übung teil. Sie hatten dabei die Aufgabe, in einer simulierten Umgebung Maßnahmen gegen die Überflutung zu ergreifen und dafür die in DRIVER+ entwickelten Produkte in ihre bisherige Verfahrensweise zu integrieren und zu testen.

Das ZKI unterstützte jedes Lagezentrum mittels aktueller Informationen über das Ausmaß der Katastrophe und die möglicherweise betroffenen Gebäude und Infrastrukturen. "Es wurde eine simulierte Hochwassermaske erzeugt, die im Ernstfall aus aktuellen Luftbildern von Hochwassern abgeleitet wird", erklärt Lechner. "Die Überflutungsdaten wurden den Beteiligten über standardisierte Schnittstellen bereitgestellt, so dass sie in verschiedene Systeme und andere Lösungen von beteiligten Partnern integriert werden konnten." Darüber hinaus hat das ZKI digitale, interaktive 2D- und 3D-Kartenprodukte erstellt, die das Ausmaß der Überschwemmungen und deren Auswirkungen auf die Infrastruktur in definierten Interessengebieten zeigten. Übergeordnetes Ziel war es, einen flugzeuggestützten Überblick über das betroffene Gebiet zu simulieren und durch innovative Informationsprodukte den Krisenstab zu unterstützen.

Das DLR-Verkehrsmanagementsystem KeepOperational wurde in der Übung vom Aktionszentrum "Polizei" verwendet, um Verkehrspläne zu erstellen und die Erreichbarkeit des betroffenen Krisengebietes zu analysieren. Dabei wurden die Hochwasserinformationen des ZKI und die Hochwasservorhersage einer Simulationssoftware berücksichtigt. Das Aktionszentrum "Polizei" fügte dem KeepOperational-Tool auch eigene Informationen hinzu, beispielsweis Staus, die von Einheiten vor Ort gemeldet wurden. Das Ziel von KeepOperational war es, Verkehrsinformationen von terrestrischen Verkehrssensoren mit luftgestützten Informationen oder anderen Quellen zu kombinieren, um den Einsatzkräften verbesserte Routingtools auf Basis eines gemeinsamen Lagebilds bereit zu stellen.

"Die Krisenübung war ein voller Erfolg", freut sich Lechner. "Die Krisenmanager konnten alle technischen Innovationen ausreichend in ihrer Arbeitsumgebung testen. Sowohl die neuen Entwicklungen des ZKI als auch KeepOperational kamen vor allem beim Lagezentrum der Polizei sehr gut an." So Lechner weiter.

Zum ZKI

ZKI Logo

Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) unterstützt Einsatzkräfte mit schnellen Luft- und Satellitenbildkartierungen für den Einsatz bei Naturkatastrophen, humanitären Notfällen und im Bereich der zivilen Sicherheit. Im Rahmen der "International Charter on Space and Major Disasters" , des Copernicus Emergency Mapping Service und im nationalen ZKI-DE Service für Bundesbehörden werden Satellitendaten in kürzester Zeit aufgenommen, analysiert und zu bedarfsgerechten thematischen Kartierungen und Visualisierungen weiterverarbeitet. So hat sich das ZKI in den letzten Jahren als eine der führenden Einrichtungen in der satellitengestützten Kriseninformation etabliert - national, in Europa, und auch im internationalen Umfeld. Zuverlässige und schnelle Bereitstellung von Informationen, kompetente Beratung und Schulung sowie der enge Kontakt mit den Nutzern sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Zu KeepOperational

Keep Operational

KeepOperational ermöglicht mithilfe von abgeleiteten Lage- sowie Verkehrsinformationen, die Darstellung eines übergreifenden Verkehrslagebilds über das Krisengebiet und die Auswirkungen auf die Verkehrslage. KeepOperational basiert auf der DLR Traffic Data Platform. Die Traffic Data Platform ist ein Service-Framework zur Erfassung, Verarbeitung und Nutzung von Verkehrsdaten. Die Verkehrsdaten können aus verschiedenen Quellen gewonnen werden, z.B. Schleifendetektordaten oder Floating Car Data. In Kombination mit Lageinformationen aus Luftbildern bietet KeepOperational Funktionen zur Verkehrsanalyse und Routenplanung. Im Gegensatz zu öffentlichen Verkehrsportalen wird ein Mehrwert durch die Berücksichtigung der Einsatzspezifika erzielt.

DRIVER+

DRIVER+ Logo

DRIVER+ (Driving Innovation in Crisis Management for European Resilience) ist ein EU-finanziertes Projekt, das Krisenmanagement-Experten hilft, Lösungen für komplexe Rettungsmaßnahmen im Katastrophenfall zu finden. Insgesamt finden während des Projektes vier Krisenübungen (Trials) und eine abschließende Demonstration mit aktiver Beteiligung von Krisenmanagement-Experten statt. Ziel ist es, innovative Lösungen zu identifizieren und zu bewerten, die den Erwartungen der Experten entsprechen und vorab identifizierte Probleme adressieren.

Für weitere Informationen über den niederländischen Trial und über die Aktivitäten von DRIVER+ besuchen Sie bitte unsere Website unter www.driver-project.eu. Weitere Details zu dieser Krisenübung finden Sie auch in einer DRIVER+ Pressemeldung.

Zuletzt geändert am:
28.05.2019 15:52:57 Uhr

Kontakte

 

Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Braunschweig

Tel.: +49 531 295-2108

Fax: +49 531 295-2102
Dr. Konstanze Lechner
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Earth Observation Center; Georisiken und zivile Sicherheit

Tel.: +49 8153 28-1706