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Stuttgarter EnergieSpeicherSymposium 2019

Energiespeicher International – Wo steht Deutschland?

Mittwoch, 20. März 2019

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  • Salz in einem Wärmespeicher
    Salz in einem Wärmespeicher

    Salz eignet sich ideal als Speichermedium: Es ist kostengünstig, weltweit verfügbar und kann in flüssiger Form bei Temperaturen zwischen 170 und 560 Grad Celsius eingesetzt werden.

  • DLR%2dTestanlage TESIS erforscht Flüssigsalzspeicher
    DLR-Testanlage TESIS erforscht Flüssigsalzspeicher

    Mit Hilfe der Testanlage TESIS (Test Facility for Thermal Energy Storage) erforschen DLR-Wissenschaftler, wie sich Wärmeenergie am besten in flüssigem Salz speichern lässt.

  • Energiespeicher sind ein Kernelement bei der nachhaltigen Umgestaltung des Energiesystems.
  • Über Ideen, Konzepte und Technologien zum Speichern von Strom und Wärme tauschten Vertreter aus Forschung, Industrie und Politik beim 8. Stuttgarter EnergieSpeicherSymposium aus.
  • Im Interview gibt der Direktor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik, Prof. André Thess, einen Einblick in aktuelle Entwicklungen.
  • Schwerpunkt(e): Energie, Energiespeicher, Energieeffizienz, Klimawandel

Im Zuge der nachhaltigen Umgestaltung unseres Energiesystems wird sich die Art und Weise, wie wir Strom, Wärme und alternative Kraftstoffe erzeugen und zu den Verbrauchern bringen, entscheidend verändern. Energiespeicher werden dabei eine zentrale Rolle spielen, der Bedarf an Speicherkapazitäten steigen. Denn Speicher ermöglichen eine bessere Integration erneuerbarer Energien sowie Effizienzsteigerungen und können einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Bereits heute stehen effiziente und wirtschaftliche Technologien für bestimmte Anwendungsbereiche zur Verfügung, andere vielversprechende Ansätze stehen noch am Anfang der Entwicklung.

Unter dem Leitthema "Energiespeicher International – Wo steht Deutschland?" diskutierten am 20. März 2019 rund 100 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik beim Stuttgarter EnergieSpeicherSymposium über internationale Entwicklungen und den Stand der Energiespeichertechnologie in Deutschland. Das Symposium wird ausgerichtet vom Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und fand in diesem Jahr bereits zum achten Mal statt. Im Interview gibt Institutsdirektor Prof. André Thess einen kurzen Einblick in aktuelle Entwicklungen auf nationaler wie internationaler Ebene.

 

Für den Großteil der Bevölkerung führen Energiespeicher noch ein eher verborgenes Leben in Spezialanwendungen. Mit Batterien für Elektroautos ist die Thematik im Verkehrssektor in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Wann haben Speicher im Energiebereich ihren großen Auftritt?

Prof. André Thess: Meine grundsätzliche Überzeugung lautet: Eine Energiewende ohne Energiespeicher ist wie die erste industrielle Revolution ohne Dampfmaschine. Wann genau aber stationäre Speicher den großen Durchbruch haben werden, lässt sich nicht seriös voraussagen. Oder haben Sie im Jahr 1989 schon geahnt, wann Sie ihr erstes Smartphone kaufen werden?

Wo stehen Forschung und Industrie in Deutschland beim Thema Speicher?

Thess: Die Forschung hat in den vergangenen Jahren wichtige Beiträge dazu geleistet, die wissenschaftlichen Grundlagen für Speicher mit hoher Energiespeicherdichte und niedrigen Kosten zu erarbeiten. Nehmen Sie als Beispiel nur die rasanten Fortschritte in der Mikrostruktursimulationen von Batterien. Die Mitarbeiter unserer Abteilung für Computergestützte Elektrochemie können mit ihren Werkzeugen bis in die "DNA" einer Batterie hineinzoomen. Nun gilt es, die Erkenntnisse zusammen mit der Industrie umzusetzen. Auch das DLR-Konzept "Wärmespeicherkraftwerk" zum Umbau von Kohlekraftwerken auf CO2-neutralen Betrieb stößt derzeit auf große Resonanz. Wir hoffen damit, in Europa und darüber hinaus zu einem verantwortungsvollen Umgang mit vorhandener Kraftwerksinfrastruktur beizutragen.

Werden wir in Zukunft einen Massenmarkt für Energiespeicher bekommen? Haben wir bald alle Speicher für Strom und Wärme zu Hause?

Thess: Was die Hausspeicher anbelangt: Wir tragen in Smartphones, Notebooks, Tablets und E-Zigaretten schon heute massenweise Batterien mit uns herum. Manches spricht dafür, dass auch stationäre Speicher zu einem Massenmarkt werden könnten. Ich bin mit Prognosen jedoch zurückhaltend.

Wie ist die Situation in Amerika und Asien? Sind Energiespeicher dort auch ein Thema?

Thess: Die Energiespeicherforschung ist in Amerika und Asien ebenfalls stark und wir beobachten die Entwicklung sehr genau. Der Google-Ableger MALTA arbeitet beispielsweise derzeit an einem interessanten Projekt zu Carnot-Batterien. Das sind Strom-Wärme-Strom-Speicher, die in einem zukünftigen CO2-neutralen Energiesystem zu einer Schlüsseltechnologie für die Speicherung großer Elektrizitätsmengen werden können. Unsere japanischen Kollegen arbeiten an der direkten Wandlung von Windenergie in Wärme – ein relativ junges Thema das wir als Aerothermie bezeichnen und mit einem DLR-internen Projekt verfolgen.

Zuletzt geändert am:
20.03.2019 15:44:10 Uhr

Kontakte

 

Denise Nüssle
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Media Relations - Presse

Tel.: +49 711 6862-8086

Fax: +49 711 6862-636
Prof. Dr. André Thess
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Technische Thermodynamik

Tel.: +49 711 6862-358