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Luftverkehr - Touristik - Ausblick Sommer 2018

Mittelmeer statt Übersee: Touristischer Luftverkehr weiter im Aufwind

Freitag, 2. März 2018

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  • Entwicklung des Flugverkehrs ab Deutschland
    Entwicklung des Flugverkehrs ab Deutschland

    2018 zeigen sich beim Flugverkehr ab Deutschland Zuwächse in Nordafrika während das Angebot nach Nordamerika und in die Karibik abnimmt.

  • Bulgarien, Rumänien und Nordafrika mit deutlichen Zuwachsraten
  • Mallorca weiter beliebtestes Ferienflugziel
  • Lufthansa-Gruppe dominiert Flüge ab Deutschland
  • Ryanair und Easyjet bauen Angebot deutlich aus
  • Schwerpunkt(e): Luftfahrt

Der touristische Luftverkehr wächst 2018 erneut stärker als der Luftverkehr insgesamt. Das zeigt eine nun veröffentlichte Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Blick auf die Vorlieben deutscher Flugreisender. Flüge ab Deutschland in vorwiegend touristisch geprägte Gebiete können ein Plus von 0,7 Prozent verzeichnen, während die Zahl aller Flüge im deutschen Luftverkehr nur um 0,4 Prozent steigt. Größte Gewinner sind Nordafrika, die Balkanstaaten am Schwarzen Meer sowie Griechenland. Rückgänge verzeichnen Ziele in der Karibik und in den USA.

"Der positive Trend auf dem Ferienflieger-Markt hält weiter an", sagt Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr. "Rund sieben Prozent Wachstum verzeichnen die Anbieter derzeit bei Flügen in nordafrikanische Länder wie Ägypten und Marokko, was eine weitere Erholung des Tourismus in dieser Gegend verdeutlicht. Schwarzmeerziele in Rumänien und Bulgarien legen sogar um 21 Prozent zu.“ Die aufkommensstärksten Zielländer sind weiter Spanien und Italien mit zusammen knapp 15.000 geplanten Starts im Juli 2018 trotz eines Rückgangs beim Angebot.

Touristenströme im Mittelmeerraum

Die Verschiebung der Touristenströme im Mittelmeerraum schwächt sich ab. "Der Negativtrend bei Flugangeboten in die Türkei ist gestoppt", erklärt Berster. "Allerdings kommt es bisher nicht zu einer Revitalisierung des touristischen Verkehrs an den Bosporus, während das benachbarte Griechenland als Alternative erneut ein Plus von rund zehn Prozent verzeichnet." Aufkommensstärkster Zielflughafen im Mittelmeerraum und im touristischen Bereich insgesamt wird im Juli 2018 von Deutschland aus wieder Palma de Mallorca sein. Mittlerweile 24 deutsche Flughäfen bieten über 3400 Mallorca Flüge für diesen Monat an. Mit jeweils über 300 Angeboten liegen hier Düsseldorf und Köln/Bonn an der Spitze. Das Gesamtwachstum im Luftverkehr wirkt sich unterschiedlich auf die einzelnen deutschen Verkehrsflughäfen aus: Während die Flüge von Frankfurt und München stark zunehmen, gibt es voraussichtlich Rückgänge an den Flughäfen Düsseldorf und Berlin-Tegel, womit sich Auswirkungen der Air Berlin Insolvenz zeigen.

Weniger Flugverkehr nach Übersee

Der Luftverkehr Deutschlands ist auf Europa konzentriert: 85 Prozent aller Flüge haben ein Ziel in Europa, wobei 24 Prozent auf deutsche Ziele entfallen. Weltweit werden insgesamt über 100 Länder direkt aus Deutschland angeflogen, wobei deutsche Touristen die Karibik, Teile von Afrika und Asien besonders als Übersee-Warmwasserziele nachfragen. Während Nordafrika zulegt, gibt es – nach einem deutlichen Plus im letzten Jahr – für karibische Ziele wie Kuba, der Dominikanischen Republik und Jamaica dieses Jahr ein deutliches Minus von 26 Prozent. "Das aufgestockte Angebot vergangenes Jahr wurde besonders durch Condor und Eurowings hervorgerufen, bei einem kaum veränderten Angebot von Air Berlin", erläutert Berster. "In diesem Jahr fällt zum einen das Angebot von Air Berlin weg aber gleichzeitig reduziert auch Condor das Angebot in diese Region. Lediglich bei Eurowings findet ein Wachstum statt, das die Rückgänge bei den anderen aber nicht ausgleichen kann.“ Ebenso verzeichnen Flüge in die USA ein Minus von rund zehn Prozent. Auch der Flugverkehr Richtung mittlerer Osten ist zurückgegangen.

Fluggesellschaften im Vergleich

Beim Blick auf die Fluggesellschaften zeigt sich nach dem Ausscheiden von Air Berlin eine Erhöhung der Marktanteile von Lufthansa und ihrer Tochter Eurowings. „Lagen Lufthansa, Eurowings und Germanwings im Juli 2017 noch bei knapp 39.000 Starts, die 44,4 Prozent aller Flüge ab Deutschland entsprachen, sind es in diesem Jahr mehr als 50 Prozent“, erklärt Berster. "Lufthansa stockt dabei um rund acht Prozent auf knapp 30.000 Starts auf. Eurowings weitet das Angebot um 33 Prozent auf 14.600 Starts aus. Betrachtet man zusätzlich noch die Fluggesellschaften Austrian Airlines sowie SWISS, die ebenfalls zum Lufthansa Konzern zählen, so kommen die vier Gesellschaften in Deutschland auf einen Marktanteil rund 54 Prozent."

Unter den 20 aufkommensstärksten Fluggesellschaften im Sommer in Deutschland belegen nach Lufthansa und Eurowings die Gesellschaften Ryanair und Easyjet Platz drei und vier. "Zwar erhöhen beide Low Cost Airlines ihr Angebot stark um 23 und sogar 93 Prozent, jedoch liegen sie mit 5800 und 4500 Starts weit hinter den Angeboten von Lufthansa und Eurowings zurück", erläutert Berster. "Auf den Plätzen fünf und sechs liegen die Ferienfluggesellschaften Condor und TUIfly mit jeweils rund 1700 Starts, gefolgt von Germania und Sunexpress mit jeweils rund 1600 Starts."

Zwei Drittel aller Flüge sind Urlaubsreisen

Von deutschen Flughäfen ausgehend wird etwa die Hälfte aller Flüge von Touristen für eine längere Urlaubsreise angetreten. Hinzu kommen rund 15 Prozent, die auf private Kurzreisen entfallen. Rund 35 Prozent und damit nur ein Drittel entfallen auf Geschäftsreisen. Bei Betrachtung des Interkontinentalverkehrs liegt der Anteil an Urlaubsreisen sogar bei 70 Prozent. Je nach Zielgebiet kann durchaus von dieser durchschnittlichen Aufteilung abgewichen werden. So sind die Kanarischen Inseln fast ausschließlich touristisch nachgefragt. Flugreisen nach Österreich haben dagegen überwiegend einen geschäftlichen Hintergrund. Die Analyse der voraussichtlichen Flugangebote ab Deutschland bezieht sich auf den Referenzmonat Juli im Sommerflugplan 2018. Dabei kann es sein, dass kurzfristig noch weitere Angebote hinzukommen oder bestehende Angebote aus dem Markt genommen werden.

Zuletzt geändert am:
02.03.2018 15:23:06 Uhr

Kontakte

 

Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Media Relations

Tel.: +49 2203 601-3959

Fax: +49 2203 601-3249
Dr. Peter Berster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Flughafenwesen und Luftverkehr

Tel.: +49 2203 601-4554

Fax: +49 2203 601-2377