Energie

Hannover Messe: DLR zeigt Innovationsideen und Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Energiesystems

Freitag, 20. April 2018

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  • Künstlicher Seh%2d und Gleichgewichtssinn zur Verortung und 3D%2dKartierung
    Künstlicher Seh- und Gleichgewichtssinn zur Verortung und 3D-Kartierung

    IPS ist ein Multisensorsystem zur Echtzeitverortung und 3D-Kartierung
    in unbekannten Umgebungen.

  • Standortunabhängige Speicher und im Gigamaßstab
    Standortunabhängige Speicher im Gigamaßstab

    Carnot Batterien sind zyklenfeste Strom-Wärme-Strom-Speicher zur Speicherung großer Elektrizitätsmengen.

  • Das DLR präsentiert sich auf der Hannover Messe 2018 mit zwei Messeständen.
  • Auf dem Stand "Science2Business" in Halle 2 stellt das DLR Technologieprojekte und Innovationsideen vor, die Partnerunternehmen oder Ausgründungen zur Marktreife weiter entwickeln.
  • Auf dem Stand "Energie weiter denken" in Halle 27 wird gezeigt, wie eine funktionierende Sektorenkopplung zur Energiewende beitragen kann.
  • Schwerpunkt(e): Energie, Sektorenkopplung, Technologiemarketing, Hannover Messe

Einen Computer durch Bewegung programmieren oder sich in unbekanntem Terrain lediglich mit optischen Sensoren verorten und orientieren, das zeigt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Hannover Messe in Halle 2 an Stand C57. Dort präsentiert das DLR Technologiemarketing-Innovationen und -Innovationsideen, die aus Forschungsergebnissen entwickelt wurden. In Halle 27 an Stand H84 stellt das DLR zudem vor, wie Energie zwischen den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität je nach Bedarf hin und her bewegt werden kann.

Halle 2:Science2Business: Ideen werden Innovationen

Durch Bewegungen programmieren - Kinfinity-Suit und -Glove

Durch Bewegungen einen Computer instruieren, der diesen Arbeitsschritt danach exakt ausführen kann, ohne eine weitere Programmierung - diese Möglichkeit bieten der Kinfinity-Suit und der Kinfinity-Glove. Die Technologie kann unter anderem Finger, Arme und Beine eines Anwenders erfassen und an einen Computer weiterleiten. Dabei werden die Bewegungen von Sensoren in den Textilien erkannt und verarbeitet. Mit der Technologie können unter anderem Arbeitsschritte aus der Ferne gesteuert oder komplexe Bewegungen in der Chirurgie und bei Fertigungsprozessen trainiert werden. Die Technologie kommt aus dem DLR-Institut für Robotik und Mechatronik und wird in der DLR-Ausgründung Kinfinity weiterentwickelt.

Künstlicher Seh- und Gleichgewichtssinn zur Verortung und 3D-Kartierung

Wie kann ich mich in unbekanntem Terrain ohne Datenverbindung verorten und orientieren? Das DLR-Institut für Optische Sensorsysteme hat in den vergangenen zehn Jahren die Technologie "Integrated Positioning System" (IPS) entwickelt. IPS ist speziell für die Echtzeit-Eigenverortung und 3D-Kartierung in unbekannten Indoor- und Outdoor-Umgebungen geschaffen worden. Vorbild ist der menschliche Orientierungssinn. Das System funktioniert auch, wenn keine externe Verortungsinfrastruktur wie GPS, GNSS oder Wi-Fi zur Verfügung steht. Das DLR überführt die Technologie derzeit gemeinsam mit dem Industriepartner Deutsche Montan Technologie (DMT) in die kommerzielle Anwendung.

C.R.O.P.®-Lebenserhaltungssysteme mit Biofilter

Das DLR-C.R.O.P.®-Verfahren ist eine rein biologische Methode zur Erzeugung von Düngemitteln aus biologischen Abfallstoffen und starkstickstoffhaltigen Abwässern. Die umweltfreundliche Rückgewinnung von Nährstoffen sowie der Emissions- und Gewässerschutz unserer Erde stehen im Vordergrund dieser Technologie. Ziel ist vor allem die Rückgewinnung von Stickstoff und Phosphat aus Gülle und stickstoffhaltigen Abwässern und die Weiterverarbeitung zu einem Düngemittelgranulat. Zudem ist damit die Entfernung von Medikamentenrückstanden möglich. Die C.R.O.P.® zugrundeliegende Idee des nachhaltigen und emissionsarmen Anbaus von Nutzpflanzen hat viele Gemeinsamkeiten mit dem Konzept bioregenerativer Lebenserhaltungssysteme aus der Raumfahrt. In beiden Fällen wird Abfall als ein wertvoller Rohstoff betrachtet und einer weiteren Nutzung zugeführt.

Diese und weitere Innovationen finden Sie auf dem DLR-Stand in Halle 2/Stand C57.

Halle 27: Energie weiter denken - die Schlüsselrolle der Sektorenkopplung

Energieflüsse im "smarten" Wohngebäude

Für die zukünftige Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien müssen bisherige Energiesysteme umgestaltet werden. Insbesondere die bislang getrennt betrachteten Versorgungssysteme für Strom, Wärme und Mobilität werden zunehmend miteinander verschmelzen. Das bedeutet auch: Was in Wohngebäuden bislang über separate Versorgungswege für Strom, Gas, Öl, Benzin oder Diesel gewährleistet wurde, wird künftig im "smarten" Wohngebäude dezentral und sektorenübergreifend in einem einzigen System sichergestellt. Eine wesentliche Herausforderung für die zuverlässige Energieversorgung in dezentralen Systemen ist ein intelligentes Energiemanagement. Das DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme erforscht, wie durch intelligente Energieflüsse in Wohngebäuden die Bereiche Mobilität, Wärme und Strom miteinander verknüpft werden können. Unter anderem ist das Institut im Projekt "Energetisches Nachbarschaftsquartier" (ENaQ) am Aufbau eines klimaneutralen Wohnquartiers mit zirka 110 Wohneinheiten in Oldenburg beteiligt. Auf der Messe werden die Energieflüsse innerhalb eines intelligenten Wohngebäudes an einem Hausmodell anschaulich dargestellt.

Emissionsfreie Mobilität - Lastenrad mit Brennstoffzelle

Immer mehr Pakete werden individuell an die Haustür des Kunden geliefert. Elektrisch angetriebene Lastenräder sind dabei eine zukunftssichere Lösung für den Transportsektor: Speziell auf der Strecke zwischen Verteilzentren und Kunden, der sogenannten "letzten Meile", sind sie schneller am Ziel als Pkw oder Transporter. Zudem sind sie flexibler und dabei lokal emissionsfrei und leise. Die DLR-Institute für Technische Thermodynamik und Fahrzeugkonzepte haben speziell für Lastenräder das Brennstoffzellenmodul FCREX entwickelt. Geplant ist, dass es im neuartigen Lastenrad MovR der Firma Rytle GmbH zum Einsatz kommt. Der Vorteil des Brennstoffzellen-Rads: Es hat eine große Reichweite und kann sehr schnell betankt werden. Das robuste System kann zudem auch im Winter bei niedrigen Temperaturen problemlos eingesetzt werden. Auf der Hannover Messe kann das Brennstoffzellenrad im Außenbereich der Halle 27 Probe gefahren werden.

Standortunabhängige Speicher und im Gigamaßstab

Mit steigenden Anteilen schwankender erneuerbarer Energie an der Stromerzeugung Deutschlands und der Welt wächst die Notwendigkeit, große Mengen elektrischer Energie über mehrere Tage preiswert zu speichern. Batteriespeicher sind hierfür heute und in absehbarer Zeit zu teuer und zu wenig zyklenfest. Strom-Wärme-Strom-Speicher (sogenannte "Carnot-Batterien") werden in einem CO2-neutralen Energiesystem der Zukunft eine Schlüsseltechnologie für die Speicherung großer Elektrizitätsmengen darstellen. In einer Carnot-Batterie wird Strom mittels einer Hochtemperaturwärmepumpe in Wärme auf einem Temperaturniveau zwischen 50 °C und 500 °C umgewandelt. Diese Wärme wird preiswert in Wasser (50 °C) oder Flüssigsalz (500 °C) gespeichert und bei Bedarf mittels eines Wärmekraftprozesses in Strom zurückverwandelt. Ein wertvoller Zusatznutzen von Carnot-Batterien besteht in der Möglichkeit, neben gespeichertem Strom auch Wärme und Kälte abzugeben. Auf der Hannover Messe stellt das DLR das Prinzip eines solchen Speichers vor.

Neben dem Energiestand (Halle 27, Stand H84) finden Sie in dieser Halle weitere Exponate des DLR auf dem Gemeinschaftsstand Hydrogen + Fuel Cells + Batteries an Stand D62.

 

Handouts aller Exponate von DLR und Partnern auf der Hannover Messe 2018

Zuletzt geändert am:
28.05.2018 14:03:36 Uhr

Kontakte

 

Dorothee Bürkle
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Media Relations

Tel.: +49 2203 601-3492

Fax: +49 2203 601-3249
Dr. Cornelia Schlesier
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Technologiemarketing

Tel.: +49 2203 601-4733