Mission Blue Dot - Gersts ISS-Mission 2014
"Außenposten" im All
Internationale Raumstation ISS
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20 Minuten Ewigkeit: Grundschüler "telefonieren" mit Alex Gerst auf der ISS

Donnerstag, 23. Oktober 2014

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  • Felix im Kontrollraum K3 beim DLR
    Felix (9) spricht mit Astronaut Alexander Gerst

    Felix (9) wollte beim "Live-Call" von Alexander Gerst auf der ISS wissen, wie genau er aus 400 Kilometern Höhe die Erde sieht. Der deutsche ESA-Astronaut sagte, dass er die Erde als ganzes sehr gut erkennen kann, einzelne Orte wie seine Heimatstadt Künzelsau erst mit etwas Übung aus dem All erkannt hat.

  • Konzentriert beim Gespräch
    Konzentriert und auch ein wenig aufgeregt

    Das war schon ein einmaliges Erlebnis: Konzentriert und auch ein wenig aufgeregt stellt diese Viertklässlerin aus der 4b der Grundschule Alling ihre Frage an den Astronauten Alexander Gerst auf der ISS. Tom Uhlig (rechts), Flugdirektor im Columbus-Kontrollzentrum beim DLR in Oberpfaffenhofen, unterstützt tatkräftig.

20 Minuten. 20 Minuten mit Alexander Gerst - dem deutschen ESA-Astronauten, der am 28. Mai zur Internationalen Raumstation ISS geflogen ist und am 10. November mit einer russischen Sojus-Raumkapsel wieder zur Erde zurückkehren soll. Die Aufregung und Vorfreude ist groß bei den Grundschülern der Klasse 4b aus dem bayerischen Alling. 20 Minuten lang - von 14.25 bis 14.45 Uhr - durften die 20 Jungen und Mädchen am 23. Oktober 2014 vom Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum beim DLR in Oberpfaffenhofen aus Alexander Gerst ihre persönlichen Fragen stellen. Der 38 Jahre alte Astronaut antwortet mit minimalem Zeitverzug, obwohl er 400 Kilometer über der Erde schwebt. "Live-Call" nennt sich das außergewöhnliche Telefonat, das die Schüler im Rahmen ihrer Teilnahme am bundesweiten Ideenwettbewerb „Beschützer der Erde“ führten. Das DLR Raumfahrtmanagement hat diesen Wettbewerb im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie organisiert.

"Warum sind Sie auf der ISS? Was ist das Wichtigste, was die Menschen besser machen müssen, um die Erde zu schützen und haben Sie selbst einen guten Vorsatz, wenn Sie zurück auf der Erde sind? Kann man von der ISS aus wirklich Plastikmüll auf den Meeren schwimmen sehen…?" - Das wollten Miriam, Annika, Felix und ihre Mitschüler wissen. Aber auch Fragen zur Größe der ISS, zur Wissenschaft und zum Alltag im All brannten den Kindern auf den Nägeln. Vom Kontrollraum K3 im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum aus nahmen sie per Video Verbindung mit Alexander Gerst auf.

Und damit Alexander Gerst wusste, mit wem er unten auf der Erde sprach, hatten die Grundschüler ihm vorab ein Klassenfoto auf die ISS gemailt. Anhand einer in der Schwerelosigkeit auf der Raumstation schwebenden Gummi-Erde demonstrierte der deutsche Astronaut, wie er unseren Heimatplaneten gerade sieht. Umgeben von einer dünnen, fragilen Atmosphäre "müssen wir einfach erkennen, wie kostbar und auch verletztlich die Erde ist und dass wir besser auf diesen besonderen Planeten aufpassen müssen." Sein tägliches Leben verglich Gerst mit Blick auf den "Komfort" mit einem Campingtrip: "Wir haben hier nicht die Annehmlichkeiten, die wir von zu Hause kennen, tragen ein T-Shirt auch mal eine Woche lang und haben auch keine weltraumtaugliche Waschmaschine -  die Ihr übrigens gerne mal erfinden könnt..." . Doch das sei auch nicht so wesentlich: "Die Zeit auf der ISS vergeht trotzdem wie im Fluge - das ist so wie mit den Sommerferien. Das Leben und Arbeiten im All macht mir sehr viel Spaß."

Mehr als 3000 Schüler aus ganz Deutschland machen mit

Die Grundschule Alling hatte sich als eine der ersten Klassen für den "Beschützer der Erde"-Wettbewerb registriert. "Insgesamt haben sich 173 Klassen, allesamt Viertklässler, aus ganz Deutschland angemeldet. Das sind etwa 3000 Schüler. Mit der Resonanz sind wir - auch im Vergleich zu anderen ähnlichen Wettbewerben - sehr zufrieden", erklären Dr. Franziska Zeitler und Frauke Lindert vom DLR, die Organisatorinnen des Wettbewerbs. "Wir möchten bei den Jungen und Mädchen frühzeitig ein Bewusstsein für Umweltthemen und den nachhaltigen Umgang mit unserer Erde schaffen. Raumfahrt kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten", erläutern die beiden DLR-Mitarbeiterinnen.

Als Beobachter und "Botschafter" aus dem All begleitet Alexander Gerst die teilnehmenden Klassen mit eigenen Videobotschaften von der ISS. In diesen Videos konzentriert sich der deutsche ESA-Astronaut auf fünf Themenschwerpunkte, die entscheidend für die Zukunft unserer Erde sind: Ozeane, Länder, Flüsse/Seen, Berge und Wälder. "Zu diesen fünf Schwerpunkten fertigen die Schüler jetzt auch ihre Wettbewerbsbeiträge an. Dabei sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt - wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse", erläutert Franziska Zeitler. Seit dem 15. Oktober läuft die Uhr. Bis zum 15. Dezember 2014 müssen alle Bewerbungen vorliegen. Bemerkenswert ist die Verteilung der Klassen auf die Themen: Nur eine Klasse hat sich für das Thema "Berge" registriert, 24 Klassen für das Thema "Land", 36 Klassen für den Schwerpunkt "Flüsse/Seen", 39 Klassen wollen sich mit "Ozeanen" und 73 Klassen mit "Wäldern" befassen.

Eine unabhängige Jury bewertet die Einsendungen und ermittelt die Sieger. Die jeweils Erstplatzierten aller fünf Schwerpunktthemen dürfen Alexander Gerst im März 2015 persönlich in Berlin treffen. Und wer weiß: Vielleicht sind ja die Grundschüler aus Alling dabei und können Alexander Gerst dann nicht nur aus der Ferne mit Fragen löchern, sondern ihm auch einmal auf kurzem Wege die Hand schütteln.

Zuletzt geändert am:
23.10.2014 18:20:25 Uhr

Kontakte

 

Elisabeth Mittelbach
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Gruppenleiterin Kommunikation

Tel.: +49 228 447-385

Fax: +49 228 447-386
Dr. Franziska Zeitler
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Innovation & Neue Märkte

Tel.: +49 228 447-434

Fax: +49 228 447-731