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Rückkehr aus der Dominikanischen Republik:

Unbemannter DLR-Hubschrauber superARTIS meistert humanitäre Mission erfolgreich

Donnerstag, 19. Juli 2018

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  • Projektteam erprobt das Absetzkonzept
    superARTIS startet, um humanitäre Güter auszuliefern

    Der unbemannte Hubschrauber superARTIS hebt für die Auslieferung humanitärer Güter ab, die in Einwegboxen verpackt sind. Die Einwegboxen aus Karton wurden von dem niederländischen Unternehmen Wings for Aid entwickelt und haben spezielle Flächen, die sich beim Abwurf automatisch öffnen, um den Fall abzubremsen und zu stabilisieren.

  • Testflug
    Abwurf der Hilfsgüter aus 50 bis 100 Metern Höhe

    Aus 50 bis 100 Metern Höhe lässt superARTIS die Hilfsboxen fallen. Im Fall öffnen sich die Bremsflächen der Boxen automatisch und sorgen so dafür, dass die Hilfsgüter unbeschadet am Zielort landen.

  • Vorbereitung des Testbetriebs
    superARTIS und Box werden mit Notfallversogung bestückt und für den Testbetrieb vorbereitet

    Mit dem unbemannten DLR-Hubschrauber superARTIS wurde in der Dominikanischen Republik erprobt, wie Hilfsgüter schnell und sicher in schwer zu erreichende Gebiete transportiert werden können. Bei den Missionsflügen war superARTIS mit 20 Kilogramm Nahrungsmitteln wie High Energy Biscuits oder dem Nahrungsergänzungsmittel Progresina beladen.

  • superARTIS im Flugbetrieb
    superARTIS auf seinem Weg eine Box auszuliefern

    Die Missionsflüge fanden in verschiedenen Regionen der Dominikanischen Republik statt, die in der Vergangenheit bereits von Hochwasser betroffen waren. Mit dem unbemannten Hubschrauber wurde demonstriert, wie auch solche schwer zu erreichenden Gebiete im Notfall schnell und sicher mit Hilfsgütern versorgt werden können.

  • superARTIS Flight Crew
    Bodenstation und Betrieb von superARTIS

    Über eine Distanz von sechs Kilometern flog der unbemannte Hubschrauber des DLR autonom über den Salzsee Enriquillo in der Dominikanischen Republik. An der Bodenstation überwachen die Wissenschaftler des DLR den Flug des unbemannten Hubschraubers vom Start bis zur Landung.

  • DLR, Wings for Aid und World Food Program führten Flugversuche in der Dominikanischen Republik mit einem unbemannten Hubschrauber durch.
  • Es wurden mit Nahrungsmitteln befüllte neuartige Kartonboxen in zwei verschiedenen Flugszenarien ausgeliefert.
  • Die Flüge waren erfolgreich.
  • Schwerpunkt(e): Luftfahrt, UAS

Hilfsgüter mit einem unbemannten Hubschrauber in schwer zu erreichende Gebiete zu transportieren, war das Ziel einer zweiwöchigen Mission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Dominikanischen Republik. Gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen Wings for Aid und dem World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen führten die Wissenschaftler verschiedene Flüge unter realistischen Einsatzbedingungen durch. Dabei lieferte der unbemannte Hubschrauber superARTIS (Autonomous Rotorcraft Testbed for Intelligent Systems) mit Nahrungsmitteln befüllte neuartige Kartonboxen aus.

In mehreren Szenarien erprobte das Projektteam das neu entwickelte Absetzkonzept, bei dem eine speziell dafür entwickelte Einwegbox aus Karton zum Einsatz kommt. Diese Boxen sind in der Herstellung kostengünstig und biologisch abbaubar. Beim Abwurf öffnen sich deren Seitenflächen von selbst, um so den Fall abzubremsen und zu stabilisieren. "Ziel der Missionen in der Dominikanischen Republik war es, die Einsetzbarkeit unseres Konzeptes vor Ort zu demonstrieren und Daten aus den Flugversuchen zu gewinnen, die wir in der Weiterentwicklung humanitärer Technologie für unbemannte Luftfahrzeuge berücksichtigen können", erklärt DLR-Projektleiter Johann Dauer. "Es geht aber auch darum, die Akzeptanz der Bevölkerung und der für die Notfallversorgung zuständigen Behörden, die unsere Arbeit begleiteten, zu ermitteln."

superARTIS liefert Nahrungsmitteln in potentiellen Krisengebieten aus

Die Flüge mit dem unbemannten Hubschrauber fanden deshalb in verschiedenen Regionen der Dominikanischen Republik statt. Diese Gebiete waren in der Vergangenheit bereits von Überschwemmungen betroffen, wodurch der Versorgungsweg zu den ansässigen Ortschaften abgeschnitten war. Hier simulierten die Wissenschaftler den Ernstfall: Der unbemannte Hubschrauber sollte den Salzsee Enriquillo über eine Distanz von sechs Kilometern automatisch überfliegen. Beladen war superARTIS dabei mit 20 Kilogramm Nahrungsmitteln wie High Energy Biscuits (HEB) und dem Nahrungsergänzungsmittel Progresina, die sicher und unbeschadet auf der anderen Uferseite abgeworfen werden sollten. Verschiedene weitere Missionen wurden im Gebiet Bajo Yuna im Norden der Insel durchgeführt.

Die Flugversuche waren für das Projektteam ein voller Erfolg: "Wir konnten alle Flüge erfolgreich und sicher durchführen", berichtet Dauer. "Auch die Rückmeldung der Bevölkerung und der beteiligten Hilfsorganisation war sehr positiv." Im nächsten Schritt untersuchen die Wissenschaftler nun, wie sich diese neue Versorgungsmethode in die bestehenden Logistikstrukturen der humanitären Hilfe eingliedern lässt und bei welchen konkreten Einsatzfällen sie bestehende Lösungen ergänzt oder verbessert. Das Projekt als solches ist Teil eines Innovationsplans, der gemeinsam mit dem WFP Innovation Accelerators in München entwickelt wurde.

Die Nachweisführung für die Aufstiegsgenehmigung basierte auf den neuartigen Konzepten der Joint Authorities for Rulemaking on Unmanned Systems (JARUS), der sogenannten SORA (Specific Operation Risk Assessment). Im Gegensatz zu klassischen Nachweisverfahren, bei denen die Sicherheit eines Fluggeräts für den allgemeinen Betrieb nachgewiesen wird, steht bei der SORA der spezielle Anwendungsfall des unbemannten Luftfahrzeuges im Vordergrund. Es wird das Risiko abgeschätzt, das vom speziellen Anwendungsfall ausgeht und genau die passenden Maßnahmen ermittelt, um die Sicherheit dieser Anwendung zu garantieren. Die Genehmigung der Missionen in der Dominikanischen Republik stellt eine der ersten praktischen Anwendungen dieses Verfahrens dar.

 

Zuletzt geändert am:
20.07.2018 13:34:17 Uhr

Kontakte

 

Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Braunschweig

Tel.: +49 531 295-2108

Fax: +49 531 295-2102
Dipl.-Ing. Johann C. Dauer
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Flugsystemtechnik