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Studie untersucht Sauerstoffmangel als Therapieansatz für Herzpatienten

Profi-Bergsteiger beenden Höhenluft-Studie erfolgreich

Dienstag, 19. Juni 2018

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    Erfolgreiches Ende der Höhenluft-Studie

    v.l.n.r.: Prof. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrt, Profi-Bergsteiger Ralf Dujmovits, Prof. Pascale Ehrenfreund, DLR-Vorstandsvorsitzende, Profi-Bergsteigerin Nancy Hansen, Projektleiter Prof. Jens Tank, Prof. Dr. Jens Jordan, Leiter DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin.

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    Nach fünf Wochen die Höhenluft-Kammer verlassen

    Die beiden Profi-Bergsteiger Nancy Hansen und Ralf Dujmovits haben die Hypoxie-Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt am 19. Juni erfolgreich beendet.

  • Acht statt 21 Prozent Sauerstoffgehalt
    Acht statt 21 Prozent Sauerstoffgehalt

    Die Bergsteiger verbrachten die letzten zwei Wochen durchgängig tagsüber auf einer simulierten Höhe von 6718 Metern, nachts schliefen sie auf 6490 Metern.

  • Die beiden Profi-Bergsteiger Nancy Hansen und Ralf Dujmovits haben die Höhenluft-Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 19. Juni erfolgreich beendet.
  • Erstmals konnten Langzeitdaten von Menschen in extremer Höhenluft erfasst werden.
  • Die Studie untersucht Sauerstoffmangel als Therapieansatz für Herzpatienten.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrtmedizin, Gesundheit, Hypoxie

Die Profi-Bergsteiger Nancy Hansen und Ralf Dujmovits haben die Höhenluft-Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 19. Juni 2018 erfolgreich beendet. Die beiden verbrachten fünf Wochen in der Hypoxie-Kammer im Forschungsgebäude :envihab des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin in reduzierter Sauerstoff-Atmosphäre.

Erstmals Langzeitdaten von Menschen in extremer Höhenluft

Gesund und munter beendeten die beiden Probanden die Studie, nachdem die Sauerstoffkonzentration in der Kammer in den letzten zwei Tagen von nur acht Prozent langsam wieder auf 21 Prozent hochgefahren wurde. Die Bergsteiger und der Projektleiter Professor Jens Tank sowie das ganze Team freuen sich, dass die Untersuchungen wie geplant über fünf Wochen erfolgreich durchgeführt werden konnte. Das war keinesfalls selbstverständlich, betont Tank: „Mit der Studie ist es gelungen, erstmals Daten von Menschen in dieser Extremsituation über einen solch langen Zeitraum zu sammeln“. Die Bergsteiger verbrachten die letzten zwei Wochen durchgängig tagsüber auf einer simulierten Höhe von 6718 Metern, nachts schliefen sie auf 6490 Metern.

Auswertung der Daten beginnt

Anlass für das DLR-Experiment war eine Studie mit Mäusen, bei denen in vergleichbarer Sauerstoffreduzierung eine Aktivierung von Herzmuskelzellen beobachtet werden konnte. "Mit der Bergsteiger-Studie wollen wir herausfinden, ob eine solche positive Veränderung grundsätzlich auch beim Menschen möglich wäre", so Professor Jens Jordan, Leiter des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin. Für die Wissenschaftler beginnt nun die Auswertung der Daten, vor allem der vielfältigen Werte zur Herzfunktion, die mit MRT-, Ultraschall-, Lungenfunktions-, Kognitions- und DNA-Untersuchungen erhoben wurden. Doch ein voller Erfolg ist die Studie bereits jetzt für das gesamte Team, das fünf Wochen rund um die Uhr im Einsatz war: Es konnten bereits viele Veränderungen beobachtet, alle nötigen Daten gesammelt und die Machbarkeit einer solchen Studie bewiesen werden.

Die beiden Profibergsteiger hatten gute und schlechte Tage, Herz und Kreislauf waren stark belastet und mussten sich an die außergewöhnliche Umgebung anpassen. Vor allem die positive Entwicklung ihres Zustands durch die Anpassung der Sauerstoffkonzentration in den letzten zwei Tagen erstaunte Nancy Hansen sehr. Sie fühle sich wieder richtig gut und fit und verlasse erholt die Kammer.

Anruf aus dem All von Alexander Gerst

In den zwei Wochen davor waren beide immer wieder von Müdigkeit geplagt: „Es war eine Reise der anderen Art, auf der wir unsere Hochs und Tiefs hatten“, so Nancy Hansen. Ralf Dujmovits beobachtete an sich eine Anhäufung von Schlafmangel im Verlauf der Studie: "Wir kamen während der Studie immer wieder an unsere Grenzen. Das Team hier hat uns da aber sehr gut durchgeführt. Es war ein tolles Teamwork."

Sowohl die beiden Probanden als auch das betreuende Team betonen, wie wichtig neben den medizinischen Erkenntnissen vor allem die gute Zusammenarbeit und das Crew-Gefühl waren: „Wir kamen uns weniger wie die Testpersonen einer Studie vor sondern eher wie eine Crew auf einer Mission“, so Nancy Hansen. Ein ganz besonderes Highlight für die beiden Bergsteiger war außerdem der überraschende Anruf von Alexander Gerst von der Internationalen Raumstation ISS, der die beiden zu ihrer Studie und ihrem Befinden befragte und auch bereitwillig Auskunft zu seiner Mission gab. Spontaner Kommentar von Ralf Dujmovits: „Holy Cow“!

Die Partner

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) führt die Studie gemeinsam mit der University of Texas Southwestern Medical Center, dem Texas Health Presbyterian Hospital, dem Krankenhaus Köln-Merheim (Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin), der Uniklinik Köln (Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin), dem Universitätsklinikum Aachen (Klinik für Anästhesiologie) und der Charité Campus Buch (University Medicine Berlin) durch. An den Auswertungen sind zudem das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und die Medizinische Hochschule Hannover (Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien) beteiligt.
 

Zuletzt geändert am:
19.06.2018 16:25:34 Uhr

Kontakte

 

Dorothee Bürkle
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Media Relations, Energie und Verkehr

Tel.: +49 2203 601-3492

Fax: +49 2203 601-3249
Friederike Wütscher
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin

Tel.: +49 2203 601-3328
Prof. Dr. Jens Tank
Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR)

Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin

Tel.: +49 22 036012-572