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Erdbeobachtungssatellit PAZ erfolgreich gestartet

Donnerstag, 22. Februar 2018

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  • Radarsatellit PAZ im Orbit: künstlerische Darstellung
    Radarsatellit PAZ im Orbit: künstlerische Darstellung

    PAZ ist ein Pendant der beiden deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X

    und wird auf deren selben Orbit in 514 Kilometer Höhe ausgesetzt. Eine Konstellation

    aus den drei Satelliten ermöglicht künftig schneller verfügbare Aufnahmen.

  • Madrid: TSX%2dStripmap%2dAufname
    Madrid: TSX-Stripmap-Aufname

    TerraSAR-X-Aufnahme von der spanischen Region Madrid im "Stripmap-Modus" mit einer Auflösung von drei Meter und einer Breite von 30 Kilometer. PAZ kann die gleichen Radarprodukte liefern wie die deutschen Zwillingssatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X, mit Auflösungen zwischen 18 Meter und rund einem Meter, unabhängig von der Tageszeit oder Wetterverhältnissen.

  • Tagebau Garzweiler: TSX%2dSpotlight%2dAufnahme
    Tagebau Garzweiler: TSX-Spotlight-Aufnahme

    TerraSAR-X-Aufnahme vom Tagebau Garzweiler im nördlichen Rheinischen Braunkohlerevier: Der "Spotlight-Modus" ermöglicht die Abbildung eines 10 x 10 Kilometer großes Gebiet mit einer Auflösung von einem Meter. So heben sich die Strukturen der Abbaufelder (lila-Färbung) deutlich im Radarbild ab. Südwestlich des Tagebaus ist das Autobahndreieck Jackerath zu erkennen.

  • Bau des Radarsateliten PAZ
    Bau des Radarsateliten PAZ

    PAZ ist Eigentum des spanischen Raumfahrtunternehmen Hisdesat und wurde von Airbus Defence and Space in Madrid, Spanien gebaut. Der Satellit ist fünf Meter lang, hat einen Durchmesser von 2,4 Meter und wiegt 1.400 kg.

  • Bereit für den Transport
    Bereit für den Transport

    Das DLR entwickelte wesentliche Teile des Bodensegments von PAZ und ist für die Vorbereitung und die Durchführung der "Launch and Early Orbit Phase" verantwortlich. Die spanische Raumfahrtagentur INTA übernimmt danach den Regelbetrieb. Der Launch erfolgte von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien/USA.

  • Der spanische Erdbeobachtungssatellit PAZ ist am 22. Februar 2018 um 15:17 Uhr erfolgreich gestartet
  • PAZ nutzt denselben Orbit wie TerraSAR-X und TanDEM-X
  • Eine gemeinsame Konstellation von drei Satelliten ermöglicht künftig schneller verfügbare Aufnahmen
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erdbeobachtung

Der spanische Erdbeobachtungssatellit PAZ startete am 22. Februar 2018 um 15:17 Uhr (MEZ) erfolgreich mit einer Falcon-9 Rakete von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien/USA. Die Besonderheit: PAZ wird auf demselben Orbit platziert, wie die deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X. Das Bodensegment von PAZ baut zudem auf Technologien auf, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für die beiden Zwillingssatelliten entwickelt wurden. Eine Konstellation aus drei Satelliten kann in Zukunft somit schneller verfügbare Aufnahmen ermöglichen. Der Satellit PAZ gehört dem spanischen Raumfahrtunternehmen Hisdesat und wurde von Airbus Defence and Space in Madrid, Spanien gebaut.

Rund 75 Minuten nach dem Start empfing die DLR-Bodenstation Weilheim die ersten Telemetriedaten von PAZ, so dass dann die nächsten Missionsschritte beginnen konnten: Während der kritischen ersten fünf Tage übernimmt das Deutsche Raumfahrtkontrollzentrum des DLR (GSOC) die Steuerung von PAZ und prüft den Satelliten auf Herz und Nieren. Für den Datenempfang und die Kommandierung nutzt das GSOC Bodenstationen in Deutschland sowie am Nord- und Südpol. Nach Abschluss dieser "Launch and Early Orbit Phase" (LEOP) wird der Satellit an die spanische Raumfahrtagentur INTA übergeben, die mit dem Aufbau und Betrieb des Bodensegments beauftragt wurde. Der Regelbetrieb von PAZ findet in Torrejón de Ardoz, nahe Madrid statt.

Ultrahochauflösende Bilder schneller verfügbar

Basierend auf den Technologien von TerraSAR-X und TanDEM-X entwickelten die Experten am DLR in Oberpfaffenhofen neben dem LEOP-Betrieb auch wesentliche Teile des Bodensegments für den Regelflugbetrieb. So entstand am  DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme ein umfangreiches Software-System für die Steuerung und Kalibrierung des Radarinstruments. Dieses System berechnet automatisch die Kommandos, die nach Übertragung an den Satelliten die Aufnahme von Radardaten mit der bestmöglichen Qualität entsprechend den Nutzeranforderungen sicherstellen. Mit Hilfe von speziellen Algorithmen werden die Radarantenne und die Radaraufnahmen kalibriert, damit aus den Daten präzise Informationen abgeleitet werden können. Zur Qualitätskontrolle verifiziert die Software schließlich, ob die entstandenen Radarbilder den Nutzeranforderungen entsprechen und überwacht dauerhaft den "Gesundheitszustand" des Radarinstruments.

Ein weiteres, zentrales Element des Bodensegments bildet der Prozessor, der aus den Radardaten hochgenaue Bilder erzeugt. Der SAR (Synthetic Aperture Radar)-Prozessor wurde am DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung entwickelt: PAZ wird damit die gleichen Radarprodukte wie TerraSAR-X und TanDEM-X liefern, mit Auflösungen zwischen 18 Meter und rund einem Meter, unabhängig von der Tageszeit oder Wetterverhältnissen.

PAZ, wie auch die beiden in enger Formation fliegenden Satelliten TerraSAR-X und TanDEM-X, kann fast jede Szene auf der Erdoberfläche innerhalb von drei Tagen abbilden. Im Mittel können die Satelliten einen Ort innerhalb von 24 Stunden erfassen beziehungsweise eine Aufnahme wiederholen. Alle elf Tage überfliegen sie denselben Punkt am Boden mit der exakt gleichen Aufnahmegeometrie. Der zusätzliche Einsatz von PAZ ermöglicht künftig höhere Erfassungskapazitäten und kürzere Wiederholraten – Aufnahmen können somit schneller verfügbar gemacht werden. Während der "Commissioning Phase" in den ersten Lebensmonaten des Satelliten betreuen die Entwickler aus Oberpfaffenhofen nun die Inbetriebnahme des SAR-Prozessors wie auch der Software zum Instrumentenbetrieb und zur Kalibrierung.

Die Missionsdauer von PAZ ist für fünfeinhalb Jahre ausgelegt. Der als "dual-use" konzipierte Satellit deckt sowohl kommerzielle als auch staatliche Anforderungen ab, insbesondere für zivile Überwachungsaufgaben und für Anwendungen in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit. Hisdesat wird die Konstellation gemeinsam mit Airbus Defense and Space nutzen.

Zukunftsmission Tandem-L

Mit TerraSAR-X und TanDEM-X hat sich Deutschland über Jahrzehnte eine weltweit anerkannte Expertise und ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Um diese Führungsrolle auch zukünftig sicherzustellen, arbeiten die Wissenschaftler im DLR bereits an Tandem-L, einem Vorschlag für eine hochinnovative Radarmission für Umweltbeobachtung und Klimaforschung. Die Bildgebungstechnologie der Tandem-L-Mission soll neue Maßstäbe in der Erdbeobachtung setzen und damit einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten – national wie auch international. Derzeit findet die forschungspolitische Bewertung des Missionsvorschlags statt. Die Entscheidung bezüglich der Realisierung von Tandem-L wird für Mitte des Jahres erwartet.

Zuletzt geändert am:
22.02.2018 17:34:52 Uhr

Kontakte

 

Bernadette Jung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Politikbeziehungen und Kommunikation: Oberpfaffenhofen, Augsburg, Weilheim

Tel.: +49 8153 28-2251

Fax: +49 8153 28-1243
Helko Breit
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Methodik der Fernerkundung

Tel.: +49 8153 28-1369
Christo Grigorov
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme

Tel.: +49 8153 28-2369
Dr. Andreas Ohndorf
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumflugbetrieb und Astronautentraining

Tel.: +49 8153 28-2772