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Prognosen für Mobilitätsverhalten im Jahr 2040

Die Tankstelle der Zukunft – neue Anforderungen und Funktionen

Freitag, 17. Mai 2019

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  • Tankstelle in der Großstadt im Jahr 2040
    Tankstelle in der Großstadt im Jahr 2040

    Durch Elektrifizierung, Automatisierung und neue Kundenbedürfnisse werden sich die Anforderungen im Tankstellengeschäft zukünftig deutlich verändern.

  • Tankstelle im städtisch geprägten Kreis
    Tankstelle im städtisch geprägten Kreis

    Künftig könnten Tankstellen an den „Eingangstoren“ zum städtisch geprägten Kreis die Möglichkeit zum Umstieg vom privaten auf kollektive Verkehrsmittel bieten.

  • Tankstelle im ländlischen Raum
    Tankstelle im ländlischen Raum

    Im ländlichen Raum bleibt das eigene Auto zentral für die Mobilität, zumal die Distanzen aufgrund einer sich ausdünnenden Bevölkerungsdichte und Infrastruktur immer länger werden.

  • Tankstelle an der Autobahn
    Tankstelle an der Autobahn

    Zukünftig könnte der Güterverkehr auf vordefinierten Autobahn-Routen teilweise automatisiert verlaufen. Autobahnnahe Tankstellen fungieren hierbei als Wechselstationen, an denen von autonomen auf fahrergeführte Lkw für den Stadtverkehr umgestiegen wird.

  • Verkehrsforscher erstellen Prognosen für Mobilitätsnachfrage und Mobilitätsverhalten im Jahr 2040
  • Veränderte Anforderungen haben Auswirkungen auf die Gestaltung von zukünftigen Tankstellen
  • Schwerpunkte: Verkehrsforschung, Mobilitätsforschung

Wie entwickelt sich das Mobilitätsverhalten bis zum Jahr 2040 und welchen Einfluss hat das auf zukünftige Tankstellen? Dies untersuchten Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit Aral in einer Studie für vier verschiedene Raumtypen - Großstadt, ländlicher Raum, städtisch geprägter Kreis und Autobahn und zeichnen ein Bild von der "Tankstelle der Zukunft".


Verkehr nimmt bis 2040 deutlich zu

Falls keine zusätzlichen politischen Maßnahmen ergriffen werden, die den motorisierten Verkehr reduzieren oder verlagern, wird die Fahrleistung von Pkw und Nutzfahrzeugen in Deutschland bis 2040 um 24 Prozent ansteigen, und das trotz sinkender Bevölkerungszahlen. Der Anstieg der Fahrleistung ist insbesondere durch den starken Zuwachs im Wirtschaftsverkehr sowie durch veränderte Mobilitätsmuster getrieben. Künftig werden wir bis ins hohe Alter (auto)mobil sein, sofern keine alternativen Mobilitätsangebote bereitgestellt werden. "Durch Elektrifizierung, Automatisierung und neue Kundenbedürfnisse werden sich die Anforderungen im Tankstellengeschäft zukünftig deutlich verändern", erklären Dr. Julia Jarass und Mirko Goletz, Projektleiter im DLR-Institut für Verkehrsforschung. Dadurch bieten sich Chancen für neue Geschäftsmodelle. "Zum zukünftigen Angebotsspektrum zählen beispielsweise ultraschnelle Ladesäulen (bis zu 350 kW) für Pkw und Lkw, die Wartung von autonomen Flotten, ein Landeplatz für Lufttaxis sowie Akkuwechselstationen für E-Bikes und E-Scooter", erläutern die Verkehrsforscher. Zudem wird sich das Angebot konventioneller und alternativer Kraftstoffe durch einen breiten Antriebsmix bei den Fahrzeugen bis zum Jahr 2040 weiter vergrößern.

Großstadt – serviceorientiertes Mobilitätszentrum

Neue Mobilitätstrends setzen sich im dichten Großstadtverkehr am schnellsten durch. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Anforderungen an Tankstellen, die für den Kunden verschiedene Dienstleistungen anbieten: E-Bikes, autonome Sharing- und Pooling-Fahrzeuge sowie Lufttaxis stehen bereit und werden während ihrer Standzeit geladen beziehungsweise gewartet. An Automaten können Zweiradfahrer – ob Kurierdienst oder privat – neue Akkus für ihr E-Fahrrad oder ihren E-Scooter "ziehen". Darüber hinaus würde auch der Service für den wartenden Kunden ausgebaut werden. Während bisher Tankstellen vor allem Speisen und Getränke verkaufen, können zukünftig Geschäftsleute beispielsweise auch Meetingräume anmieten, um die Wartezeit effizient zu nutzen. Um diese Angebotsvielfalt im dichten städtischen Raum zu ermöglichen, wird eine mehrgeschossige Bauweise der Tankstellen erforderlich.

Städtisch geprägter Kreis – Umsteigeplatz mit Rundumversorgung

2040 pendeln immer mehr Menschen aus umliegenden Gebieten in die Großstädte. Künftig könnten Tankstellen an den "Eingangstoren" zum städtisch geprägten Kreis die Möglichkeit zum Umstieg vom privaten auf kollektive Verkehrsmittel bieten. Zum Beispiel könnten Reisende mit einem autonomen Pooling-Fahrzeug, einem komfortablen Premium-ÖPNV auf einer Extra-Spur oder dem Lufttaxi die "letzte Meile" ohne Stop-and-go im Stau überbrücken. Darüber hinaus können Tankstellen für Betreiber autonomer Flotten umfassenden Service zur Verfügung stellen: von der Wäsche über ultraschnelles Laden bis hin zu kleineren Wartungsarbeiten. Aber auch die Pendler können dort die Gelegenheit nutzen, ihr privates Fahrzeug zu waschen, im Shop einzukaufen, das Bistro aufzusuchen oder die Paketstation zu nutzen.

Ländlicher Kreis – Umschlagplatz mit Nahversorgung

Im ländlichen Raum bleibt das eigene Auto zentral für die Mobilität, zumal die Distanzen aufgrund einer sich ausdünnenden Bevölkerungsdichte und Infrastruktur immer länger werden. Tankstellen könnten im ländlichen Raum zusätzlich weitere Funktionen übernehmen:  sie dienen als sozialer Treffpunkt und bieten Einkaufsmöglichkeit sowie Paketdienstleistungen an. Denkbar ist auch ein kombinierter Personen- und Güterverkehr. Hierbei sammeln Handwerker oder Pflegedienste auf ihren täglichen Routen Pakete von Tankstellen ein und nehmen sie zu ihren Kunden oder Patienten mit.
 
Autobahn-Station – Services rund um Güter- und Fernverkehr

Zukünftig könnte der Güterverkehr auf vordefinierten Autobahn-Routen teilweise automatisiert verlaufen. Autobahnnahe Tankstellen fungieren hierbei als Wechselstationen, an denen von autonomen auf fahrergeführte Lkw für den Stadtverkehr umgestiegen wird. Zudem gibt es an der Station ultraschnelle Lademöglichkeiten für elektrische Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Das Angebot an UFC-Säulen wird insbesondere auch für Fernreisende von Interesse sein, die ihr Fahrzeug innerhalb eines kurzen Stopps auf längeren Urlaubs- oder Dienstfahrten laden können. Hinzu kommen erweiterte Gastronomieangebote und funktionelle Übernachtungsmöglichkeiten für Lkw-Fahrer, sogenannte Trucker-Cubes, die den Nutzfahrzeugverkehr ergänzen. Zusätzlich eignen sich einige Standorte als Haltestelle innerhalb des Fernbusverkehrs. Dabei können Passagiere auf Shuttle-Services umsteigen und weiterreisen.

Die vollständige Studie finden Sie hier.
 

Zuletzt geändert am:
17.05.2019 09:34:06 Uhr

Kontakte

 

Melanie-Konstanze Wiese
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Berlin, Neustrelitz und Dresden

Tel.: +49 30 67055-639

Fax: +49 30 67055-102
Mirko Goletz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR-Institut für Verkehrsforschung

Tel.: +49 30 67055-5447
Dr. Julia Jarass
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR-Institut für Verkehrsforschung

Tel.: +49 30 67055-7927