Raumfahrt

Salate, Gurken und Radieschen

Erste Ernte im Antarktisgewächshaus EDEN-ISS

Donnerstag, 5. April 2018

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    DLR-Forscher Paul Zabel hält den ersten geernteten Antarktis-Salat in den Händen

    Im EDEN-ISS-Gewächshaus hält DLR-Forscher Paul Zabel den ersten geernteten Salat in den Händen.

  • Radieschen vor der Ernte
    Radieschen vor der Ernte

    Radieschen vor der ersten Ernte im EDEN-ISS-Gewächshaus. Die Pflanzenzucht erfolgt unter künstlichem Licht und ohne Erde, wobei die Wurzeln der Pflanzen mit einer Nährlösung regelmäßig besprüht werden.

  • Radieschen und Salatblätter der ersten Ernte
    Radieschen und Salatblätter der ersten Ernte

    Salat und Radieschen der ersten Ernte aus dem Antarktisgewächshaus EDEN-ISS in der Küche der Neumeyer-Station III.

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    Erste Antarktis-Gurken

    Die ersten Gurken aus dem Eden-ISS-Gewächshaus.

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    Salat frisch zubereitet für die Antarktis-Überwinterer

    Vom Gewächshaus EDEN-ISS frisch auf den Tisch der Antarktis-Überwinterer. Hier ist der Salat mit Himbeeerdressing und Roter Beete zubereitet.

  • Gewächshaus in der Antarktis als Testlauf für zukünftige Mond- und Marsmissionen sowie für Gemüseanbau in klimatisch anspruchsvollen Regionen der Erde
  • Pflanzenzucht ohne Erde, mit optimiertem Licht, CO2-Gehalt und geschlossenem Wasserkreislauf
  • Bereicherung des Speiseplans der Überwinterungscrew auf der AWI-Antarktisstation Neumayer III
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Biosysteme

Während die Temperaturen in der Antarktis langsam auf Werte unter minus 20 Grad Celsius fallen und auch die Sonne nur noch flach über dem Horizont steht, wächst und gedeiht die Pflanzenzucht im Versuchsgewächshaus EDEN-ISS. Nach den ersten drei Wochen hat Paul Zabel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bis in die vergangenen Tage hinein die ersten Früchte im eisigen Umfeld geerntet. 3,6 Kilogramm Salat, 70 Radieschen und 18 Gurken hielt er bei der ersten Ernte jeweils in der Hand. Was nun den Speiseteller der Überwinterer bereichert, zeigt wie sich zukünftig auch Astronauten auf Mond und Mars mit frischer Nahrung versorgen könnten.

"Nachdem die Saat Mitte Februar ausgebracht war, hatte ich mit einigen unerwarteten Problemen zu kämpfen, wie kleineren Systemausfällen und dem stärksten Sturm seit mehr als einem Jahr“, erklärt Ingenieur und Antarktis-Gärtner Paul Zabel vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. „Glücklicherweise ließen sich all diese Dinge beheben und überstehen." Projektleiter Daniel Schubert ergänzt: "Wir haben in den letzten Wochen vieles über die autarke Pflanzenzucht gelernt, es zeigt sich, dass die Antarktis ein ideales Testfeld für unsere Forschung ist." Mittlerweile wachsen alle geplanten Pflanzen im Gewächshaus, darunter Radieschen, verschiedene Salate, Tomaten, Gurken, Paprika sowie Gewürze (Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Koriander). "Nur bei der Erdbeerzucht muss man sich noch etwas gedulden", so Schubert. "Hier warten wir noch auf die erfolgreiche Aussaat." Im Mai erwarten die DLR-Forscher dann den vollen Betrieb des Container-Gewächshauses. Dann sollen pro Woche rund vier bis fünf Kilogramm Frischgemüse geerntet werden.

Bereicherung des Speiseplans

An der Neumeyer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts sind derzeit zehn Überwinterer untergebracht. Frisches Gemüse der letzten Lieferung Ende Februar ist mittlerweile aufgebraucht, so dass sich die Bewohner über die frische Ergänzung auf Ihrem Speiseteller freuen. "Es war etwas Besonderes, den ersten frischen Salat der Antarktis vor Augen zu haben“, sagt Stationsleiter Bernhard Gropp „Er hat geschmeckt, als hätten wir ihn frisch im Garten geerntet.“

Paul Zabel verbringt derzeit rund  drei bis vier Stunden täglich mit der Pflege und Zucht der Pflanzen im Gewächshaus, das rund 400 Meter entfernt von der Neumayer-Station III steht. Dabei ist er hauptsächlich beschäftigt mit der Überprüfung der technischen Systeme und typischen Gärtnertätigkeiten wie dem Beschneiden der Pflanzen. Derweil steht er in regelmäßigem Kontakt mit dem Kontrollzentrum im DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen, von wo aus die Pflanzenzucht aus der Ferne überwacht wird. An besonders stürmischen Tagen, wie zuletzt am 21. März, überwachen Projektleiter Daniel Schubert und sein Team um Matthew Bamsey und Conrad Zeidler das Gewächshaus vollständig aus Bremen, bis Paul Zabel wieder zurück gelangen kann. Diese Überbrückung ist für bis zu drei Tage möglich.

Internationale Zusammenarbeit bei EDEN-ISS

Das Projekt EDEN-ISS wird in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) im Rahmen einer Überwinterungsmission auf der deutschen Neumayer-Station III in der Antarktis realisiert. Damit das Gewächshaus in der Antarktis funktioniert, arbeiten unter der Leitung des DLR zahlreiche weitere internationale Partner in einem Forschungskonsortium zusammen: Wageningen University and Research (Niederlande), Airbus Defense and Space (Deutschland), LIQUIFER Systems Group (Österreich), National Research Council (Italien), University of Guelph (Kanada), Enginsoft (Italien), Thales Alenia Space Italia (Italien), AeroCosmo (Italien), Heliospectra (Schweden), Limerick Institute of Technology (Irland), Telespazio (Italien) sowie die University of Florida (USA). Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020 unter der Projektnummer 636501.

Neuigkeiten zum Projekt direkt aus der Antarktis gibt es über die EDEN-ISS-Kanäle auf Facebook und Instagram, sowie über den Hashtag #MadeInAntarctica auf Twitter. Gesammelte Informationen zum Projekt finden sich unter www.DLR.de/EDEN-ISS.

Zuletzt geändert am:
22.05.2018 10:52:21 Uhr

Kontakte

 

Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Media Relations

Tel.: +49 2203 601-3959

Fax: +49 2203 601-3249
Paul Zabel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Raumfahrtsysteme

Tel.: +49 421 24420-1273
Dr. Daniel Schubert
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Raumfahrtsysteme

Tel.: +49 421 24420-1136
Sebastian Grote
Alfred-Wegener-Institut (AWI)

Kommunikation und Medien

Tel.: +49 471 4831-2006